Wer kocht denn da im Wittlager Land? Köche des Landgasthauses Gieseke-Asshorn in Bohmte mögen Stress

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Birk Pauls und Stephanie Meyerding gehören zum Küchenteam des Hotels und Restaurants Gieseke-Asshorn. Gut miteinander auszukommen und auch mal während der Arbeit lachen zu können, das ist den beiden wichtig. Foto: Nadine GrunewaldBirk Pauls und Stephanie Meyerding gehören zum Küchenteam des Hotels und Restaurants Gieseke-Asshorn. Gut miteinander auszukommen und auch mal während der Arbeit lachen zu können, das ist den beiden wichtig. Foto: Nadine Grunewald

Bohmte. Ins Restaurant geht man, um es sich schmecken zu lassen – oder nicht selber kochen zu müssen. Aber kennen Sie eigentlich die Köche, die für Sie die Messer schwingen? Wir stellen in einer Serie Köche aus dem Wittlager Land vor. In Teil 1 erklären zwei Köche des Landgasthauses Gieseke-Asshorn in Bohmte, warum sie den Stress in der Küche mögen und was sich bei den Gästen verändert hat.

Wer im Landgasthaus Gieseke-Asshorn einkehrt, der bekommt mit hoher Wahrscheinlichkeit etwas serviert, das durch die Hände von Birk Pauls oder Stephanie Meyerding gegangen ist. Die beiden gehören seit acht beziehungsweise zehn Jahren zum Küchenteam des Hotels und Restaurants in Bohmte, haben dort auch ihr Handwerk gelernt. Während Meyerding sich hauptsächlich um Vorspeisen und Desserts kümmert, ist ihr Kollege eher für warme Gerichte und die Hauptspeisen zuständig. Warum sie das so aufgeteilt haben? Die beiden sehen sich an und zucken mit den Schultern. „Das ist irgendwie so gekommen", sagt der 26-Jährige. Seine Kollegin nickt: „Können muss man ja sowieso alles." Doch ein geregelter Ablauf in der Küche sei schon wichtig.

Auch Zuhause der Koch

Dass man sich in der Küche gut versteht und die Zusammenarbeit klappt, darauf legen die beiden viel Wert. „Man muss aber auch mal zusammen Spaß haben können", sagt Pauls. Der Bohmter brät gerne Steaks. „Ich mag die frische Küche. Mit frischen Kräutern zu arbeiten, ist immer gut." Deshalb hat der 26-Jährige auch in seinem eigenen Garten Gemüse und Kräuter angebaut, die er zuhause in der Küche verarbeitet. Dort ist er meist derjenige, der für sich und seine Freundin kocht. Im Gegensatz zum Restaurant dann aber in kleineren Töpfen. „Hier kocht man in anderen Mengen. Zuhause muss man schon aufpassen, dass man dann nicht zu viel macht." Auch wenn er gerne kocht: Auf Feiern von Freunden beispielsweise würde er sich aber nicht auch noch hinter den Grill stellen. Irgendwann reiche es mal, findet er.

Meyerding mag Hausmannskost

Aus diesem Grund steht auch Meyerding in ihrer Freizeit nicht immer gerne selber am Herd. „Da kann ich dann nicht abschalten", sagt sie. Was aber nicht heißen soll, dass ihr der Job keinen Spaß mache, im Gegenteil. „Ich habe früher schon gerne Zuhause gekocht", sagt die 29-Jährige, die gerne Schnitzel und Bratkartoffeln isst, gute Hausmannskost eben. Weil ihr die Arbeit Spaß macht, kommt sie auch mit den Dienstzeiten klar. Sie und ihre Kollegen müssen häufig dann ran, wenn andere ausgehen wollen. Abends, am Wochenende, an Feiertagen. Oft haben sie auch geteilte Dienste: ein paar Stunden mittags, bevor es abends weiter geht. Aber das gehört zum Job dazu – genau wie der Stress, wenn das Restaurant voll ist. „Das ist ja ein bisschen der Reiz. Wenn es immer ruhig wäre, würde uns bestimmt was fehlen", sagt Meyerding. Auch Pauls ist ganz froh, wenn er ein Gericht nach dem anderen abarbeiten kann. „Wenn man zu viel Pause zwischendurch hat, passieren eher Fehler."

„Ich habe das Gefühl, dass sich die Leute nicht mehr so viel Zeit nehmen, wenn sie essen gehen."Stephanie Meyerding

In dem Bohmter Landgasthaus können Gäste á la Carte essen, es gibt Buffetts, ab und zu finden Banketts statt und auch außer Haus wird geliefert. Trotz vieler verschiedener Aufgaben sei bei den beiden bislang noch nichts richtig schief gegangen. „Wenn mal ein Teller voll zurückkommt, fragen wir schon, ob es nicht geschmeckt hat. Aber das kommt selten vor", so Pauls. Dafür passiere etwas anderes immer häufiger: „Ich habe das Gefühl, dass sich die Leute nicht mehr so viel Zeit nehmen, wenn sie essen gehen", sagt Meyerding. Es dürfe nicht lange dauern, bis das Essen fertig sei – mittags sowieso, wenn viele Geschäftsleute ins Restaurant kämen, aber auch abends. „Dadurch steigt der Druck in der Küche noch mal."

Auch das kochen, was man selbst nicht mag

Besonders häufig würden im Landgasthaus neben Schnitzeln mit Bratkartoffeln Rumpsteaks bestellt. Zunge müssten sie ebenfalls ab und zu zubereiten, etwas, das Pauls gar nicht mag, ebenso wie kalten Fisch oder Innereien. Kochen müsse er diese Sachen trotzdem – ebenso wie abschmecken. „Das macht man dann einfach, weil man es machen muss. Aber man muss einfach immer wieder Dinge probieren. Vielleicht mag man sie dann ja doch."




Wer kocht denn da?

Mit diesem Beitrag starten wir die Serie "Wer kocht denn da?". Darin stellen wir Köche aus der Gastronomie im Wittlager Land vor. Wir möchten die Personen zeigen, die das Essen zubereiten, im Alltag aber oft unsichtbar für die Gäste bleiben. Möchten Sie wissen, wer verantwortlich für die Speisen in Restaurant, Imbiss oder Mensa ist? Welchen Küchenchef oder Koch sollen wir mal porträtieren? Schicken Sie uns Ihre Vorschläge per Mail an n.grunewald@noz.de.

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