Denkwürdiges Gedenkkonzert Uraufführung ohne Uraufführung in Lemförde

Von Christa Bechtel

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Die Pianisten des 2. Gedenkonzertes für Prof. Peter Feuchtwanger – ohne Achim Clemens und Salil Akundi. Foto: Christa BechtelDie Pianisten des 2. Gedenkonzertes für Prof. Peter Feuchtwanger – ohne Achim Clemens und Salil Akundi. Foto: Christa Bechtel

Lemförde. Pianistische Vielfalt mit neun exzellenten Interpreten, musikalische Kostbarkeiten, aber eine Uraufführung ohne Uraufführung. Ein Konzert, das nicht so endete, wie die zahlreichen Besucher es sich im Lemförder Rittersaal gewünscht hatten.

Das waren die Zutaten für das Gedenkkonzert zum zweiten Todestag von Prof. Peter Feuchtwanger, zu dem der Verein „KulturBunt Lemförde“ in Kooperation mit der Musikakademie Dümmer-See eingeladen hatte.

Doch von Anfang an. Der Pianist, Komponist und Klavierpädagoge Peter Feuchtwanger wurde am 26. Juni 1930 in München geboren und lebte in London. Zwanzig Meisterkurse „Klavier“ hat er an der Musikakademie Dümmer-See in Hüde gegeben, an denen gut 300 Pianisten aus dem In- und Ausland teilnahmen. Achim Clemens, der rund 30 Jahre Assistent von Feuchtwanger war, führt die Tradition fort, indem er mit Daniel Kasparian und Susanne von Laun die Meisterkurse in der Musikakademie weiter gibt.

Ein Fan indischer Musik

Clemens war es auch, der mit . Petra Neuhaus-Hanisch das Programm mit der „Råga Bhatiali“ von Peter Feuchtwanger in einer Fassung für drei Hände eröffnete. Denn der Professor war ein Fan indischer Musik. „Eine Art der Komposition mit Klängen, die aus melodischen Bewegungen besteht, welche die Herzen der Menschen färben“, so beschrieb der indische Schriftsteller Matanga die Raga. „Diese Ragas sind in ihrer Darbietungsform im Original so virtuos, dass sie seiner Technik entgegenkamen. Das heißt, diese schnellen Tonwechsel haben etwas mit dem Tablaspiel zu tun“, erläuterte Prof. Michael Schmoll, Gründer der Hüder Musikakademie, warum sich Feuchtwanger besonders für die indische Musik begeisterte. S

„Bilder einer Ausstellung“

Anschließend spielte der junge indische Pianist Salil Akundi aus Hyderabat, der zurzeit in Los Angeles studiert und auch mit Feuchtwanger gearbeitet hat, brillant den vollständigen Zyklus der „Bilder einer Ausstellung“ von Mussorgski. „Wir unterbrechen hin und wieder, um ein paar Stücke klarer zu machen“, erklärte Achim Clemens. „Der Komponist hat sehr realistisch die Ausstellung nachempfunden“, betonte der Pianist, dessen wohl sehr weit ausholenden Erklärungen einigen Zuhörern zu viel waren, sodass ein Besucher aufstand und nachdrücklich unterstrich, dass man die Musik genießen wolle. Diesem Wunsch kam Clemens kurze Zeit später nach.

Ehemalige Assistenten

Den zweiten Teil gestalteten dann Feuchtwangers ehemalige Assistenten beziehungsweise Meisterschüler. Zu denen zählte auch Susanne von Laun. Für ihren „Maestro“ interpretierte sie virtuos zwei wunderbare Stücke zum Seele baumeln lassen von Bach und Chopin.

Nina Attorf hatte von Mendelssohn ein „Lied ohne Worte“ gewählt. Viktoria Lang hat Peter Feuchtwanger nicht mehr kennengelernt, sondern ist eine junge Schülerin von Achim Clemens, die 2017 im Rittersaal Beifallsstürme erntete. Unangestrengt heiter brachte sie von Chopin eine Mazurka, ein Nocturne sowie eine Polonaise zum Leuchten. Anschließend ließ Lara Icking von Rachmaninoff eine Variation aus der Rhapsodie über ein Thema von Paganini erklingen.

Brasilianischer Ohrwurm

Kraftvoll und energiegeladen wusste Karsten Hens mit dem „Militärmarsch´“, D733, von Schubert zu begeistern. Mit einer Ausgewogenheit zwischen Temperament und technischer Brillanz bestach Daniel Kasparian mit dem „Valse mélancholique“ von Chopin und einem brasilianischen Ohrwurm von Abreu.

„Grenzen des Wachstums“

Jochen Hartman-Hilter, der auch bei Prof. Michael Schmoll studierte, hat ein musikalisches Projekt in vier Bänden zum Thema „Zukunft“ in Arbeit. Wie der Komponist dem Publikum erklärte, finden sich dort die Themen „Schöpfung“, „Erkenntnis“, „Grenzen des Wachstums“ und „Sammlung“ im programmatischen Subtext der Kompositionen. Aus dem Zyklus „Ozean“ wollte Achim Clemens zwei Stücke als Uraufführung spielen, da das Werk erst im Oktober veröffentlicht wird. Doch Clemens war mittlerweile abgereist…..


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