Pastor Milchner verabschiedet Ein Mann des Wortes und der christlichen Tat

Von Elisabeth Kollorz

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Hunteburg. Jetzt ist es offiziell: Am 19. August wurde Pastor Dr. Hans Jürgen Milchner von der evangelisch-lutherischen St. Matthäus Kirchengemeinde in Hunteburg in den Ruhestand verabschiedet. Bei strahlendem Sonnenschein hatten es sich an diesem Sonntag viele Gemeindemitglieder nicht nehmen lassen, den Abschiedsgottesdienst gemeinsam mit ihrem langjährigen Seelsorger sowie Vertretern von Kirche und Politik im Pastorengarten zu feiern.

„Open-Air“ erklangen pünktlich um 14.30 Uhr die ersten Töne des Posaunenchores, der den Festakt mit „Hey Jude“ von den Beatles einläutete. Dann begrüßte Superintendent Hans Hentschel die Anwesenden und dankte den Ehrenamtlichen für Ihren Einsatz bei der Vorbereitung. Auch wenn Pastor Milchner bereits zum 1. Juli 2018 in den Ruhestand gegangen sei, so war es doch sein ausdrücklicher Wunsch, die offizielle Entpflichtung im Rahmen des Stiftungsfestes zu erhalten.

Als Kirchenvertreter waren neben Hentschel auch der katholische Amtskollege Marc Weber sowie die Pastoren Bodo Böhnke, Hartmut Weinbrenner, Karsten Vehrs, Pastor i. R. Klaus Haasis, Pastorin Bettina Lorenz-Holthusen und der Lektorenbeauftragte Gerd Kruse anwesend.

Die Kinder des evangelischen Kindergartens trugen gemeinsam mit der Leiterin, Julia Lichter, sowie einigen Erzieherinnen und Müttern das Lied „Ich schenk dir einen Regenbogen“ vor. Nach jeder Strophe gab es das dazu passende Geschenk für Pastor Milchner, der daraufhin einen Regenbogen, eine weiße Wolke, einen Kieselstein, einen Luftballon und, last but not least, ein Kuchenherz sein eigen nennen durfte. Geschenke, die von Herzen kamen.

Das Lied „Gott gab uns Atem“ leitete dann zum nächsten Liturgiepunkt über – einem Wechsel aus Lobpreis-Texten und Strophen des Liedes „Wo ein Mensch Vertrauen gibt“. Im Anschluss sprach Pastor Böhnke ein Gebet und das Evangelium wurde von Pastor Weinbrenner verlesen. Der Kirchenchor der St. Matthäus Gemeinde unter Leitung von Sven Streich-Bruning sang „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ und Pastor Böhnke schloss mit dem Glaubensbekenntnis an.

Goodness“ im Einsatz

Natürlich durfte bei diesem ganz speziellen Gottesdienst die Hunteburger Band „Goodness“ nicht fehlen, die in der Vergangenheit so manchen Gottesdienst von Pastor Milchner mit ihrer Musik begleitet hatte, und die nun mit ihrem Beitrag dem scheidenden Pastor ebenfalls alles Gute wünschen wollte. Mit „Es geht vorbei“ griff der Liedtitel den Anlass auf, denn für Hans Jürgen Milchner ist seine Amtszeit in Hunteburg nun auch vorbei.

In seiner Predigt sprach der Superintendent humorvoll und äußerst kurzweilig davon, dass nun zwar „der Pastor“ weg sei, Gott aber nie! Das war sein Fazit der Geschichte, die damit begann, dass ein Schild an der Kirchentür hing, auf dem stand: „Pastor nicht da. Und ich, ich bin im Garten. Gott“.

Im Garten kann es sich Pastor Milchner nunmehr im wohlverdienten Ruhestand sicher oft gemütlich machen. Insofern leitete die kleine Predigt wunderbar zum nächsten Programmpunkt über. Denn nach dem Lied „Da berühren sich Himmel und Erde“ durfte Pastor Milchner auf einem eigens für ihn zur Verfügung gestellten Stuhl vor dem Altar Platz nehmen. Superintendent Hentschel sprach ihm im Namen der Kirche Dank für sein Engagement aus, welches Hans Jürgen Milchner in seinen 27 aktiven Jahren in Hunteburg stets an den Tag gelegt habe. Das Bibelwort, welches Pastor Milchner fortan in seinem dritten Lebensabschnitt begleiten soll, lautet: „Siehe, ich bin bei euch bis an der Welt Ende“. Jesus Christus als Lebensbegleiter – ein sehr treffender Wunsch für einen scheidenden Pastor.

Abschließend hatte Hans Hentschel auch noch sein persönliches Lieblingswort „Wer unter dem Schirm des Höchsten steht…“ in die Predigt mit eingearbeitet. Und so wechselte zu guter Letzt ein „Knirps“-Schirm den Besitzer, um Pastor Milchner zukünftig immer gut zu beschirmen.

Es folgte die offizielle Entpflichtung durch den Superintendenten, der Dr. Milchner mit einem symbolischen Handschlag unter den Augen von Kirchenvorstand und den anwesenden kirchlichen Vertretern seiner bisherigen Verpflichtungen enthob. Trotzdem, so betonte Hentschel, bliebe Milchner weiterhin Pastor; denn sein Ordinationsgelübde würde weiterhin seine Gültigkeit behalten.

Der Kirchenchor wünschte musikalisch „So geh nun deinen Weg“ und Ernst Storck als Mitglied des Kirchenvorstandes sprach ein Gebet, bevor Marc Weber und Hans Hentschel jeweils mit einem Segensgebet anschlossen. Das Lied „Das du mich einstimmen lässt in deinen Jubel, oh Herr“ brachte wunderbar die allgemeine Stimmung zum Ausdruck, denn der gesamte Gottesdienst war von positiver Freude geprägt.

Nach den Fürbitten und der Kollekte, die für die St.-Matthäus-Stiftung in Hunteburg bestimmt war, spielte die Band Goodness mit „Let it be“ von den Beatles ihr letztes Lied. Hier hatten sie, ganz zur Überraschung und Freude von Pastor Milchner, eine letzte individualisierte Strophe hinzugefügt.

Tatkräftige Ökumene

Nach dem „Vater unser“, einem Schluss-Lied der Gemeinde und dem Schluss-Segen leitete Clas Schafstall zum offiziellen „Verabschiedungs-Teil“ über. Hierbei nahm Norbert Kroboth als Ortsbürgermeister von Hunteburg es mit Humor, als „Norbert Trentmann“ vorgestellt zu werden. Ein Versprecher, der natürlich schnell aufgeklärt wurde, jedoch zur allgemeinen Erheiterung der Audienz beitrug. Kroboth sprach dann sowohl für sich als auch für den ebenfalls anwesenden Gemeindebürgermeister Klaus Goedejohann und dankte Pastor Milchner im Namen der Gemeinde für die allzeit sehr gute Zusammenarbeit, für das gute Verhältnis untereinander, für die vielen gemeinsam durchgeführten Projekte und für die von Milchner allzeit gelebte tatkräftige Ökumene. Auch betonte er, dass bei all den gemeinsamen Terminen nie die berühmte „evangelische Bratwurst“ fehlen durfte. Mit dem Zitat „Lieber ein Onkel, der ein Geschenk mitbringt, als eine Tante, die Klavier spielt.“ schloss er seine Rede und überreicht dem Pastor als Abschiedsgruß einen Hunteburger Gutschein.

Auch Marc Weber hatte es sich nicht nehmen lassen, ein paar Abschiedsworte zu sprechen und Hans Jürgen Milchner persönlich und ihm Namen der katholischen Kirchengemeinde für die gemeinsame Zeit und die tolle Ökumene zu danken. Er betonte die menschliche Seite der Zusammenarbeit.

Dann sprach Clas Schafstall im Namen des Kirchenvorstandes und der Kirchengemeinde. So überreichte er ein von Margret Pattberg handgemaltes Bild, auf dem die Krippenfiguren der St. Matthäus Gemeinde zu sehen sind – sinnbildlich dafür, wie nah Gott den Menschen gekommen ist. Dieses soll laut Pastor einen Ehrenplatz im Flur seiner neuen Wohnung in Bad Iburg erhalten.

Bevor Hans Hentschel allen Anwesenden empfahl, es noch „richtig krachen zu lassen“ und der Posaunenchor mit „I will follow him“ das Schlusslied spielte, überreichten Julia Lichter und Beate Butzek stellvertretend für das gesamte Kindergartenteam noch eine handverzierte Kerze und schlossen mit einem Zitat von Kurt Tucholsky „Entspann dich, lass das Ruder los. Trudle durch die Welt, sie ist so schön“.


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