Familiäre Atmosphäre Tausende Festivalfans beim 42. Stemweder Open Air

Von Tanja Dittmann

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Stemwede-Haldem. Tausende Festivalfans haben am Freitag und Samstag beim 42. Stemweder Open Air mit Bands wie „The Travelling Stone“ und „Reis against the Spülmachine“ gefeiert. Als Headliner lockte „Russkaja“ mit Turbo-Polka und Rock-Metal.

Sie haben gehalten, was sie versprochen haben. „Russkaja“ aus Wien lieferten am Samstagabend mit fulminanter Turbo-Polka ein wahres musikalisches Feuerwerk. Besonders das von den Fans heiß erwartete Lied „Psycho Traktor“ riss die Menge mit, die vor der Bühne tobte und an der „kollektiven Bewusstseinsveränderung“ teilnahm, wie Sänger Georgij Mazakaria das gemeinschaftliche Zelebrieren des Liedes nannte. Die zusätzlich mit Bläsersatz und Geige ausgestattete Band erwies sich so als echter Glücksgriff für das Festival.

Bereits am Freitag startete das Festival mit ordentlichem Karacho. Wohl selten herrschte bei der Eröffnung der Wiesenbühne am Nachmittag schon so großer Andrang. Das Publikum erwartete „The Travelling Stone“. Und schon nach wenigen Tönen war klar, warum die fünfköpfige Band aus Bad Essen im März den Bandcontest für das „Stemweder“ gewonnen hatte. Mit modernen Rockklängen gaben sie Vollgas und ließen es richtig krachen. Die Antwort der Zuhörer ließ nicht lange auf sich warten, für die Jungs gab es reichlich Applaus und sogar jede Menge Gekreische aus den ersten Reihen. So verwunderte es nicht, dass die Forderung nach einer Zugabe im Anschluss genauso laut war. Sänger Maxi war nach dem Auftritt ganz angetan: „Es war immer unser großer Wunsch, hier zu spielen und die Erwartungen wurden absolut erfüllt. Es war mega geil, die Stimmung richtig toll und die Leute waren verdammt gut drauf. Was will man mehr?“.

Starthilfe von Böhmermann

Nach einer zweijährigen Pause feierten die Bad Essener im vergangenen Jahr ihr Comeback. Erneute Starthilfe gab es dabei von niemand anderem als Jan Böhmermann und der Redaktion des „Neo Magazin Royale“. Gitarrist Benjamin Legge wurde in der Fernsehsendung von seinen Bandkollegen überrascht und zusammen fassten sie den Entschluss, noch mal richtig durchzustarten.

Ein Händchen bewiesen auch die Organisatoren der Singer-Songwriter-Bühne. Als das Duo „Reis against the Spülmachine“ das „Sonnensystem“ betrat, herrschte großes Gedränge. Mit seinem Obstmedley und anderen Liedern über Essen und Trinken sorgten die Musiker aus Norddeutschland für Stimmung und den einen oder anderen Lacher. So wurde aus dem Lied „Halleluja“ kurzerhand „Maracuja“ und „You gotta fight for your right – Basmati!“ wurde von den Zuhörern laut mitgegrölt. Wo sonst häufig gemütlich in Sitzsäcken der akustischen Musik gelauscht wird, hielten bei dem Auftritt keine Füße still. (Weiterlesen: Polizei zieht positive Bilanz zum Stemweder Open Air 2018)

Verschiedene Genres

Insgesamt erstreckte sich die musikalische Bandbreite über die verschiedensten Genres, für jeden Geschmack war etwas dabei. Doch für die meisten Besucher standen die Musik-Combos gar nicht im Mittelpunkt. „Ich bin hier nicht so unter Druck gesetzt, unbedingt Bands zu sehen. Bei großen Festivals, für die man viel Geld bezahlt, hab ich diesen Druck, dann auch möglichst viele Bands zu sehen. Hier bin ich freier und kann einfach in der familiären Atmosphäre mit meinen Freunden das Festival genießen und Leute kennenlernen. Das ist das Tolle beim Stemweder,“ erzählt Lucas, der aus Bremen angereist ist. Wo wenige Stunden später feierwütige Fans Party machten, hockte er mit Freunden auf den Brettern des Rockzelts und beobachtete das Festivalgeschehen. Optisch zog Lucas im knallgelben Outfit mit Sonnenbrille und Wackelaugen auf der Stirn aber auch selbst Blicke auf sich. Wie so typisch für das Stemweder, war auch er am Wochenende kostümiert unterwegs. „Ich bin Jake, der kleine Hund aus Adventure Time, der zaubern kann“. Auf dem gesamten Gelände begegnete er unter anderem noch Bananen, Einhörnern, Feen, Bären und sogar einem T-Rex. Und nicht nur vor den Bühnen wurde mächtig die Sau raus gelassen, auch auf dem weitläufigen Campingplatz herrschte Leben. Mit laut aufgedrehten Musikanlagen und kreativ gestalteten Tanzflächen eröffneten manche Camper direkt ihre eigene Tanzfläche.

350 Helfer

Bei so vielen feierlaunigen und glücklichen Menschen zeigte sich auch Wilhelm Lindemann vom Organisationsteam am Abend bestens gelaunt. „Die bisherige Resonanz ist absolut positiv, es ist stimmungsmäßig toll und das Wetter ist ideal. Organisatorisch hat auch alles geklappt und das liegt vor allem an den vielen Ehrenamtlichen, die immer zur Stelle sind.“

Punkrock up Platt: „De Schkandolmokers“ eröffneten am Freitag die Waldbühne und lockten bereits zahlreiche Fans zum Mitgröhlen der plattdeutschen Texte zu ihrem Auftritt an. Foto: Tanja Dittmann

Rund um das Umsonst&Draußen-Festival waren 350 Helfer im Einsatz.


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