Ausstellung im Dümmer-Museum Bilder aus längst vergangener Zeit in Lembruch

Von Christa Bechtel

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Lembruch. Mit seiner Holzplattenkamera fotografierte Dr. Hermann Reichling (1890-1948) Vögel, Häuser, Gelege, Landschaften und Menschen am Dümmer oder den Torfabbau im Venner Moor.

1936 bis 1945 bekam er einen Forschungsauftrag am Dümmer zur Erforschung der Veränderung der Tier- und Pflanzenwelt. Dadurch gibt es einen wahren Schatz an Bildern, von dem jetzt ein kleiner Teil in der Sonderausstellung „Vogelfänger, Venntüten und Plaggenstecher – Natur und Landschaft vor 100 Jahren“ im Lembrucher Dümmer-Museum zu sehen ist. Venntüten sind übrigens Brachvögel.

Oberster Naturschutzbeauftragter

Reichling war aber auch Direktor des Naturkundemuseums (heute LWL-Museum für Naturkunde) und des Zoos Münster, Oberster Naturschutzbeauftragter und passionierter Jäger.

Als Wanderausstellung konzipiert – letzte Station ist das Dümmer-Museum – werden nicht nur Fotos, sondern auch Filme präsentiert. Zur Vernissage führte Dr. Bernd Tenbergen, Kustos der Ausstellung und Mitarbeiter des LWL-Museum für Naturkunde, mit einem Bildervortrag in die Ausstellung ein.

Westfälischens Museumsamt

„Wir haben uns bei einem Vortrag über Hermann Reichling in Lohne kennengelernt. Ich habe Sabine Hacke dann zur Ausstellungseröffnung nach Münster eingeladen. So ist der Kontakt zum Westfälischen Museumsamt des Landschaftsverbandes entstanden, das letzte Woche die Ausstellung hier mit Leihgaben – Vögel, Kameras, Medienstationen… - aufgebaut hat“, erläuterte Bernd Tenbergen im Gespräch mit unserer Zeitung,

„Ich darf Sie zur Eröffnung einer ganz außergewöhnlichen Ausstellung begrüßen“, hob denn auch Sabine Hacke die Besonderheit der Schau hervor. Vor etwa zwei Jahren habe das Dümmer-Museum sich bereits darum bemüht, „dass es auch eine Station sein darf, wollte, musste“, sagte sie schmunzelnd und ergänzte mit Blick auf das Grenzgebiet: „Musste, weil Musik, Kultur und Natur kennen keine politischen Grenzen.“

Rund 9000 Glasplattennegative

Die Ausstellung ist aus Bildmaterial des LWL-Museum für Naturkunde Münster entstanden. „Die lagen dort seit vielen Jahren; einzelne Bilder sind immer mal wieder genutzt worden, auch in Veröffentlichungen“, definierte Bernd Tenbergen. Zudem sei Bildmaterial der Familie Reichling hinzugekommen, so der Kustos, der namentlich die zahlreichen Unterstützer der Ausstellung aufzählte. Rund 9000 Glasplattennegative seien 2015 gescannt und erschlossen worden, aber nur ein kleiner Teil in die Ausstellung eingeflossen.

Zehn Jahre am Dümmer tätig

Hermann Reichling sei fast zehn Jahre am Dümmer tätig gewesen. „Er hat in einer kleinen Forschungshütte gearbeitet“, wies Tenbergen auf das entsprechende Bild, der kurz auf die Vita des in Heiligenstadt Geborenen einging. „Im Naturkundemuseum hat er Vögel präpariert“, so der Referent. Dadurch sei Reichling mit 29 Jahren der jüngste Museumsdirektor in Deutschland gewesen. Tenbergen: „Er gilt auch als Begründer des Naturschutzes. Denn er hat Konzepte zusammen mit seinen Fotos für den Naturschutz in Gesamt-Nordwestdeutschland entwickelt.

Reich bebilderter Katalog

Der reich bebilderte Katalog ist im Museumsshop für 14,95 Euro erhältlich. Zudem gibt es das Buch „Naturfotograf und Naturschutzpionier – Die Fotosammlung Dr. Hermann Reichling (1890-1948)“. Weitere Reichling-Bilder findet man unter www.reichling-fotosammlung.lwl.org.

Bis zum 28. Oktober kann die interessante Ausstellung dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr im Dümmer-Museum Lembruch besucht werden.


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