Kein Förderantrag im Jahr 2018 Bohmter treten beim Bewegungsband auf die Bremse

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Derzeit steht die Ampel für den Antrag zur Förderung des Bewegungsbandes Bohmte auf Rot. Das Stoppzeichen gilt aber nur für den Antragstermin 15. September 2018. Foto: Karin KemperDerzeit steht die Ampel für den Antrag zur Förderung des Bewegungsbandes Bohmte auf Rot. Das Stoppzeichen gilt aber nur für den Antragstermin 15. September 2018. Foto: Karin Kemper

Bohmte. Der Beschlussverschlag der Bohmter Ortsratsmitglieder lautet kurz und knapp: Der Ortsrat empfiehlt, für das Projekt Bewegungsband für den nächsten Stichtag am 15. September 2018 keinen Förderantrag im Rahmen des Dorfentwicklungsprogramms zu stellen.

In der Sitzung des Ortsrates stand die Frage, wie sich das Prozedere rund um die Realisierung des Bewegungsbandes gestalten soll, im Mittelpunkt. Bereits im Vorfeld hatte sich abgezeichnet, dass es schwierig werden würde, einen erfolgversprechenden Antrag einzureichen, der die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde nicht sprengt. In der Arbeitskreissitzung im Bohmter Kotten waren Mitglieder, Offizielle und Gäste von der durch das Planungsbüro errechneten Gesamtsumme überrascht worden. Ein Betrag von 4 Millionen Euro für Mehrgenerationenspielplatz, Schulgelände, Kunstrasenplatz und Bereich am Kotten stand im Raum.

Utopische Vorstellung

Bereits direkt nach der Arbeitskreissitzung folgte eine Besprechung in kleiner Runde. Dabei wurde erörtert, was für das Projekt Bewegungsband wirklich benötigt werde. Erste Gemeinderätin Tanja Strotmann: „Das Vorgestellte ist utopisch und geht weit über den gestellten Auftrag hinaus. Da werden wir noch einmal drastisch kürzen müssen.“ In der Ortsratssitzung sagte Strotmann: „Von der Summe waren wir genauso überrascht wie alle anderen. Wir sind nicht vorher informiert worden.“ Und inzwischen habe das Planungsbüro signalisiert, dass der Betrag nur sehr schwer zu reduzieren sei, wenn Konzept und Vorstellung realisiert werden sollten. Dabei habe die vorgegebene Summe im Realisierungswettbewerb bei 1,2 Millionen Euro gelegen.

Gründlichkeit hat Vorrang

Ortsbürgermeister Thomas Rehme verwies darauf, dass keine veränderte Planung bis zum 15. September des Jahres hinzubekommen sei. Er unterstrich, dass alle Teilbereiche betroffen seien und erinnerte daran, dass Gründlichkeit wie bei der Planung der Friedhofserweiterung ein gutes Ergebnis gebracht habe, vieles stark verändert worden und das seine Zeit gebraucht habe.

Schweren Herzens

Mathias Westermeyer sprach sich schweren Herzens dafür aus, in diesem Jahr keinen Antrag zu stellen. Er machte seinem Ärger Luft, dass letztlich ein Entwurf abgegeben worden sei, bei dem die Wettbewerbsobergrenze von 1,2 Millionen Euro nicht zu halten sei. Es gelte nun, sich mit Eltern und Schule abzusprechen, welche Planungen rund um den Schulhof am wichtigsten seien. Da viel Erde und Sand bewegt werden müsse, lasse sich ein solches Projekt nicht innerhalb weniger Wochen neu planen.

Kosten dürfen nicht ausufern

Thomas Gerding sagte: „Bevor nach dem Rasenmäherprinzip überall etwas abgestrichen wird, stellen wir den Antrag besser erst im September 2019.“ Rolf Flerlage unterstrich, dass die Beteiligung der Öffentlichkeit an den Planungen sehr transparent und gut verlaufen sei. Als nicht unproblematisch bezeichnete er es, dass in dem Prozess immer neue Ideen formuliert worden seien. Flerlage: „Ich finde gut, dass aufgezeigt wurde, was es kostet, alle „Wünsche zu realisieren. Jetzt bleibt Zeit, einen Vorschlag zu machen, der finanziell zu realisieren ist.“ Außerdem erinnerte Flerlage daran, dass noch nicht geklärt sei, werden den Mehrgenerationenspielplatz unterhalte, was das koste und wer Reparaturen trage. Weiter hieß es: „Eine Ausuferung der Kosten kann ich nicht gut heißen.“

Ehrlich mit Kosten umgehen

Ortsbürgermeister Thomas Rehme erinnerte daran, dass die Kosten für die neue Bushaltestelle an der Schulstraße in der Kostenaufstellung nicht fehlten. Er sagte: „Gut, dass wir uns einig sind, den Prozess zu stoppen und neu zu denken. Wie sind noch nicht so weit, uns mit Unterhaltungskosten zu befassen. Wir haben jetzt ein Jahr Zeit.“ Flerlage forderte, klare Vorgaben zu erarbeiten, mit den Kosten ehrlich umzugehen und zu klaren Ergebnissen zu kommen.

Einstimmiger Entschluss

„Ich bin sehr froh, dass wir zu einem einheitlichen Ergebnis kommen“, betonte Bodo Lübbert. Rehme ergänzte: „Wir sind alle Realisten.“ Der Beschluss, auf den Förderantrag im Rahmen des Dorfentwicklungsprogramms für das Bewegungsband zum 15. September 2018 zu verzichten, erfolgte einstimmig. Am 15. August tagt der Verwaltungsausschuss der Gemeinde Bohmte, der die endgültige Entscheidung treffen muss.


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