Interview mit Helmut Stenzel Engagement für Sport mit Behinderten in Bohmte

Von Winfried Beckmann

Helmut Stenzel, Vorsitzender des VFG Bohmte. Foto: Winfried BeckmannHelmut Stenzel, Vorsitzender des VFG Bohmte. Foto: Winfried Beckmann

Bohmte Für Sport mit Behinderten hat sich Helmut Stenzel als Aufgabe mit seinem VFG Bohmte in seinem zweiten Leben entschieden. Bis auf einen Tag in der Woche dreht sich das Leben des 72-Jährigen um „seinen“ Verein in Sachen Fitness und Gesundheit, wie er in der Reihe der Interviews mit 1. Vorsitzenden der Wittlager Sportvereine bekennt.

Herr Stenzel, als Rentner mit damals 60 Lenzen haben sie ihren VFG Bohmte gegründet und damit ein neues Leben gestartet. Ganz schön mutig...

Nein. Wir leben ja nicht erst seit heute. Ich bin seit 1967 im Sport aktiv, war 50 Jahre im TV Bohmte in verschiedenen Ämtern tätig, bis mir die Politik in dem Verein nicht mehr passte. Deswegen haben wir den Verein für Fitness und Gesundheit gegründet, weil wir was für Menschen tun wollten, die eine Behinderung haben.

Das sieht wie und wo für wen aus?

Behinderte heißt nicht geistig Behinderte. Behinderung heißt auch Handicap wie Schlaganfall. Es gibt ganz viel Reha-Sport, zum Beispiel auch für den, der Rücken hat. Deshalb bieten wir Reha-Sport an, zum Beispiel viermal in der Woche auch im Schwimmen und dreimal mit Wassergymnastik. Dazu gehören neben dem Übungsleiter, der einen Schwimm-Schein braucht, auch Retter mit einer Extra-Lizenz.

Also eine personell sehr intensive und aufwendige Sache.

Das läuft auch über Rezept vom Arzt und wird über Krankenkassen abgerechnet. Wir haben entsprechend lizenzierte Übungsleiter und gehen teilweise in Einrichtungen wie Altenheim, aber auch in die große Halle an der Jahnstraße.

Dann gehen Sie gezielt auf Menschen zu, die ein Handicap, eine Behinderung und auch ein Transportproblem haben, die sonst vielleicht nicht den Weg zum Sport finden würden?

Wir sind ein anderer Sportverein. Wir gehen dahin, wo die Leute sind, die Reha machen wollen, zum Beispiel zur Gruppe Hüsede nach Bad Essen, nach Belm zu einer Gruppe Gymnastik mit geistig Behinderten, ins Altenheim zur Reha. Wir haben mehr mit Einzelfällen zu tun, für den wir da sind.

Dann war der Fußball im Ligabetrieb nur ein Versuch, von dem Sie sich während der letzten Saison verabschieden mussten?

Da kamen welche auf uns zu, die einfach spielen wollten, die woanders die vierte Mannschaft gewesen wären. Da haben wir ja gesagt, und es lief auch erst gut, aber dann gab es viele Verletzte, andere konnten nicht mehr. Wir wollten keine Strafen zahlen, und dann hat sich die Mannschaft selbst aufgelöst.

Und was tut sich baulich in Ihrer Anlage?

In dem Bau wird eine Kletterwand für Fitness gebaut, gerade auch für Menschen, die schlecht zu Fuß sind. Da wird der ganze Körper geschult. Das soll noch in diesem Jahr fertig werden.


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