Pfandsystem bei der Ausleihe Engagierte Schüler organisieren in Bohmte bewegte Pausen

Von Karin Kemper

Die „Bewegte Pause“ der Bohmter Oberschule hat jede Menge Gerätschaften für die Kinder und Jugendlichen parat. Dafür, dass die Ausleihe reibungslos läuft, sorgt ein Organisationsteam (einige fehlen auf dem Bild). Foto: Karin KemperDie „Bewegte Pause“ der Bohmter Oberschule hat jede Menge Gerätschaften für die Kinder und Jugendlichen parat. Dafür, dass die Ausleihe reibungslos läuft, sorgt ein Organisationsteam (einige fehlen auf dem Bild). Foto: Karin Kemper

Bohmte. Das Wort Langeweile dürfte im neuen Schuljahr in der Bohmter Oberschule in den Pausen zum Fremdwort werden. Der Grund: Die Jugendlichen können allerlei Geräte, Fahrzeuge und Spielmaterial im „Bewegte Pause“-Raum ausleihen.

Wie aber ist es überhaupt zu diesem Angebot gekommen? Eine Schülerin, die zum Team gehört, das sich um die geordnete Ausleihe kümmert: „Wir konnten auf dem Schulhof nichts machen. Wir mussten sogar die Bälle für die Tischtennisplatte draußen selbst mitbringen.“

Schnell Freiwillige gefunden

Sportlehrer Kilian Zimmermann fragte herum, ob Schüler bereit wären, sich um die Gerätschaften zu kümmern. Das war der erste Schritt. Freiwillige fanden sich und statteten dem Ema-Gymnasium in Osnabrück einen Besuch ab, um zu erleben, wie dort die Ausleihe funktioniert. Schließlich ist es wichtig, dass die Geräte immer wieder zur Ausgabe zurückgebracht werden.

Schülerkiosk hilft bei Anschaffungen

Inzwischen ist dem Bohmter Team klar: „Wir sind mit den Sachen, die bei uns zur Verfügung stehen, gut dabei.“ Von den größeren Sachen wie etwa dem Liegefahrrad oder dem Dreiecksroller haben die Bohmter sogar schon die Nase vorn. Das ist auch darauf zurückzuführen, dass Geld, das im alten (und nicht bestehenden) Schülerkiosk, wo Brötchen an Mitschüler verkauft worden waren, in das neue Projekt geflossen ist. So oder so lautet das Motto: „Von Schülern für Schüler“. Aus Osnabrück nahmen die Jugendlichen den Tipp mit, „was Vernünftiges“ zu kaufen.

Ausleihe gegen Pfand

Entscheidend für das Funktionieren der Bewegten Pause ist, dass es für die Ausleihe klare Regeln gibt. So erfolgt die Ausleihe nur gegen ein Pfand (Mensakarte, Schülerausweis), so dass sich schnell feststellen lässt, wenn ein Gerät fehlt. Konrektorin Mareike Siegmann erinnert sich daran, dass es in der Schule schon einmal eine Kiste mit Spielgeräten gegeben hat. „Wir hatten aber keine Übersicht, wer was hatte...“

Schüler mit Engagement

Ganz anders läuft es jetzt. Siegmann: „Es ist toll zu sehen, wie schnell sich mit engagierten Schülern etwas auf die Beine stellen lässt.“ Zum Team gehören aktuell Jule Schubert, Alina Moor. Sina Dunkhorst, Anne Dunkhorst. Jana Fercho, Jennifer Block, Regina Ohl, Sarah Nestler. Luis Nickel, Tobias Bergmann und Marie Knollhoff. Schon Viertklässler hätten beim Kennenlerntag angefragt, ob sie Dienst tun dürften, berichtet Siegmann. Und die neuen Fünftklässler zeigten sich dabei vor den Sommerferien von den Angeboten der „Bewegten Pause“ begeistert – ebenso ihre Eltern.

Aktionen geplant

Ideen, wie das Ausleihen in der Oberschule am besten funktioniert, haben die Jugendlichen jede Menge. So könnte es demnächst einen Mädchentag geben. Denn bei den Testläufen hat sich gezeigt, dass meist die Jungen beim Ausleihen einfach schneller sind... Und es gebe auch noch Schüler, die sich nicht so recht trauen.Im Rahmen des Ganztagsunterrichts ist die Mittagspause naturgemäß die längste Pause. Zunächst wird gegessen, die restliche Zeit kann zum Spielen genutzt werden. Und Spielen ist bekanntlich nicht nur einfach Beschäftigung, sondern erfordert beim Umgang mit Bällen (davon gibt es jede Menge), Hüpfstock oder Dreiecksroller jede Menge Koordination.

Klare Regeln

Für jedes Teil gibt es eine eigene Karte. Erfolgt die Ausleihe, kommt das Pfand in das Jahrgangskästchen. Kommt das Teil unversehrt zurück, kommt es wieder in den Gesamtkasten. Zu den Regeln gehört, dass jeder mit den ausgeliehenen Geräten ordentlich umgehen muss. Ganz eindeutig heißt es außerdem: „Wer sich nicht an die Regeln hält oder die Anweisungen der Schüler in der Ausleihe nicht beachtet, verliert das Recht, sich Geräte ausleihen zu dürfen.“


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