Zu starke Sonne am Gewässer Badeverbot wegen Blaualgen: So ist die Situation am Dümmer

Von Frederik Tebbe


Lembruch. An den beiden Badestränden des Dümmers in Lembruch herrscht derzeit Badeverbot. Grund ist eine zu starke Verunreinigung des Wassers durch Blaualgen.

Die rote Fahne weht in Lembruch. Sie steht für: Badeverbot. Denn die Blaualgenbelastung an den dortigen Dümmer-Badestränden ist derzeit zu hoch. Die durch zu viele Nährstoffe im Wasser entstehenden und bei starker Sonneneinstrahlung wachsenden Algen trüben das Wasser. Sie entziehen dem Dümmer den Sauerstoff. Entsprechend faulig riecht es an Niedersachsens zweitgrößtem Badesee, dessen Ufer die schleimigen Algen säumen und die Wasseroberfläche teilweise bedecken.

Der Strand an der Seestraße ist am Donnerstagmittag so gut wie ausgestorben, was einerseits an der starken Mittagshitze liegen dürfte, andererseits eben daran, dass der Seebesuch derzeit keine Abkühlung erlaubt. Lediglich ein Paddelboot ist auf dem Gewässer auszumachen. Immerhin: Am Strand liegt ein einsames Planschbecken, ein wenig mit Wasser gefüllt. Ein kleiner Badetrost.

Hinweisschilder

Schon seit einiger Zeit stehen an den Dümmer-Stränden Hinweisschilder, die vor den Blaualgen im See warnen und auf denen das Diepholzer Gesundheitsamt Ratschläge gibt. Das Amt empfiehlt, beim Bad in durch die Algen getrübtem Wasser möglichst wenig Wasser zu schlucken und sich anschließend gründlich abzuduschen. Aufs Baden solle verzichtet werden, wenn man knietief im Wasser steht und die eigenen Füße nicht mehr sehen kann. Sind dicke, grünlich-blaue Algenmatten am Ufer zu sehen und ist zudem Gestank zu vernehmen, sollen sich die Badegäste unbedingt vom Wasser fernhalten und das Badeverbot beachten. Die Blaualgen können hautreizend oder gar giftig wirken. Massenansammlungen von Algen wie in Lembruch können wind- und wetterabhängig sein. Aufgrund der starken Sonneneinstrahlung haben sich die Algen gebildet, der Wind treibt sie ans Ufer.

Dorit Döpke, die beim IWW Nord in Diepholz, einem Labor für Wasseranalytik, arbeitet und dem Gesundheitsamt Diepholz in allen Fragen zur Wasserhygiene zur Seite steht, weist zudem darauf hin, dass das Verschlucken größerer Blaualgenmengen gesundheitsschädigend etwa auf das Nervensystem, die Leber oder den Margen-Darm-Trakt wirken könne. „Mögliche Folgen wären unter anderem Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Schwindel. Eine Gefährdung besteht ganz überwiegend an den Gewässerrändern, da es hier bei auflandigem Wind zu einer starken Konzentration der Algen kommen kann. Kleinkinder sind besonders gefährdet, da sie oft am Uferrand spielen und vor allem in Relation zu ihrem Körpergewicht viel verschlucken.“

Aufhebung des Verbots noch nicht absehbar

Döpke kann noch nicht absehen, wann das Badeverbot wieder aufgehoben werden wird. „Wir führen gemeinsam mit der Samtgemeinde Lemförde täglich Sichtkontrollen durch. Erst wenn eine eindeutige Besserung zwei Tage in Folge zu erkennen ist, zum Beispiel keine Schlierenbildung mehr auftritt und die Sichttiefe wieder deutlich besser ist, können wir das Badeverbot aufheben. Unsere Erfahrungen zeigen, dass dies von der Witterung und den Winden abhängig ist und somit keine Vorhersagen getroffen werden können.“ Döpke zufolge wurden am Donnerstag Baggerarbeiten an den betroffenen Badestellen in Lembruch durchgeführt, damit wieder ein besserer Wasseraustausch stattfinden kann.

Im Gegensatz zu den Stränden in Lembruch wehte am Dümmer-Badestrand in Hüde am Donnerstag noch die gelbe Fahne – das Wasser dort war sauber genug. Es durfte gebadet werden.


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