Streichungen erforderlich Mit so hohen Kosten haben die Bohmter nicht gerechnet

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Bohmte. „Wenn wir es schaffen, dass Gesamtprojekt im Förderzeitraum zu verwirklichen, ist das sportlich“, sagte Erste Gemeinderätin Tanja Strotmann am Tag nach der Sitzung des Arbeitskreises Dorfentwicklung. Dort hatte Planerin Gudrun Lang Erläuterungen zu dem „inhaltlich geschärften“ Plan zum Bewegungsband Bohmte gegeben.

Bei der Begrüßung der rund 40 Teilnehmer verwies Strotmann darauf, dass der Antragsstichtag 15. September schneller da sei als man meine. Es gelte zu überlegen, wie die Anträge am besten gestückelt werden könnten. Ziel sei, den bestmöglichen Erfolg für alle Bereiche anzusteuern.

Ein spannendes Projekt

Untergliedert ist das Bewegungsband in Teile: Mehrgenerationenplatz, Schulhof, Muße- und Erholungsfeld, Kotten und Jugendtreff sowie Kunstrasenplatz. Zu Gast in der Runde war Uwe-Heinz Bendig (Dezernatsleiter beim Amt für regionale Landesentwicklung – ArL – Geschäftsstelle Osnabrück). Er sagte: „Das Bewegungsband ist ein ganz, ganz spannendes Projekt der Dorfentwicklung. Er verwies darauf, dass ein bisschen Unruhe in der Gemeinde aufgekommen sei, weil das Jahr 2018 in Sachen Fördermittel nicht wirklich gut gelaufen sei. Ein entscheidender Grund sei die verzögerte Verabschiedung des Bundeshaushaltes gewesen. Bendig: „Der ist nun durch. Jetzt rechnen wir mit normalen beziehungsweise sogar erhöhten Ansätzen, weil das Land Niedersachsen die Mittel ausweitet.“

Töpfe gut gefüllt

Er betonte: „Die Chancen für Großprojekte stehen nicht schlecht, weil die Töpfe gut gefüllt sind.“ Bendig zeigte sich zuversichtlich, dass die Anträge rund um das Projekt Bewegungsband Bohmte gut bepunktet würden. Das wiederum ist entscheidend, um bei der Förderung gegenüber Mitbewerbern zum Zuge zu kommen.

Von den Zuhörern kam die Frage, wie die Bewilligung vor sich gehe. Bendig: „Es kann sein, dass zwei Anträge genehmigt werden und der dritte im laufenden Jahr nicht.“ Deshalb falle er aber nicht aus der möglichen Förderung komplett heraus, sondern er können zum nächsten Antragszeitpunkt wieder eingereicht werden.

Vielfältige Informationen

Die Landschaftsplanerin Gudrun Lang gab vielfältige Informationen dazu, wie der Mehrgenerationenplatz aussehen könnte. Gewählt seien zwei Themen, die für Bohmte stehen: die frühere Zeche Beharrlichkeit und der Bohmter Kotten. Dazu passten ein Förderturm als Spielgerät ebenso wie das Thema Landwirtschaft, dass ohne Tiere thematisiert werde. Netz- und Schwunganlagen für anspruchsvolle Bewegungen seien ebenfalls eingeplant. Ein Problem, so Lang, stelle der barrierefreie Übergang entlang der verbindenden Bewegungsbandes zum Schulhof dar. Auf dem Schulgelände sollen ein Spielfeld, ein Bewegungsareal und ein Klassenzimmer im Freien entstehen. Der Lehrer- und Besucherparkplatz wird verlegt, an der Bushaltestelle soll ein kreativer Wartebereich entstehen.

Muße- und Erfahrungsfeld

Zum Muße- und Erfahrungsfeld solle eine Fitnessanlage ebenso gehören wie eine Überdachung am Jugendtreff als zentraler Wunsch. Die vorhandenen Parkplätze sollen einen neuen Belang und eine neue Bepflanzung erhalten. Zum Bewegungsband gehört eine durchgehende Beleuchtung.

Die abschließende Frage der Planerin: „Vermissen Sie noch etwas?“ wurde sofort beantwortet: „Den Kunstrasenplatz“. Die entscheidende Frage stellte Mathias Westermeyer: „Wie sieht der Kostenplan aus?“ Die Zahlen, die Hilke Wiest vom Fachbüro pro-t-in, das die Anträge schreibt, nannte, beeindruckten die Zuhörer. Für das Gesamtprojekt, einschließlich Kunstrasenplatz, hatte die Planerin einen Betrag von Brutto rund 4 Millionen Euro errechnet. Lang sagte: „Streicht oder sagt wir gegen den Weg schrittweise.“ Sie bezeichnete den Schulhof als größte Kraftanstrengung, weil dort viel verändert und entsprechend Material entsorgt werden müsse.

Nachdem sie die Zahlen genannt hatte, sagte Wiest: „Das sind immense Summen, mit denen niemand so gerechnet hat.“ Die Politik müsse beraten, wie damit umgegangen wird. Am 8. August tagt der Ortsrat Bohmte, am 15. August der Verwaltungsausschuss. Auch die Erste Gemeinderätin zeigte sich von der Mordssumme, die die Berechnungen ergeben hatten, geschockt. Sie fragte: „Muss es so luxuriös sein?“

Besprechung in kleiner Runde

Direkt nach der Arbeitskreissitzung folgte eine Besprechung in kleiner Runde. Dabei wurde der Frage nachgegangen, was für das Projekt Bewegungsband wirklich benötigt werde. Strotmann: „Das Vorgestellte ist utopisch und geht weit über den gestellten Auftrag hinaus.“ Sie unterstrich: „Da werden wir noch einmal drastisch kürzen müssen.“


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