Jubiläumsaktionen bis 29. Juli Festwoche am Dümmer-Museum in Lembruch

Von Christa Bechtel

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Lembruch. 50 Jahre Dümmer-Museum Lembruch. Mit einem offiziellen Festakt wurde dieser runde Geburtstag vor einigen Tagen begangen. Die Festwoche zum Jubiläum läuft noch bis Sonntag, 29. Juli.

Währen der offizielle Feierstunde erlebte der von den Archäologen Hans Joachim Behnke und Thorsten Helmerking, konstruierte Nachbau eines neolithischen Einbaums seinen Stapellauf. Getauft wurde das Boot von Revierförsterin Anne Wittenberg aus Bohmte, die die niedersächsischen Landesforsten im Norden des Landkreises Osnabrück zwischen Rulle, Damme, Dümmer und Bad Essen betreut.

Eine Sonderausstellung

Verbunden mit dem Jubiläum ist nicht nur eine Festwoche bis Sonntag, 29. Juli, sondern auch eine Sonderausstellung im Museum. Diese beinhaltet einen bebilderten Rückblick auf die letzten 50 Jahre, mit etwas Vorgeschichte. „Weil der ehemalige Trägerverein, der Heimat- und Verschönerungsverein Lembruch erklärt, wie er überhaupt an das Geld und die Überlegung gekommen ist, warum man hier ein Museum haben möchte“, sagt Museumsleiterin Sabine Hacke – und weist auch gleich auf die Chronik, die sie im Auftrag des Dümmer-Museums mit Lewis Wellbrock herausgegeben hat.

Farbenfrohes Plakat

Des Weiteren gibt es ein wunderschönes farbenfrohes Plakat. „Freunde des Museums und vor allem regelmäßige Besucher des Museumssalons haben eine Idee aufgegriffen und 13 mal 13 große Originalbilder gemalt. Die haben wir zu einem Poster zusammengestellt, das erst zur Jubiläumsfeier veröffentlicht wurde“, erläutert die Leiterin, dass dieses große wunderbare Bild nun Unikate von Profis, aber auch von Kindern zeigt. Und: „Das Poster ist im Dümmer-Museum erhältlich.“

Lebendig und authentisch

Mit viel Esprit suchte Sabine Hacke zudem für die Festwoche die verschiedenen Archäologen/Referenten aus ganz Deutschland aus. „Um unsere gemeinsame Vorgeschichte möglichst lebendig und authentisch vermitteln zu können“, stellt sie ihre Intention dar. Unisono seien es alle Fachleute. „Die sowohl hervorragend mit Kindern umgehen können, wie auch mit Erwachsenen. Und ihre handwerklichen Fähigkeiten, also die Archäotechnik vorführen können“, betont die Museumsleiterin.

Formen für den Bronzeguss

Gerade sind Thorsten Helmerking und Hans Joachim Behnke dabei, um in einer Grube Formen für den Bronzeguss auszubrennen. „Der findet am Freitag und Samstag, 27. und 28. Juli hier statt, wo wir ein paar Schwerter gießen werden“, sagt Behnke. Weiter erklärt er: „Zwei Formen sind aus Ton. Auf eine Art und Weise, wie man es tatsächlich bronzezeitlich gemacht hat, nämlich aus Ton, menschlichen Haaren, Pferdemist und Sand zusammengerührt. Die brennen so aus, dass die Haare und der Mist verbrennen, sodass das wie Zwieback wird. Wenn man dann die heiße Bronze hineingießt, kann die Luft entweichen und alle Reaktionsgase, die sich bilden können raus, ohne dass die Form kaputtgeht“. Die anderen Formen seien aus Tennissand und Gips gefertigt, so Behnke.

In der Steinzeit gemacht

Derweil fertigt Archäologin Cornelia Lauxmann aus Tübingen mit den Kindern Schmuck. „So wie man ihn in der Steinzeit gemacht hat. Wir durchlochen Muscheln, zwar nicht mit Bohrern, sondern wir schleifen sie auf Sandsteinplatten. Weiter machen wir Perlen aus Holunderholz und fügen Federn hinzu“, zählt sie die Arbeitsschritte auf. Außerdem stellt die Tübingerin Flöten her, denn: „In der Steinzeit haben die Menschen nicht nur gearbeitet, sondern sie haben auch schöne Dinge gemacht, unter anderem Musik“, sagt sie lächelnd und weist auf ihre kleinen Kuckucksflöten.

Durchgehend arbeite sie mit Materialien wie in der Steinzeit, so die Museumspädagogin. Nebenan stellt Archäologe Wulf Hein aus Birstein Jagdwaffen her, die den 12-jährigen Tizian aus Herford sehr interessieren. Eben schaut er Hein über die Schulter, wie der mit zwei Steinen Feuer entfacht.

Sachsenhof Greven

Bis Sonntag, täglich von 11 bis 17 Uhr werden zum Beispiel Vereinsmitglieder vom Sachsenhof Greven, die Urkeramische Werkstatt Wacherow oder das Aurea-Aetas Team und natürlich Behnke und Helmerking sowie weitere Archäologen jede Menge Wissenswertes den Besuchern vermitteln.


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