Warnschilder aufgestellt Was tun gegen Blaualgen am Dümmer See?

Von Frederik Tebbe


Hüde. Der Landkreis Diepholz hat derzeit Warnschilder am Dümmer aufgestellt. Darauf weist er die Badegäste auf Blaualgen hin, die im See wachsen, und was es dabei zu beachten gilt. Hans-Heinrich Schuster vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) erklärt, was gegen die Blaualgenbelastung getan werden kann.

An den Badestränden am Dümmer, etwa in Hüde, warnen Hinweisschilder derzeit vor Blaualgen im See. Darauf heißt es, die Algen vermehren sich stark bei warmen Temperaturen oder hohen Nährstoffeinträgen und können hautreizend oder gar giftig wirken. Das Diepholzer Gesundheitsamt empfiehlt, beim Bad in durch die Algen getrübtem Wasser möglichst wenig Wasser zu schlucken und sich anschließend gründlich abzuduschen. Aufs Baden solle verzichtet werden, wenn man knietief im Wasser steht und die eigenen Füße nicht mehr sehen kann. Sind dicke, grünlich-blaue Algenmatten am Ufer zu sehen und ist zudem Gestank zu vernehmen, sollen sich die Badegäste unbedingt vom Wasser fernhalten und das Badeverbot beachten.

Zwar bewertet das Gesundheitsamt die Gewässerqualität in Hüde als ausgezeichnet, diese Einstufung beziehe sich jedoch nur auf die Konzentration von Darmkeimen im Wasser. Blaualgen spielen bei dieser Einstufung keine Rolle. Die Stellen mit hohem Blaualgenaufkommen werden allerdings regelmäßig überprüft.

„Kein dramatisches Thema“

Hans-Heinrich Schuster von der NLWKN-Fachbehörde Dümmer zufolge habe sich die Situation am Dümmer inzwischen beruhigt. Als die Schilder zwischen der vorletzten und letzten Woche aufgestellt worden sind, haben sich witterungsbedingt viele dieser Algen gebildet und sie sind durch den Wind zusammengeschoben worden. Die auffällige Blaualgenbelastung sei inzwischen wieder verschwunden. „Zur Zeit eskaliert das nicht“, sagt er. Es sei „kein dramatisches Thema“, nicht zu vergleichen mit der Situation am Dümmer 2011, als durch hohe Algenbelastung zahlreiche Fische gestorben sind. Blaualgen können in jedem eutrophen See – also Gewässern mit hohem Phosphatgehalt – auftreten. Schuster ist sicher, dass das Gesundheitsamt bei seiner nächsten Prüfung des Wassers bessere Werte vorfinden wird. Und auch das Amt weist auf den Schildern darauf hin, dass Massenansammlungen der Algen wind- und wetterabhängig seien. Diese „können sich von einem auf den anderen Tag wieder auflösen“.

Sanierungskonzept

Der NLWKN arbeitet seit 2012 mit einem Sanierungskonzept für den Dümmer daran, den Nährstoffgehalt im Wasser zu reduzieren. „Aber das braucht einen langen Atem“, sagt Schuster. Große Hoffnungen setzen die Behörden in den Schilfpolder, der die Nährstoffe drastisch reduzieren und der Blaualgenentwicklung vorbeugen solle. „Der Polder ist im Grunde ein künstliches Feuchtgebiet, das den Phosphor fixiert und zurückhält.“ Zudem findet seit 2012 die sogenannte landwirtschaftliche Beratung statt. Durch Düngemittel gelangen hohe Mengen Phosphor ins Gewässer. Landwirte werden unter anderem darum gebeten, den Einsatz von Nitraten und Phosphaten zu minimieren – im Gegenzug sollen sie Fördergelder erhalten. Sollte sich die Blaualgenbelastung im Dümmer verschlimmern, wovon Schuster derzeit nicht ausgeht, bestehe die Möglichkeit, sogenannte Tauchsperren im Badegebiet anzubringen. Diese würden verhindern, dass die Algen in ufernahe Bereiche gelangen, wo sie für Badegäste gefährlich werden könnten.


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