Die digitale Kirche Bohmter startete im Kirchenkreis ein Pilotprojekt

Von Christa Bechtel

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Kai-Fabien Rolf ist seit dem 1. März Leiter des Mediendienstes der Evangelischen Jugend Bramsche – eine deutschlandweit einmalige Stelle, die sogar wissenschaftlich begleitet wird. Foto: Christa BechtelKai-Fabien Rolf ist seit dem 1. März Leiter des Mediendienstes der Evangelischen Jugend Bramsche – eine deutschlandweit einmalige Stelle, die sogar wissenschaftlich begleitet wird. Foto: Christa Bechtel

Bohmte . Mit drei Jahren schrottete Kai-Fabien Rolf die Videokamera seines Vaters. Da er von Kindesbeinen an gerne Videos, Fotos machte war klar, dass das beruflich in diese Richtung gehen würde. Zwölfjährig war sein Ziel: Ich will zum Fernsehen. Mittlerweile war er für verschiedene Sender tätig und ist seit dem 1. März dieses Jahres Leiter des Mediendienstes der Evangelischen Jugend Bramsche. Eine Stelle, die deutschlandweit einmalig ist und sogar wissenschaftlich begleitet wird.

Seine Ausbildung zum Mediengestalter Bild & Ton absolvierte der gebürtige Bohmter in Melle und in Hannover. Da sein Ausbildungsbetrieb in Hannover Auftragsproduktionen übernahm, landete der heute 24-Jährige schnell beim Fernsehen. „Es gibt ja um 18.15 Uhr beim NDR die halbstündigen Vorabendprogramme.

Da haben wir das ganze Jahr über fünf bis sechs Sendungen produziert. So kamen die Kontakte zustande“, erläutert Kai-Fabien Rolf, der nicht nur für den NDR, sondern auch für Sat1 als Cutter/Redakteur wie zudem für RTL tätig war. Eigentlich sei es so, dass man sich nach der Ausbildung spezialisiert. „Redaktion, Kamera, Ton, Schnitt. Aber da mir alles gleich viel Spaß macht, kann ich mich bis heute nicht entscheiden“, sagt er lachend.

Gelernter Mediengestalter

Schön sei es jetzt, „dass ich das alles beim Kirchenkreis Bramsche miteinander verbinden kann: Bisschen filmen, schneiden, Redaktion, bisschen Internet.“ Angesiedelt sei das Ganze in der Jugendarbeit, da das die Zielgruppe sei, „die mit Social Media etwas anfangen kann“, erklärt Rolf. Zuständig ist er beispielsweise für: die Website auf Vordermann bringen, aktuelle Nachrichten zur Verfügung stellen, den Zeitungen Pressemitteilungen geben oder mit Radio, Fernsehen zusammenarbeiten.

Hier fällt dem Mediendienstleiter spontan der Gothic-Gottesdienst in Nortrup ein, „wo immer Sat1, RTL kommen“, so der gelernte Mediengestalter, der sich momentan etwas in der Findungsphase befindet. Denn: „Die Stelle gab es vorher nicht. Ein bisschen Ausprobieren, was ist eigentlich möglich. Aber auch neue Möglichkeiten finden, wie die ‚digitale Gemeinde‘. Alle sprechen darüber, ob es das gibt. Und ich sage: Ja, definitiv, die Leute warten auf diese Angebote.“ Also möchte der Medienexperte Formate entwickeln, sodass ‚Kirche‘ digital zu den Menschen kommt.

Ehren- und Hauptamtliche

Wichtig im Kirchenkreis Bramsche ist Kai-Fabien Rolf: „Ehrenamtliche zu befähigen, eine Website für die eigene Kirchengemeinde zu erstellen.“ Dafür gebe es Systeme, „die wir entwickelt haben.“ Oder wie schreibe ich einen Gemeindebriefartikel. Dazu findet vom 6.-10. August die Woche der Öffentlichkeitsarbeit an verschiedenen Orten wie Bramsche „Haus der Kirche“ oder Bohmte, St.- Thomas-Kirchengemeinde, statt. Jeden Abend werde man sich einem anderen Thema widmen – in Bohmte „Foto, Video, Datenschutz“, „wo Ehren- und Hauptamtliche sich schulen lassen können.“ Außerdem sei der Mediendienst im Kirchenkreis dafür zuständig: „Jugendliche zu befähigen, mit Kamera und Foto die Öffentlichkeitsarbeit in den Gemeinden zu stärken“, so Rolf.

Wie die Faust aufs Auge

Seit 2015 gibt es den Mediendienst Bramsche in ehrenamtlicher Form so gut, dass sogar die Landeskirche Hannover darauf aufmerksam wurde. Aber Superintendent Hans Hentschel und Kirchenkreisjugendwart Stephan Egbert, der früher als Diakon in Bohmte tätig war, sagten: „Wir müssen sehen, dass wir das hauptamtlich hinbekommen.“ Der „Fond Missionarische Chancen“ Hannover sucht immer nach Möglichkeiten, wie man das Evangelium auf neuen Wegen zu den Menschen tragen kann. „Das passt bei uns wie ‚die Faust aufs Auge‘“, betont Rolf.

Antrag nach Hannover

Nachdem Hans Hentschel einen entsprechenden Antrag nach Hannover geschickt hatte, der von der Synode genehmigt wurde, die da sagten: „Wir stellen euch fünf Jahre diese Stelle als Pilot-/Leuchtturmprojekt zur Verfügung“, ist diese nun einmalig in ganz Deutschland. „Meine Stelle wird sogar von der Universität Kassel wissenschaftlich begleitet, die zum Beispiel wissen wollen: Guckt sich das überhaupt jemand an? Wie weit ist die Reichweite? Verändert sich etwas in den Gemeinden? Gibt es Leute, die sich digital zusammengehörig fühlen?“, zählt der Bohmter auf.

Fünf Millionen Ideen

Was würde Kai-Fabien Rolf in der kommenden Zeit in Bramsche bzw. im Kirchenkreis gerne umsetzen? „Da geht sofort die Schublade auf mit meinen fünf Millionen Ideen“, sagt er schmunzelnd und ergänzt: „Wir fangen momentan an à la „TV total“-Turmspringen, das in der Evangelischen Jugend zu etablieren.“ Start sei am 20. Juli in Bohmte mit einem Kegelturnier. Das Ganze werde mit Livestreams medial begleitet.

Weiter liege ihm am Herzen, was die Öffentlichkeitsarbeit angehe, die Kirchengemeinden miteinander zu vernetzen. Und: „Ich wünsche mir für die Landeskirche, dass irgendwann jeder Kirchenkreis solch einen Mediendienst hat. Das ist die Zukunft – und wenn wir das mit diesem Pilotprojekt zeigen können, finde ich das super.“

Weitere Informationen findet man auch unter www.kirchenkreis-bramsche.de.


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