Lenkungsgruppe begleitet Prozess Kostendeckelung beeinflusst das Bohmter Jugendkonzept

Von Karin Kemper

Die Fortschreibung des Gesamtkonzeptes der offenen Jugendarbeit und der präventiven Arbeit in der Gemeinde Bohmte liegt jetzt schriftlich vor. Die Beteiligten trafen sich im Bohmter Jugendtreff. Foto: Karin KemperDie Fortschreibung des Gesamtkonzeptes der offenen Jugendarbeit und der präventiven Arbeit in der Gemeinde Bohmte liegt jetzt schriftlich vor. Die Beteiligten trafen sich im Bohmter Jugendtreff. Foto: Karin Kemper

Bohmte. „Jetzt liegt etwas vor, mit dem alle leben können“, sagte Erste Gemeinderätin Tanja Strotmann im Bohmter Jugendtreff. Es geht um die Fortschreibung des Gesamtkonzeptes der Jugendarbeit der Gemeinde Bohmte, das ab 1. August 2018 der Arbeit zugrunde liegt.

BOHMTE Der dazugehörige Beschluss war bereits in der Dezember-Ratssitzung 2017 gefallen. Nicht ohne Probleme hinsichtlich der Vergabe des gesamten Paketes an das Kinderhaus Wittlager Land. Das Konzept beinhaltet die Neuausrichtung und Vernetzung der Jugendarbeit. Es umfasst frühe präventive Hilfen, Schulsozialarbeit im Primar- und Sekundar-I-Bereich sowie die offene Kinder- und Jugendarbeit.

Vertreter der Institutionen, die in Sachen Jugendarbeit an einem Strang ziehen, trafen sich im Reich von Jana Nega, dem Bohmter Jugendtreff, um die druckfrischen Exemplare der Fortschreibung in Empfang zu nehmen und Rückblick zu halten.

Schwerpunkt ab 12 Jahren

„Ich freue mich, dass die Fortschreibung geklappt hat, jetzt wieder alles unter einem Dach ist, so dass bei Bedarf flexibel hin- und hergeswitch werden kann“, unterstrich Strotmann. Sie erinnerte daran, dass die Mittel für die Jugendarbeit Bei 255000 Euro im Jahr gedeckelt worden waren. Sie betonte: „Es ist nicht einfach, etwas zu kürzen, das gut funktioniert.“ Ein Kompromiss ist, dass die Kosten für die Reinigung des Jugendtreffs von der Kommune übernommen werden. Nicht minder wichtig: Eine Lenkungsgruppe begleitet den gesamten Prozess rund um das Thema Jugendarbeit dauerhaft. Schwerpunkt wird zukünftig bei der offenen Jugendarbeit die Altersgruppe ab 12 Jahren sein. Bedingt durch steigende Personalkosten und die Deckelung müssen andere Angebote gekappt werden.

Viele Beteiligte

Strotmann schloss mit den Worten: „Dank an alle auch für die Formulierungsvorschläge. Und dafür, dass trotz der kurzfristigen Einladung so viele gekommen sind.“ Vertreten waren sämtliche Beteiligten – von Kindergarten und Schule, über Kinderhaus Wittlage und Bildungsbüro bis hin zu Gemeindeverwaltung und Politik.

Wichtige Schulsozialarbeit

Bürgermeister Klaus Goedejohann machte deutlich, dass Jugendarbeit in der Gemeinde Tradition hat. Erster Jugendpfleger sei 2004 Sven Kruppik gewesen. Damals sei der Prozess gestartet worden, Kinder von der Geburt bis zum Erwachsenenalter zu begleiten. Ziel sei, dass möglichst wenige Kinder und Jugendliche in der Betreuung des Landkreises ankämen. Das Bohmter Konzept sei 2011 formuliert worden. Das Kinderhaus Wittlager Land befindet sich in der dritten Vertragsphase – nach der zweiten Verlängerung. Goedejohann machte deutlich: „Die Schulsozialarbeit bleibt im gewohnten Umfang bestehen. Sie ist eine unbezahlbar wichtige Aufgabe in Zusammenarbeit mit der offenen Jugendarbeit.“

Das System klappt offenbar

Ortsbürgermeister Thomas Rehme sagte: „Ich will die Daumen drücken, dass alles weiter gut klappt.“ Er fügte hinzu, dass der Sozialraum Wittlage vom Kostenbudget her gut dastehe. Die Gemeinde tue eine Menge, ohne zu diesen Investitionen verpflichtet zu sein. Rehme sagte: „Das System klappt offenbar. Das war schon anders.“ Er ging auf die Kürzungen ein , die durch die Deckelung erfolgt seien und meinte: „Die Beteiligung der Jugendpflege an Festen finde ich wichtig, damit die Jugendpflege für alle Bürger sichtbar werde.“ Dass das Budget nicht festgenagelt sei, zeige die Übernahme der Reinigungskosten.

Guten Weg gefunden

Tim Ellmer, Geschäftsführer des Kinderhauses Wittlager Land, dankte für die Vertragsverlängerung und sagte; „Nachdem die Richtung klar war, haben wir einen guten Weg gefunden.“ Verstärkt die Jugendlichen in den Blick zu nehmen, sei fachlich ein ganz normaler Schritt. Er fügte hinzu: „Beim Nachjustieren arbeiten wir gerne mit.“

Claudia Erpenbeck, Leiterin der Erich Kästner-Schule Bohmte, richtete Dank an alle bei der Gemeinde, dass „deren Herz so groß ist“. Schulsozialarbeit sei anfangs „verdächtig“ gewesen. Das sei inzwischen anders. Heute wollten sie alle. Wichtig, so die Schulleiterin, sei, dass sich das Büro als Anlaufstelle in der Schule befinde. Das mache es einfacher, Kontakt aufzunehmen.

Bedarfe anmelden

Andrea Friedrich vom Kindergarten Wirbelwind unterstrich: „Ich fand den ganzen Prozess spannend.“ Sie ergänzte: „Ich bin froh, dass es so weiterläuft. Wir sind glücklich mit der Zusammenarbeit.“ In Richtung der Schulsozialarbeiterinnen, deren Bedarf die Kindergartenleiterinnen aller drei Ortschaften direkt anmelden können, hieß es: „Ohne eure Unterstützung wäre vieles in der Frühförderung nicht möglich. Und vieles ist inzwischen zur Selbstverständlichkeit geworden. Ich möchte mich recht herzlich bedanken.“

Judith Rother vom Bildungsbüro des Landkreises in Bohmte zeigte sich überzeugt: „Hier funktioniert das Miteinander sehr gut. In Bohmte gibt es viele Netzwerke und kleine Runden. Sie bilden die Basis, gut über schwierige Themen sprechen zu können.“


Aktion der SPD-Fraktion stößt auf Kritik

Der Gemeinderat Bohmte hat die Fortschreibung des Kinder- und Jugendkonzeptes beschlossen – einstimmig. Vorangegangen war eine Diskussion rund um drei Anträge, die Helmut Buß von der SPD-Fraktion verlesen hatte. Dabei ging es um die Erhöhung des gemeindlich finanzierten Stellenumfangs der Schulsozialarbeit an der Oberschule Bohmte von 0,75 auf eine volle Stelle, die weitere Präsenz des Jugendtreffs auf öffentlichen Veranstaltungen der Gemeinde Bohmte und dass die Verantwortung für die Pflege der Außenanlagen und deren Sauberkeit weiterhin in den Händen des Trägers bleiben sollte.

Zu den Erläuterungen gehörte der Hinweis, dass es nach Auffassung der SPD falsch gewesen sei, erst den Vertrag mit dem Träger zu verlängern und danach die Vertragsinhalte festzulegen.

Joachim Solf (Bündnis 90/Die Grünen) sagte: „Uns allen war klar, dass die Mittel begrenzt waren. Das Einfrieren des Etats, begrenzt die Möglichkeiten.“ Lars Büttner (Gruppe Die Linke/Berg) verwies auf das vorliegende schlüssige Konzept. Er sagte: „Es ist nicht richtig, jetzt mit Anträgen zu kommen.“ Das sah Anita Meier zu Farwig (CDU) ebenso. Sie betonte, dass die Lenkungsgruppe seit Januar arbeite und fügte hinzu: „Wie kann plötzlich bei der Verabschiedung des Konzeptes Beratungsbedarf bestehen?“

Die drei Anträge wurden letztlich bei jeweils 9 Ja-Stimmen der SPD von den anderen Ratsmitgliedern abgelehnt. Die Fortschreibung des Kinder- und Jugendkonzeptes tritt am 1. August 2018 in Kraft.