14 –jähriges Flugtalent Felix Erster Alleinflug startete in Bohmte

Von Friedrich Lüke

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Bohmte. Als richtiges Flugplatzkind ist der 14-jährige Finn Felix Raseck aus Schledehausen schon seit über zehn Jahren bei den Wittlager Luftsportlern bekannt. Das ist seinem Vater Volker geschuldet, der von seiner Frau damals einen Schnupperkurs für Segelflug geschenkt bekam.

So kam er schon im Vorschulalter mit der Fliegerei in Bohmte in Berührung und durfte natürlich als Gast auch mal auf dem hinteren Sitz eines Segelflugdoppelsitzes mitfliegen. Dann im letzten Jahr der Entschluss, das Fliegen selbst zu erlernen. Dazu ist es notwendig, eine bestimmte Größe und Gewichtung von Haus aus mitzubringen. Im vorderen verantwortlichen Sitz des Schulungsseglers müssen mindestens 65 Kilogramm an Beladung rein, damit alles im konstruktiv vorgesehenen Schwerpunkt bleibt. Damit das klappt, werden Zusatzgewichte und ein Bleikissen sowie der ohnehin notwendige Fallschirm als zusätzliche Zuladung angesehen.

Butterweiche Landungen

So ausgerüstet, hatte Felix sehr schnell das Spiel mit dem Steuerknüppel und den Seitenruderpedalen raus. Das Talent vom Vater geerbt und mütterlicherseits war auch noch eine segelfliegende Oma im Spiel. Cool und entspannt empfand Finn seine Alleinflüge, die er bestens mit butterweichen Landungen abschloss.

Zu diesem Ereignis hatten sich auch einige Störche eingefunden, die genau in seinem Landebereich anfingen, in niedriger Höhe einen sogenannten „Bart“ auszukurbeln. Das ist Segelflugfachsprache, gemeint ist das Kreisen in einem Aufwindfeld. Die Störche hatten wohl einen Moment dienstfrei, um Finn bei einem Alleinflug zu begleiten. Zurzeit haben die Harpenfelder, Wehrendorfer und die Flugplatzstörche volles Programm in Sachen Aufzucht ihres Nachwuchses.

Alte Fliegertradition

Zum Abschluss seiner Alleinflüge hat ihn dann die alte Fliegertradition eingeholt. Aus der Hand vom diensthabenden Fluglehrer Friedrich Lüke gab es einen naturbelassenen Distelstrauch und anschließend eine Verbeugung über die Flugzeugschnauze. Diese diente als Widerlager der nun anstehenden Verabreichung kleiner Klappser auf das Hinterteil des Alleinfliegers. Dabei soll das wichtigste Empfindungsorgan eines Fliegers in seiner Wahrnehmung geschärft werden.

Aus der Runde der zufällig anwesenden Gäste kam die Frage auf, wie ein 14-jähriger Gymnasiast sich überhaupt das Segelfliegen leisten kann. Die Frage konnte schnell aus der Runde beantwortet werden. „Kostet für Schüler und Lehrlinge ohne Einkommen 15 € pro Monat pauschal, gilt zwei Jahre oder bis zum Alleinflug“.


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