Polizei zerschlägt internationales Kartell Bohmter Firmengelände war Lagerplatz für Drogen-Zutaten

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Die Chemikalie wurde auf einem ehemaligen Firmengelände in Bohmte gefunden. Foto: Polizeidirektion OsnabrückDie Chemikalie wurde auf einem ehemaligen Firmengelände in Bohmte gefunden. Foto: Polizeidirektion Osnabrück

Bohmte. In Bohmte war offenbar ein internationales Drogenkartell aktiv. Das geht aus einer Pressemitteilung der Polizeidirektion Osnabrück hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Inzwischen wird immer klarer, was die Tatverdächtigen rund um einen 45-Jährigen aus Steinfeld im Wittlager Land getrieben haben.

Mehr als 300 Einsatzkräfte der deutschen, niederländischen und polnischen Polizei waren im April 2018 im Einsatz, um ein internationales Drogenkartell zu zerschlagen. Sie wurden auch im Altkreis Wittlage, genauer gesagt in Bohmte aktiv. Hier fanden die Ermittler große Mengen einer Chemikalie, die zur Herstellung von Drogen benutzt wird.

Gefunden wurde die Flüssigkeit, verpackt in große Kanister, und gestapelt auf Paletten, „auf einem ehemaligen Firmengelände aus dem Bereich der Metallverarbeitung“. Das erklärte Marco Ellermann, Sprecher der Polizeidirektion Osnabrück, auf Nachfrage unserer Redaktion. Anders, als zunächst berichtet, wurde die gesamte Menge von 7,2 Tonnen dort aufgefunden, und nicht nur „ein Großteil“ davon.

Lagerstätte in Bohmte

Der Tatverdächtige, ein 45-Jähriger aus Steinfeld, hatte „Teile des Gebäudekomplexes als Lagerstätte angemietet“, sagte Ellermann weiter. Gegen den Mann läuft ein Strafverfahren wegen Beihilfe zur Herstellung von Betäubungsmitteln. Nach den aktuellen Ermittlungserkenntnissen der Polizei lagerte er die Chemikalie in Bohmte zwischen. Es besteht der Verdacht, dass s die Flüssigkeit in die Niederlande transportiert und dort mit anderen Substanzen hätte weiterverarbeitet werden sollen. Das aufgefundene Material sei „ein Bestandteil zur Herstellung synthetischer Drogen“ so Ellermann weiter.

Ziel der Verdächtigen war es demnach, Amphetamine herzustellen. Dazu wird es nicht mehr kommen: „Die Materialien wurden fachgerecht entsorgt“, erklärte Ellermann. Der Tatverdächtige aus Steinfeld ist derweil auf freiem Fuß. „Er wurde zu der Sache befragt und dann wieder freigelassen“, so der Polizeisprecher. Das Ermittlungsverfahren laufe aber weiter. Erst nach dem Abschluss entscheidet dann die Staatsanwaltschaft Osnabrück darüber, ob es zu einer Anklage und zu einem Prozess kommt.

Wann es dazu kommen könnte, dazu wollte Ellermann derzeit noch keine Schätzung abgeben.


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