Neues Konzept überzeugte Über 1000 Fans feiern Hunteburger Open Air

Von Steffen Meyer

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Hunteburg. Schon beim Betreten des Festival-Geländes wurde deutlich: anlässlich der 24. Auflage des karitativen Open-Airs hatten die Organisatoren auf ein neues Konzept gesetzt und ihr Engagement wurde belohnt. Auch ohne zugkräftigen Headliner wie in den Vorjahren kamen über 1000 Fans aus der Region zum Festplatz am Schützenhaus. Bis in die frühen Morgenstunden hinein wurde ausgelassen gefeiert und getanzt.

„Ziel war es, den Raum zwischen Bühne und Theke wieder mit Leben zu füllen“, berichtete Simon Witte. Gemeinsam mit seinem Cousin, Marco Witte, sowie mit Torsten Saathoff und Nils Klanke wurde daher der Entschluss gefasst, beide Bereiche zusammenzulegen. Statt einer Guckkastenbühne errichteten die Organisatoren erstmals eine nach allen Seiten offene Auftritts-Fläche und installierten den Ausschank direkt zu Füßen der Musiker. Aufs Partyzelt für die Zeit nach den Live-Gigs wurde komplett verzichtet.

Auf gutes Wetter angewiesen“

„Das war schon ein Risiko, denn wir sind nun auf gutes Wetter angewiesen“, fügte Witte hinzu. Doch der aus den Vorjahren gefürchtete Regen blieb aus. Des Weiteren hatte niemand an eine Soundanlage zur Rundum-Beschallung gedacht, doch auch dies erwies sich nicht als Problem, sondern als Glückfall. All jene, die kein großes Interesse fürs Bühnengeschehen hatten, tummelten sich rechts und links davon am Tresen. Wer Lust zum Tanzen und Mitsingen hatte, der ließ sich frontal von der Live-Musik beschallen.

Den Anfang machte mit „Splitterfaser“ der vor zwei Wochen ermittelte Sieger des Bohmter Bandcontests aus Osnabrück. „Sir Tobi“ (Gesang & Gitarre), „Don Basti“ (Gesang & Drums) sowie „Lumpen Larry“ (Bass) begeisterten mit eigenen Songs und deutschen Texten. Anschließend erklommen „The Pighounds“ alias Peter Bering (Gesang & Gitarre) sowie Alessandro De Luca (Schlagzeug) die Bühne. Trotz Minimalbesetzung gelang es dem Duo aus Dortmund, einen fetten, progressiven Grunge-Sound zu kreieren.

Sänger und Gitarrist

Ebenfalls auf an Einflüssen reichen Rock setzte Marius Tilly. Der Sänger und Gitarrist aus Bochum stellte zusammen mit Benjamin Oppermann (Bass & Gesang) sowie „Hanser“ Schüler sein neues Album („Words From The Wilderness“) sowie den darauf veröffentlichten Single-Hit „Back On Track“ vor. Außerdem würzten die drei Musiker das Ganze mit Stücke der Vorgängerscheibe „Nebula Rising“, trafen mit ihrem Sound den Nerv des Publikums und wurden begeistert abgefeiert.

Einen weiteren Höhepunkt erreichte die Stimmung auf dem Platz dann mit dem Auftritt von „Sexxy“. Die Westernhagen-Tribute-Band aus Vlotho konnte mit Michael Hahler einen Ex-Fußballer (des VfL Lintorf) und Volleyball-Trainer (des 1. VC Minden) präsentieren, der nicht nur optisch viel Ähnlichkeit mit seinem Vorbild hat, sondern der gemeinsam mit Jerry Shiverton und Torsten Pielsticker (beide Gitarre), Olaf Bormann (Bass), Carsten Stock (Trommeln), Alex Zima (Keyboards) sowie Timm Kepper (Saxophon) auch eine perfekte Hommage an den Deutschrocker auf die Bühne brachte. Einzig und allein „Taxi-Mann“ – der Westernhagen-Hit in Hunteburg – fehlte auf der Songliste.

Vorwiegend Klassiker

Kurz nach Mitternacht schlug dann die Stunde für „Miron Aiden“ aus Osnabrück. Frontmann und Sänger Bülent Sendallar, die Gitarristen Dominic Schmies und Christian Trentmann, Bassist Jens Nagel sowie Schlagzeuger Christian Kurzawa interpretierten vorwiegend Klassiker aus der über 40-jährigen Historie der britischen Schwermetaller und setzten mit „Blood Brothers“, eine der wenigen Balladen von „Iron Maiden“, einen gelungenen Schlusspunkt unter ihren schweißtreibenden Auftritt.

Der Erlös des 24. Hunteburger Open-Airs (HOA) kommt in diesem Jahr dem „Café Malta“ zugute. Vorgestellt wurde das Projekt in einer Auftritts-Pause von Charlotte Hengelbrock und Annette Middelberg. Die beiden Aktiven der Malteser im Ort berichteten, dass damit ein Angebot für Menschen mit leichter Pflegebedürftigkeit in den Räumen des Hilfsdienstes geschaffen wurde, um vor allem Senioren ein mehr an Lebensqualität bieten zu können.

Weitere HOA-Fans

An Helfern mangelte es während des Konzerts nicht. Rund 40 sorgten während des Open-Airs für einen problemlosen Ablauf und wurden tatkräftig von weiteren HOA-Fans unterstützt, als es dann angesichts des Besucheransturms doch eng wurde. Nur bei den Vorbereitungen sowie den Auf- und Abbauarbeiten wurde zu wenig Unterstützung beklagt. So lasteten die gesamten Festivalvorbereitungen nur noch auf vier Schultern und die Bühne selbst wurde gerade mal von sieben Aktiven errichtet. „Doch wir hoffen, dass wir 2019 anlässlich des 25-jährigen HOA-Jubiläums wieder auf mehr Helfer zur Vorbereitung setzen können“, so Simon Witte abschließend.


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