Wanderung am Maifeiertag Mit der Stemweder Kräuterfrau den Waldmeister erleben

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Waldmeister und Veilchen – was wäre der Mai ohne sie? Archivfoto: Ingrun WaschnekWaldmeister und Veilchen – was wäre der Mai ohne sie? Archivfoto: Ingrun Waschnek

pm/balx Stemwede. Zu einer inspirierenden wie spritzigen Maitour lädt der Naturpark Dümmer ein: Mit Naturführerin Inge Uetrecht geht es zum Waldmeister, aus dem sich eine erfrischende Bowle herstellen lässt.

Ein Mai ohne Waldmeister ist wie Weihnachten ohne Tannenbaum. Kaum ein anderes Kraut steht so sehr für den duftigen Wonnemonat wie Galium odoratum, so sein botanischer Name. Das Aroma der vor allem in Europa beheimateten Pflanze ist so einzigartig, dass es von Lebensmittel- und Parfumindustrie immer wieder nachgeahmt wird – trotz der duftenden Konkurrenz von Mango, Papaya und anderer Exoten. In der Natur ist der Waldmeisterduft viel zarter, aber dafür nicht weniger betörend als die Ester aus den Labors.

Stemweder Parklandschaft

Erleben kann man den Waldmeisterduft auf einer Wanderung, zu der die zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin Dr. Inge Uetrecht am Maifeiertag, Dienstag, 1. Mai, in den Waldmeister-Buchenwald der Stemweder Berge einlädt. Die Wanderung startet um 9 Uhr auf dem Wanderparkplatz nahe dem Friedhof, Raidehnsweg, Stemwede-Arrenkamp. Sie beginnt damit dort, wo der in Norddeutschland seltene Weinbergslauch am Waldrand wächst. Der Ausblick auf die Stemweder Parklandschaft und das Wiehengebirge sind von hier grandios. Die Stemweder Kräuterfrau Dr. Inge Uetrecht führt zu den wunderbaren Frühlingsblumen im Waldmeister-Buchenwald. Viele typische Kräuter dieser ursprünglichen Lebensgemeinschaft sind hier zu finden. Der Aronstab treibt jetzt seine Blüten, die als Kesselfalle für Aasfliegen gebaut sind. Die Fliegen sollen die Blüten bestäuben.

Die kurze Wanderung führt ohne Steigungen an der Südseite der Stemweder Berge entlang. Sie endet gegen 11 Uhr am selben Ort. Die Wanderung wird bei jedem Wetter, außer bei Sturmwarnung, unternommen. Wetterfeste Kleidung und feste Schuhe werden empfohlen. Der Kostenbeitrag beträgt sechs Euro pro Person. Kinder zahlen die Hälfte. Informationen können direkt bei Inge Uetrecht unter 0160/90322978 erfragt werden. Veranstalter ist der Verein Naturpark Dümmer.

Sekt kalt stellen

Zurück zum Waldmeister, der ja nicht zuletzt wegen der klassischen Maibowle am Maifeiertag im Mittelpunkt des Interesses steht. Die Teilnehmer werden bei der Wanderung erfahren, warum dieses Kraut berauschend wirkt. Schon Paracelsus formulierte es kurz gesagt so: „Erst die Dosis macht das Gift“. An schattigen Stellen können mit etwas Glück noch Sträußchen für die Waldmeisterbowle am Abend gepflückt werden. Aber wenn der Waldmeister erst blüht, darf er nicht mehr zum Aromatisieren verwendet werden. Das Rezept für die Maibowle gibt es dazu. Für eine Kostprobe am Abend sollten Interessierte je eine Flasche Weißwein und Sekt sowie eine unbehandelte Zitrone oder alternativ drei unbehandelte Apfelsinen zu Hause bereitstellen. – Weitere Infos im Internet unter www.naturpark-duemmer.de.


Cumarin – die Dosis macht das Gift

Cumarin heißt der Stoff, der dem Waldmeister sein charakteristisches Aroma verleiht. Überhaupt ist dieser Stoff für viele Wohlgerüche verantwortlich, etwa für den typischen Heugeruch, den Duft von Zimt oder den Vanilleduft der Tonkabohne. In größeren Mengen aufgenommen verursacht Cumarin heftige Kopfschmerzen, Erbrechen, Müdigkeit und Schwindel. Noch höhere Dosen können zu zentraler Lähmung, Atemstillstand und Koma führen. Daneben werden im Tierversuch Leber- und Nierenschädigungen beobachtet. Ein Gläschen Waldmeisterbowle hingegen dürfte ungefährlich sein und ausschließlich Wohlbefinden erzeugen.

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