Versammlung der Ortsfeuerwehr Drei außergewöhnliche Einsätze für Herringhauser

Von Hubert Dutschek

Gemeindebrandmeister Martin Niermann nahm sechs Beförderungen vor. Bürgermeister Klaus Goedejohann ehrte zwei Feuerwehrkräfte für 25-jährige Dienstzeit. Im Bild die Beförderten, Geehrten,Feuerwehrführungskräfte und Gäste. Foto: Hubert DutschekGemeindebrandmeister Martin Niermann nahm sechs Beförderungen vor. Bürgermeister Klaus Goedejohann ehrte zwei Feuerwehrkräfte für 25-jährige Dienstzeit. Im Bild die Beförderten, Geehrten,Feuerwehrführungskräfte und Gäste. Foto: Hubert Dutschek

Herringhausen. Zu insgesamt 42 Einsätzen wurde die Ortsfeuerwehr Herringhausen gerufen, davon 24 Brände und 18 Hilfeleistungen. Das berichtete Ortsbrandmeister Volker Köster auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Herringhausen.

Der Einladung waren zahlreiche Vertreter aus der Kommunalpolitik und Feuerwehrführungskräfte gefolgt. Ausführlich berichtete Köster über das Einsatzgeschehen und die Aktivitäten aus dem vergangenen Jahr.

Im ersten Teil des Jahresberichtes stellte Köster die Personalsituation dar. Zum Jahresende 2017 gehörten der Einsatzabteilung 42 Personen mit einem Altersdurchschnitt von 36,9 Jahren an. Am stärksten ist die Altersgruppe von 28 bis 40 Jahren vertreten. Der Altersdurchschnitt der vier weiblichen Mitglieder beträgt 18,9 Jahre. „Wir hatten zum Jahreswechsel 23 ausgebildete und taugliche Atemschutzgeräteträger“, sagte Köster. 19 Kameraden besitzen die Fahrerlaubnis der Klasse 2 beziehungsweise CE, zum Führen von Feuerwehrfahrzeugen bis 7,5 Tonnen sind weitere 17 Personen berechtigt.

Außergewöhnliche Einsätze

Köster erinnerte an drei außergewöhnliche Einsätze. Am 6. Juli kippe ein Schweinetransporter mit 180 Tieren in Bohmte um. Zur Unterstützung bei dem stundenlangen Einsatz wurden die Feuerwehrkräfte aus Herringhausen gerufen, die gerade beim Kommersabend des Schützenvereins feierten. „Mit Hemd und Krawatte rückten wir an. Es war gut, dass wir in unseren Reihen einige Landwirte hatten, die mit Schweinen richtig umzugehen wussten“, schilderte Köster.

Mammutaufgabe

Der umgestürzte Bus mit 50 Erntehelfern am Kreisel Leckermühle stellte für den Rettungsdienst im August eine Mammutaufgabe dar, so Köster. Die Feuerwehrlage sei überschaubar gewesen, da es sich glücklicherweise nur um eine eingeklemmte Person gehandelt habe. Verbesserungswürdig sei die Kommunikation zwischen Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst. Im März verunglückte ein Pkw mit zwei jungen Männern aus der Ortschaft, die den Einsatzkräften der Ortswehr persönlich bekannt waren. Einige Feuerwehrmänner kamen auf dem Weg zum Feuerwehrhaus an der Unfallstelle auf der Hunteburger Straße vorbei und übernahmen die Erstversorgung. „Für Unruhe sorgte in der Ortschaft eine reißerische Berichterstattung in der Bildzeitung“, merkte Köster an.

Im September führte die Ortsfeuerwehr Herringhausen gemeinsam mit DLRG- und THW-Kräften sowie Mitarbeitern des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes am Mittellandkanal eine große Übung durch, bei der ein Dammbruch mit drohender Überschwemmung angenommen wurde.

Projekt „mobile Retter“

Besonders hob Köster in seinem Jahresbericht das Projekt „mobile Retter“ hervor. „Nach Schulung und bestandener Prüfung stehen aus der Ortswehr 18 Personen zur Verfügung, die als freiwillige Ersthelfer bei lebensbedrohlichen Notlagen zusätzlich alarmiert werden und mit lebenserhaltenden Maßnahmen die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken“, stellte Köster mit Stolz fest.

Die Ortswehr unterstützte auch viele Veranstaltungen im Ort wie unter anderem die Aktion saubere Landschaft, den Weihnachtmarkt auf Gut Arenshorst, den ersten Mittelaltermarkt und die „Götterdämmerung“ am Forsthaus, das Osterfeuer und das Erntefest. Insgesamt wurden 4751 Stunden an ehrenamtlicher Arbeit geleistet, wobei die Stunden für das Erntefest nicht mitgezählt wurden, so die Bilanz im Jahresbericht.

Der Altersdurchschnitt der Fahrzeuge beträgt 7,8 Jahre. Angeschafft wurden ein Gaswarnmessgerät, 15 neue Helme und ein System zur Stabilisierung verunfallter Fahrzeuge.

Brandschutzbedarfsplan

Bürgermeister Klaus Goedejohann drückte in seinem Grußwort die Wertschätzung für die Leistung der Feuerwehrkräfte aus. „In schwierigen Situation anderen zu helfen, das ist aller Ehren Wert – besonders bei Einsätzen, die an die eigenen Grenzen gehen.“ Er sicherte zu, dass sich in den nächsten Jahren die Ergebnisse des Brandschutzbedarfsplans auf die Feuerwehr in Herringhausen auswirken werden. Außerdem wachse die Ortschaft durch die zwei neuen Baugebiete.

Norbert Kroboth dankte als stellvertretender Vorsitzender des Feuerschutzausschusses für die Einsätze, Übungen, Lehrgänge und sonstigen Dienste, die allesamt im Rahmen des Ehrenamtes ausgeübt würden. Ortsbürgermeister Arnd Sehlmeyer sprach den Feuerwehrkräften im Namen der Ortschaft den Dank aus. Gerade eine starke Feuerwehr wirke beruhigend angesichts mehrerer Fälle von Brandstiftung.

Premiere für Kreisbrandmeister

Kreisbrandmeister Cornelis van de Water, der zum ersten Mal an einer Versammlung in Herringhausen teilnahm, sprach ein Grußwort und berichtete über aktuelle Themen aus der Kreisfeuerwehr. Gemeindebrandmeister Martin Niermann bedankte sich für die erbrachte Leistung. Dieter Klenke überbrachte die Grüße der Polizeistation in Bohmte und bedankte sich für die reibungslose Zusammenarbeit an Unfall- und Brandstellen. Andreas Pöhlmann, neuer Pastor in Arenshorst, stellte sich vor und erklärte seine Bereitschaft zu seelsorglichen Gesprächen nach belastenden Einsätzen.

Beförderungen

Befördert wurden Lena Brockmann und Jana Bramsche zur Feuerwehrfrau, Manuel Oelgeschläger zum Feuerwehrmann, Christian Stibale und Niko Ellermann zum Löschmeister und Michael Bramsche zum Brandmeister.

Für 25 Jahre aktiven Dienst wurden Kai Harmeyer und Michael Hackländer mit dem Niedersächsischen Feuerwehrehrenzeichen geehrt.