Übertragung durch Menschen Amtstierarzt informiert in Bohmte über die ASP

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Bei Wildschweinjagden warnen Schilder die Verkehrsteilnehmer. Foto: Karin KemperBei Wildschweinjagden warnen Schilder die Verkehrsteilnehmer. Foto: Karin Kemper

Bohmte. Im Vortrag von Norbert Linster, Amtstierarzt aus Bersenbrück, den er in der Versammlung der Jägerschaft Wittlage hielt, stand die Afrikanische Schweinepest (ASP) – und besonders die Vorsorge – im Vordergrund.

Der Referent betonte, dass die ASP für Menschen ungefährlich ist. Sie erkranken nicht, könnten die Keine aber übertragen. In Sardinen sei die ASP heimisch und von dort 2007 nach Georgien gelangt. Inzwischen gebe es einen massiven Befall in den baltischen Staaten. Linster: „Der Sprung der Viruskrankheit vom östlichen Polen nach Tschechien macht Sorgen.“ Die Übertragung sei durch Menschen erfolgt.

Kein Impfstoff

Der Amtstierarzt fügte hinzu, dass es bislang nicht gelungen sei, das Virus, dass bei infizierten Schweinen innerhalb von 6 bis 10 Tagen zum Tod führe, auszurotten. Hinzu komme, dass es keinen Impfstoff gebe und fast alle infizierten Tiere zu Tode kämen. Allerdings gebe es bislang auch keine rasante Ausbreitung von Wildschwein zu Wildschwein. Problematisch sei aber, dass der Virus lange infektiös bleibe und Minusgrade ihn eher konservierten als abtöteten. Kadaver und Ausscheidungen (mit den dazugehörigen Maden) bildeten eine große Gefahr.

Übertragungsmöglichkeiten

Für die indirekte Übertragung der ASP gebe es viele Wege durch kontaminiertes Gut. Das könnten ebenso verschmutzes Jagdgerät nach einem Jagdurlaub sein wie Fleischtransportfahrzeuge, illegales Verfüttern von Speiseresten, verbotener Viehhandel oder weggeworfene Lebensmittel, die von Wildschweinen gefressen würden.

Vorsorgemaßnahmen seien Jagdbekleidung gründlich zu reinigen, nie einen Schweinestall mit ungereinigter Jagdkleidung zu betreten, Stroh- und Futterlager vor Wildschweinen zu schützen. Es gelte, alles dafür zu tun, dass „wir die ASP nicht bekommen“, so Linster. Jedes Wildschwein, das geschossen werde reduziere die Gefahr. Zudem gelte: „Je geringer die Wildschweindichte ist, desto leichter ist die ASP-Bekämpfung.“

Tote Tiere anzeigen

Wichtig sei dabei die Untersuchung verendeter Wildschweine. Für jedes angezeigte Tier, das beprobt werde, gebe es eine Prämie von 50 Euro. Der gleiche Betrag werde gezahlt für alle Wildschweine, die über den Durchschnitt der zurückliegenden drei Jahre hinaus erlegt würden.

Linster zu Abschluss: „Hausschweine werden nicht gekeult, wenn Wildschweine in der Nähe die ASP haben – das geschieht erst, wenn der Virus im Stall ist.“


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