Fachausschuss tagte im Kotten Brandschutzbedarfsplan für die Gemeinde Bohmte

Meine Nachrichten

Um das Thema Bohmte Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Das Feuerwehrgerätehaus in Herringhausen entspricht nach Untersuchungen eines externen Gutachters nicht dem heutigen Mindeststandard bezüglich des Arbeitsschutzes. Für die Behebung der Defizite kommt nur ein Neubau an einem alternativen Standort infrage. Foto: Hubert DutschekDas Feuerwehrgerätehaus in Herringhausen entspricht nach Untersuchungen eines externen Gutachters nicht dem heutigen Mindeststandard bezüglich des Arbeitsschutzes. Für die Behebung der Defizite kommt nur ein Neubau an einem alternativen Standort infrage. Foto: Hubert Dutschek

Bohmte. Der Ausschuss für Feuerschutz, Ordnung und Sicherheit tagte im Bohmter Kotten. Ein wichtiger Tagesordnungspunkt war der Brandschutzbedarfsplan der Gemeinde Bohmte, der vorgestellt und dem nach kurzer Aussprache gemäß Beschlussvorlage einstimmig zugestimmt wurde.

Die Gemeinde Bohmte hatte sich entschlossen, mithilfe eines externen Beraters, die Leistungsfähigkeit der Gemeindefeuerwehr ermitteln zu lassen, um daraus eine Entscheidungsgrundlage für die zukünftigen, erforderlichen Investitionen im Bereich des Brandschutzes zu entwickeln. Eine gesetzliche Verpflichtung zur Aufstellung eines Feuerwehrbedarfsplans besteht in Niedersachsen aktuell nicht.

150 Seiten starkes Papier

Es wurde das Fachbüro „Oragkom“ aus Waldbronn beauftragt, das mit großer Unterstützung durch das Gemeindekommando und die Verwaltung ein 150 Seiten umfassendes Papier erstellte. Es wurden im Vorfeld auch auf politischer Ebene interfraktionelle Gespräche geführt.. Steffen Lutter von der Firma Oorgakom erläuterte nun in der Ausschusssitzung die wesentlichen Punkte.

Lutter stellte einleitend fest, die Gemeindefeuerwehr mit den drei Standorten Bohmte, Herringhausen und Hunteburg als leistungsfähig bezeichnet werden kann. Als Bewertungsmaßstab gilt das von der AGBF (Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren) festgelegte und anerkannte Schutzziel, nämlich der „kritische Wohnungsbrand“. Das Schutzziel gilt als erreicht, wenn innerhalb der Frist von acht Minuten nach Alarmierung der Feuerwehr neu qualifizierte Feuerwehrkräfte bei einem Wohnungsbrand mit „Personen in Gefahr“ am Einsatzort eintreffen.

Die Auswertung von 17 schutzzielrelevanten Einsätzen im Jahr 2017 (seit Einführung des Digitalfunks) kam zu dem Ergebnis, dass die Zielvorgabe in 9 von 17 Fällen (gleich 53 Prozent) erreicht wurde.

Personelle Mindeststärke

„Problematisch ist somit teilweise die hinreichend schnelle Erreichbarkeit der Einsatzstellen, mehr jedoch das Bereitstellen der personellen Mindeststärke (neun Funktionen innerhalb von acht Minuten). Deshalb wurde auch die Erreichbarkeit mithilfe von Fahrsimulationen überprüft“, so Lutter. Es wurde festgestellt, dass insbesondere die Ortsfeuerwehr Hunteburg lagebedingt innerhalb der Hilfsfristen auf sich gestellt ist. Lutter kam zu dem Ergenis: „Alle drei Ortsfeuerwehren sind an ihren Standorten notwendig – eine Zusammenlegung kommt wegen der Einhaltung der Hilfsfrist nicht in Betracht.“

Immer größere Feuerwehrfahrzeuge

Die Untersuchung der baulichen Anlagen zeigte auf, dass aufgrund der sich entwickelnden Fahrzeugtechnik („immer größere Feuerwehrfahrzeuge“) für Herringhausen ein Neubau des Feuerwehrgerätehauses an einem anderen Standort geboten ist. Auch das Feuerwehrhaus in Hunteburg entspreche nicht mehr dem heutigen, normgerechten Mindeststandard, so Lutter. Bezüglich der vorhandenen Einsatzfahrzeuge stellte der Gutachter einen „Investitionsstau“ fest. Das tatsächliche Durchschnittsalter betrage rund 17 Jahre, anzustreben sei ein Wert von zehn Jahren.

Bauliche Maßnahmen

In der Beschlussvorlage wurden neben der Zusammenfassung der Analysedaten folgende Punkte festgelegt: Es wird ein Schutzzielreichungsgrad von 90 Prozent angestrebt. Eine konsequente Personalentwicklung und -gewinnung ist erforderlich. Die vorhandenen Sicherheitsdefizite an den Feuerwehrhäusern in Herringhausen und Hunteburg sind nur über bauliche Maßnahmen zu beseitigen. Hierzu soll eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden. Zur Bewältigung von Wassergefahren ist ein Rettungsboot, das in Herringhausen stationiert wird, anzuschaffen. Die Stelle eines hauptamtlichen Gerätewarts ist einzuplanen. Die Ersatzbeschaffung eines Löschfahrzeugs und die Beschaffung eines zusätzlichen Mannschaftstransportwagens für die Ortsfeuerwehr Bohmte soll angestoßen werden.

Vollständiger Entwurf

Info: Der vollständige Entwurf des Feuerwehrbedarfsplans ist auf der Homepage der Gemeinde Bohmte über den Menüpunkt „Ratisinformationssystem“ einzusehen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN