Katzenschützerin Sabine Jahnke engagiert sich „Katzen in Bohmte müssen kastriert werden“

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Sabine Jahnke aus Bohmte setzt sich sehr für den Katzenschutz ein. Foto: Svenja KrachtSabine Jahnke aus Bohmte setzt sich sehr für den Katzenschutz ein. Foto: Svenja Kracht

Bohmte. 38 Katzen – so viele Tiere betreut Sabine Jahnke aktuell in Bohmte und Umgebung. Zehn von ihnen sogar am Dümmer See im Kreis Diepholz. In den Katzenschutz investiert die 45-Jährige viel Zeit und auch Geld. Die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen greift ihrer Meinung nach in zu wenigen Fällen.

„Es gibt zu viele Streuner, die nicht kastriert sind“, sagt Sabine Jahnke. Die eigentliche Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen, die in Bohmte seit dem Jahr 2014 gilt, bringe nichts, weil die streunenden Katzen niemanden zugeordnet werden könnten und so auch niemand die Geldbuße von bis zu 1500 Euro zahlen muss. Jahnke sieht die Landwirte in der Pflicht, ihre freilaufenden Katzen zu kastrieren. „Da herrscht oft kein Bewusstsein, dass die Tiere sich innerhalb kürzester Zeit unkontrolliert vermehren.“

Durch Hinweise von anderen Katzenliebhabern wird Sabine Jahnke oft auf die Katzen aufmerksam und kümmert sich anschließend um sie. Sie gibt ihnen Futter, lässt sie beim Tierarzt durchchecken und dann auch kastrieren. Das alles kostet Geld: „In den meisten Fällen übernimmt das der Katzenschutzbund Osnabrück, für den ich ehrenamtlich tätig bin. Aber manchmal bezahle ich das auch selbst.“

20 streunende Katzen am Dümmer

Wie zuletzt: Ende des Jahres bekam die 45-Jährige einen Anruf vom Katzenschutzbund in Bramsche. Die Kollegen wüssten von etwa 20 Katzen, die auf einem Campingplatz am Dümmer See leben. „Natürlich ist das auch nicht mein Verbreitungsgebiet, aber ich kann die Tiere doch nicht im Stich lassen“, sagt Sabine Jahnke. Zu dem Zeitpunkt kümmert sich der 80-jährige Manfred Friedrich um die Katzen, die erst wenige Wochen alt sind. Manfred Friedrich lebt auf dem Campingplatz und besitzt selbst zwei kastrierte Katzen. „Die anderen Katzen müssen wohl gerochen haben, dass es hier Futter für sie gibt. Plötzlich tummelten sich regelmäßig 20 Katzen bei mir“, sagt der 80-Jährige.

Als er im Januar für mehrere Wochen ins Krankenhaus muss, kümmert sich Sabine Jahnke um die Tiere. Täglich fährt sie die rund 50 Kilometer hin und zurück zum Dümmer und füttert die Katzen. Ein paar werden vom Katzenschutzbund Osnabrück aufgenommen, zwei von ihnen nimmt Sabine Jahnke sogar bei sich Zuhause in Bohmte auf. Mittlerweile ist Manfred Friedrich zwar wieder Zuhause, sein gesundheitlicher Zustand lässt es aber nicht mehr zu, dass er sich weiterhin um die Katzen kümmert. Jetzt suchen die beiden liebevolle Hände, in die die Katzen gegeben werden können.

Anschaffung eines Tieres gut überlegen

„Mit viel Glück findet man jemanden, der sich gerne um eine Katze kümmern möchte“, sagt Sabine Jahnke. Oft würde der Aufwand aber unterschätzt – ein weiterer Grund, warum laut Jahnke so viele streunende Katzen rumlaufen: „Viele schaffen sich eine Katze an, ohne über die Konsequenzen nachzudenken. Und dann werden die Tiere einfach ausgesetzt.“ Das seien beispielsweise Tierarztkosten, mit denen neue Katzenbesitzer nicht kalkulieren würden. Sie appelliert an die Menschen, sich vor einem Haustierkauf über die Haltung und mögliche Kosten zu informieren.

Das sind nur vier der noch zehn Katzen, die auf einem Campingplatz am Dümmer leben. Sabine Jahnke und Manfred Friedrich suchen noch neue Besitzer. Foto: Svenja Kracht

Sabine Jahnke investiert etwa 20 Stunden in der Woche in den Katzenschutz – mal mehr, mal weniger. Sie kann sich die Zeit relativ frei einteilen, da sie als freie Texterin von Zuhause aus arbeitet. „Wenn die Katzen mich tagsüber brauchen, arbeite ich eben abends“, sagt sie. Die 45-Jährige macht das gerne, weil ihr die Tiere am Herzen liegen, würde sich aber wünschen, dass es weniger streunende Katzen geben und die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen mehr greifen würde.


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