Theater in Wilhelm-Busch-Schule Ein tierisch verrücktes Orchester in Hunteburg

Von Andre Partmann

In einem Moment noch Dirigent, im nächsten ein Braunbär mit Kontrabass: Beim Ein-Personen-Theaterstück „Die 9. Sinfonie der Tiere“ in der WilhelmBusch-Schule in Hunteburg wechselte die Schauspielerin des Nimmerland Theaters ihre Rollen im Sekundentakt. Foto: André PartmannIn einem Moment noch Dirigent, im nächsten ein Braunbär mit Kontrabass: Beim Ein-Personen-Theaterstück „Die 9. Sinfonie der Tiere“ in der WilhelmBusch-Schule in Hunteburg wechselte die Schauspielerin des Nimmerland Theaters ihre Rollen im Sekundentakt. Foto: André Partmann

Hunteburg. Ein Orchester in Einklang zu bringen, ist für einen Dirigenten keine einfache Aufgabe. Noch schwieriger wird es dann, wenn die Musiker ihre Instrumente mit vier Pfoten statt zehn Fingern bedienen müssen. An der Wilhelm-Busch-Schule in Hunteburg ist das tierisch verrückte Experiment dennoch geglückt.

Der Wolf tanzt mit einer Tuba durch den Hausflur, der Braunbär spielt im Wohnzimmer Kontrabass und der Fuchs scheucht die Gans in der Küche mit seiner Trompete auf. Die Grundschüler der Wilhelm-Busch-Schule in Hunteburg träumen nicht, als sie Zeuge einiger ziemlich skurriler Momente werden. Doch keine Angst: Im Publikum von RTLs „Supertalent“ sitzen sie auch nicht.

Das verrückte Szenario? Es spielte sich am Donnerstagmorgen vielmehr in der Pausenhalle vor den Augen der Erst- bis Viertklässler ab. Die Eltern der Grundschüler können allerdings entspannt durchatmen: Der Wolf, Braunbär und Fuchs waren ungefährlich, denn eine Schauspielerin des Nimmerland Theaters Konstanz ist in die Rolle der musizierenden Tiere geschlüpft.

Theater auf Stundenplan

Zwei Mal im Jahr steht für die Grundschüler in Hunteburg Theater auf dem Stundenplan. Mal begibt sich die Schule auf Reise zu einer Aufführung, mal kommt das Theater einfach zu ihnen. Letzteres ist nun erneut der Fall gewesen. Das Nimmerland Theater Konstanz war an der Wilhelm-Busch-Schule zu Gast, um „Die 9. Sinfonie der Tiere“ aufzuführen. Es war nicht der erste Besuch des Ensembles – vor vier Jahren wurde das Theaterstück bereits den damaligen Grundschülern und ihren Lehrern vorgeführt. Weil das Ein-Personen-Schauspiel seinerzeit Eindruck hinterlassen hat und einen Lerneffekt mit sich brachte, wurde es erneut ins Wittlager Land eingeladen.

Skurrile Geschichte

Was sich den Grundschülern dabei bot, war eine tierisch skurrile Geschichte. Die Handlung des Theaterstücks dreht sich um den jungen Dirigenten Hubert Karavan. Dieser bekommt durch eine Namensverwechslung seine ganz große Chance: Er soll die 9. Sinfonie von Beethoven dirigieren. Der Haken? Er benötigt dafür ein eigenes Orchester – und ihm bleiben nur zwei Tage Zeit.

Dubiose Agentur

In seiner Verzweiflung gerät er an eine dubiose Agentur. Diese bietet dem Dirigenten „schwer vermittelbare“ Musiker an, mit denen er sein Vorhaben umsetzen könne. Doch kommt es ganz anders als erwartet: Als am nächsten Tag eine Probe ansteht, treten nicht etwa ausgebildete Philharmoniker vor, sondern Tiere mit Instrumenten im Gepäck, die sich im wahrsten Sinne des Wortes „zum Fressen gern haben“.

Auftritt ein großer Erfolg

Der Dirigent steht vor der Herausforderung, das Chaos zu ordnen. Das Aufeinandertreffen der Tiere droht dabei sekündlich zu eskalieren. Dem stummen Braunbär gelingt es am Ende der Geschichte dann aber mit seinem Kontrabass und Beethovens 9. Sinfonie, die verfeindeten Tiere zur Ruhe zu bringen. Erst dann kann der Dirigent sein Orchester mithilfe der Hunteburger Grundschüler passend zusammenstellen – und der Auftritt wird ein großer Erfolg.

Instrumentenschau

Dass die Schauspielerin auf der Bühne auf die Hilfe der Grundschüler zurückgreifen konnte und diese einen Teil zum „Happy End“ beitragen konnten, war kein Zufall: Vor der Aufführung wurde nämlich eine Instrumentenschau von Nimmerland Theater-Mitarbeiterin Lara Schiffel veranstaltet. Dabei lernten die Grundschüler nicht nur einiges über die Zusammensetzung eines Orchesters, sondern durften auch einzelne Instrumente wie Trompete, Klarinette, Geige und Kontrabass ausprobieren.