Chansons im Bohmter Kotten Gabriele Banko und Peter Knaak waren zu Gast

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Gabriele Banko am Mikrofon Foto: Wilhelm MeyerGabriele Banko am Mikrofon Foto: Wilhelm Meyer

Bohmte. Vermag ein Konzert unter einem winterlich-frostigen Motto die Herzen und das Gemüt der Zuhörer erwärmen? Die Antwort ist ein eindeutiges: Ja! Jedenfalls dann, wenn die aus Bremen angereiste Chansonsängerin Gabriele Banko mit ihrem Klavierpartner Peter Knaak das Steuer der Gefühle in die Hand nehmenund ihr Publikum derart verzaubern, wie am vergangenen Sonntag im sehrgut besuchten Bohmter Kotten geschehen.

Eine passendere Witterung als das kühle und regnerische Wetter konnten die Mitarbeiter des einladenden Bohmter Kulturrings nicht präsentieren. In ihren Chansons und den abwechselnd rezitierten Texten von Erich Kästner, Johann Wolfgang von Goethe u. a. skizziert die Sängerin sowohl die unangenehmen und froststarrenden wie auch die heimeligen und urgemütlichen Seiten der dunklen Jahreszeit. Sehr gut nachvollziehbar, wenn sie in einem Song beschreibt, wie sie sich bei einer guten Tasse Tee wohlig auf dem Sofa räkelt. Die Faszination, die von der Interpretin ausgeht, liegt in ihrer wunderbar weichen und tiefen -beinahe erotisierenden- Altstimme, mit der sie viele menschliche Gefühlsregungen virtuos und mit sehnsuchtsvollem Timbre abbildet.

Ein Hauch von Komik

Aber sie kann auch anders! Das Ausdrucksregister erweitert sich enorm, wenn ihre Stimme krächzt und knurrt, wo es Sinn macht und wo es künstlerisch gefordert ist, sämtliche Facetten des Winters literarisch und musikalisch umzusetzen. Das wirkt ungeheuer kompetent und variationsreich, wenn die Altistin sich den großen Chansons von Hildegard Knef oder Friedrich Hollaender widmet, wobei sich ihr Klavierpartner stets als aufmerksamer und einfühlsamer Begleiter erwies. Auch ein Hauch von Komik lieferte die Chansonnière, als sie in gekonnter Manier das Leben eines sogenannten „Bofrostmanns“ in einem Song Revue passieren ließ. Wenn sich alle Elemente wie Song- und Textauswahl, Altstimme bis hin zur Dekoration der Diele zu einem musikalisch-literarischen Gesamtkunstwerk so harmonisch zusammenfügen, dann können die meteorologischen Widrigkeiten des Winters nichts ausrichten. Das müsste auch die Erkenntnis des Publikums gewesen sein, als es nach gut zwei Stunden bester Unterhaltung die Diele des Bohmter Kottens verließ.


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