Für das Lebenswerk ausgezeichnet Bundesverdienstkreuz für Horst Glüsenkamp aus Bohmte

Von Karin Kemper


Bohmte. „Das war der Punkt, der noch fehlte. Das habe ich gewusst, als ich die Einladung bekam“, das sagte Hans-Ulrich Jagemann, Präsident des Zentralverbandes Deutscher Goldschmiede, Silberschmiede und Juweliere, als er im Landgasthaus Gieseke-Asshorn dem Bohmter Horst Glüsenkamp zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes gratulierte.

Die Reihe der Gäste war lang, viele üben oder übten führende Positionen in den berufsständischen Vertretungen der Goldschmiede, Silberschmiede und Juweliere aus. So mancher hatte eine weite Anreise auf sich genommen, beispielsweise aus Idar-Oberstein. Es galt, mit Horst Glüsenkamp einen Mann für sein Lebenswerk auszuzeichnen, der sich als Goldschmiedemeister auf vielfältige Art für seinen Berufsstand eingesetzt hat.

Etwas Besonderes

Bei der Begrüßung sagte der Bohmter Bürgermeister Klaus Goedejohann: „Es ist etwas ganz Besonderes, wenn einem Einwohner der Gemeinde das Bundesverdienstkreuz übergeben wird. Dann ist es gute Tradition, dass die Gemeinde zur Feierstunde einladen darf – in Abstimmung mit dem Hauptakteur und dessen Partnerin Sybille Radtke.“ Augenzwinkernd fügte er hinzu: „Mich hat es sehr gefreut, als wir bei der Gemeinde das Schreiben bekamen, dass die Ehrung für Horst Glüsenkamp beantragt war. Unsere Stellungnahme fiel positiv aus – das ist klar mit Blick auf die heutige Ehrung.“

Jahrzehntelanges Engagement

Landesinnungsmeister und Präsidenten waren ebenso zugegen wie ehemalige Auszubildende und Vertreter des Bohmter Schützenvereins. Die Laudatio begann Landrat Michael Lübbersmann mit dem Adenauer-Zitat: „Ehrung, das ist, wenn Gerechtigkeit ihren liebenswürdigen Tag hat“ und fuhr fort: „und ich dem, der die Ehrung verdient hat, sie auch zuteil werden lassen kann.“ Horst Glüsenkamp habe sich mehr als 20 Jahre für die Innung der Goldschmiede, Silberschmiede und Juweliere über das Normalmaß hinaus eingesetzt. In Richtung des zu Ehrenden hieß es weiter: „Dass Sie die geforderten Kriterien erfüllen, daran besteht kein Zweifel – sonst wären wir nicht hier.“

Breites Tätigkeitsspektrum

Glüsenkamp habe die Schmuckschmiede in Bohmte aufgebaut und eine weitere Niederlassung in Osnabrück, die weitergeführt werde. Seine vielfältigen ehrenamtlichen Tätigkeiten reichten vom Innungsobermeister (inzwischen Ehrenobermeister) über den Landesinnungsmeister (jetzt Ehrenlandesinnungsmeister) bis hin zum Kreishandwerksmeister und Vorsitzender der Kreishandwerkskammer. In verschiedenen berufsständischen Vereinigungen habe er sich für die hohe Qualität im Handwerk eingesetzt und für die Meisterpflicht bei der Niederlassung plädiert. Neben all diesen Verpflichtungen, so Lübbersmann, sei Zeit für ehrenamtliches Engagement im Bohmter Schützenverein geblieben, wo Glüsenkamp von 1999 bis 2006 Vorstandsarbeit geleistet habe – mehrere Jahre als Präsident.

Der Landrat: „Das alles zeigt, wie sehr sie dem Handwerk und dem Ehrenamt verbunden sind. Sie haben viel erreicht und wurden vielfach ausgezeichnet. Sie haben sich für Menschen in ganz Deutschland eingesetzt. Die Würdigung ist umso mehr recht und billig.“

Parallelen zur Bibel

Hans-Jürgen Wiegleb, Ehrenpräsident Zentralverband der Deutschen Goldschmiede, Silberschmiede und Juweliere, erinnerte daran, dass bereits in der Bibel den Goldschmieden sehr viel Bedeutung zugewiesen worden sei. „Es gibt Parallelen zu unserem lieben Horst, der kunstreich und geschickt arbeitet, verständig ist und die Gabe des Unterweisens besitzt.“ Er habe 36 Kinder (sprich Auszubildende) mit dem Wissen über die Goldschmiedekunst in die Welt geschickt, Wiegleb: „Er hat sich ehrenamtlich eingesetzt und den Berufsstand vorangebracht. Die Ausbildung war ihm dabei immer sehr wichtig.“

Ausstrahlung und Überzeugung

Ein dickes Kompliment hatte Jagemann parat: „Lieber Horst, ich habe sehr viel von dir gelernt. Danke, dass du mir soviel beigebracht hast, ohne es zu merken.“ Das bezog sich auf die Fähigkeit Glüsenkamps, allein durch Überzeugung und Ausstrahlung etwas zu befürworten oder zu verwerfen – ohne große Worte.“

Überraschende Nachricht

Das Schlusswort hatte Horst Glüsenkamp. Er unterstrich: „Die Nachricht hat mich überrascht, ich wusste von nichts – und war von jetzt auf gleich ziemlich nervös.“ Er ergänzte: „Ich konnte mich nie gut verkaufen, es hat sich immer alles ergeben, Ich schaffe das nicht – das ist für mich nie ein Thema gewesen.“ Und weiter: „Die Ehrungen zeigen, dass man doch einiges richtig gemacht hat. Viele sind gekommen, die zu mir stehen.“