„Dümmer Gestern und Heute“ Moorleichen aus dem Hunteburger Moor präsentiert

Von Christa Bechtel

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Sabine Hacke, Leiterin des Dümmer-Museums Lembruch, referierte beim Heimatverein Hunteburg zum Thema „Der Dümmer Gestern und Heute“. Foto: Christa BechtelSabine Hacke, Leiterin des Dümmer-Museums Lembruch, referierte beim Heimatverein Hunteburg zum Thema „Der Dümmer Gestern und Heute“. Foto: Christa Bechtel

Hunteburg. „Den Dümmer von ‚Heute‘ kann man nicht verstehen, wenn man nicht das ‚Gestern‘ kennt“, betonte Sabine Hacke, Leiterin des Dümmer-Museums Lembruch, die zu diesem Thema im Anschluss an die Jahresversammlung des Heimatvereins Hunteburg im Gasthaus Trentmann einen Vortrag hielt.

„Man muss die Grenzen überwinden, beziehungsweise zu der Erkenntnis kommen: Wir sind eigentlich ein Raum“, stellte die Museumsleiterin eingangs heraus, die per PowerPoint-Präsentation nicht nur Texte, sondern auch etliche Fotos präsentierte. Weit über seine Grenzen sei der Dümmer als Segelrevier bekannt. Der Name komme von „Düm“, was für moorig, sumpfig, morastig stehe; „Mer“ bedeute Meer.

Viel größer gewesen

Ende der Weichsel-Eiszeit, also vor etwa 12000 Jahren sei der See entstanden, der mit bis zu 150 Quadratkilometern zunächst viel größer gewesen sei. Eingedeicht habe er heute eine Größe von 16 Quadratkilometern; die offene Wasserfläche sei geringer. „Vor 10-12000 Jahren befinden wir uns kulturgeschichtlich in der Mittelsteinzeit. Da ist die Region um den Dümmer soweit abgetrocknet und ohne Frost, dass die ersten Menschen zum Wasser kommen. Wasser zieht immer Menschen an, um auch zu siedeln. Sie jagen und betreiben Fischfang.“ Obwohl es auch Zeiten gegeben habe: „Wo sehr viele Menschen da waren, bedeutet das aber, dass sie nicht unbedingt die Naturlandschaft, die sie vorfinden, verändern. Also Rodungen für Siedlungsplätze spielen keine große Rolle. Wenn sie weiterziehen wird das schnell wieder bewaldet und führt nicht zu einer strukturellen Veränderung der Region“, berichtete sie.

Fischreichtum

„Der See war von Anfang an fischreich“, hob Sabine Hacke hervor. Das hätten auch die Diepholzer Grafen erkannt und sich für dieses Gebiet interessiert, sodass der See in den Besitz der Edelherren und späteren Grafen von Diepholz gekommen sei. Mittels Fotos stellte sie später Fischereigeräte vom Dümmer vor. Wie eine Harpune, die 10000 Jahre alt ist. Die Fischerei habe bis ins 20 Jahrhundert eine große Rolle gespielt; bis heute gebe es einen Berufsfischer.

Eingriffe der Menschen

Der Dümmer sei ein Flachsee und vom Hochmoor umgeben. Hacke: „Wenn man den Dümmer verstehen will, muss man in die Region schauen. Wichtig ist, die Struktur zu verstehen.“ An dieser Stelle stellte sie die Berge, Moränen, Endmoränen vor, „die im Grunde den See und seine Niederung einrahmen.“ Mit der Lohne sei Ende des 16. Jahrhunderts ein künstlicher Ausfluss geschaffen worden. „Der erste starke Eingriff von Menschen in die Natur“, unterstrich Sabine Hacke, die weiter den Burgenbau in Lembruch, Lemförde und Hunteburg vorstellte. Mit Kriegsgefangenen habe 1940 bis 1953 der Deichbau stattgefunden. Mit der Eindeichung seien dann Einrichtungen wie der Schäferhof oder der Deichhof gekommen.

Ausgrabungen

Zum Ende stellte die Museumsleiterin die Archäologie mit etlichen Fundstellen rund um den Dümmer vor. Wie zwei bedeutende Siedlungsplätze der Jungsteinzeit am Dümmer, die im Dümmer-Museum ausgestellt sind. Nämlich Hüde I von circa 4200 bis 3200 vor Christus sowie die Moorsiedlung Hunte I, deren Ausgrabung 1938 bis 1940 durch das Reichsamt erfolgte. Am Schluss präsentierte Sabine Hacke sogar noch die Moorleichen aus dem Hunteburger Moor. Und Markus Helling, Vorsitzender des Heimatvereins, bedankte sich mit einem kleinen Buch bei der Referentin für den Vortrag.


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