Keine Gelegenheitsfahrten mehr Bohmter Taxiunternehmen kapituliert vor der Gewalt

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Noch 2017 galt: Mit den Taxis von Ursula und Herbert Oelmeyer kommen die Besucher nach dem Markt wieder nach Hause. Damit ist es jetzt vorbei. Archivfoto: Taxi OelmeyerNoch 2017 galt: Mit den Taxis von Ursula und Herbert Oelmeyer kommen die Besucher nach dem Markt wieder nach Hause. Damit ist es jetzt vorbei. Archivfoto: Taxi Oelmeyer

Bohmte/ Herringhausen. Das Bohmter Taxiunternehmen Oelmeyer kapituliert und führt in Zukunft keine Gelegenheitsfahrten durch. Der Grund: Nach drei massiven Vorfällen wächst die Angst vor noch schlimmeren Gewalttaten.

„Wir möchten uns ganz ausdrücklich bei unseren Fahrgästen für ihr Vertrauen und ihre langjährige Treue bedanken“, so ähnlich hatten es Ursula und Herbert Oelmeyer formuliert, als sie vor gut drei Jahren das 35-jähirge Bestehen feierten. So formulieren sie es auch heute – allerdings aus einem ganz anderen Grund. Das Taxiunternehmen aus Herringhausen meldet das Taxi ab. Ursula Oelmeyer: „Wir machen keine Gelegenheitsfahrten mehr, obwohl uns das für unsere treuen Kunden sehr leidtut.“

Drei Überfälle in sechs Wochen

Ausgangspunkt für diese Entscheidung ist die Tatsache, dass es innerhalb von rund sechs Wochen drei Überfälle auf Oelmeyer-Taxis gab. Der jüngste Vorfall geschah in der Nacht zum Samstag vor Silvester. Zwei Vermummte hatten an den Türen des Taxis gerissen, das am Bohmter Bahnhof gegen 2 Uhr auf einen Fahrgast wartete. Die Zentralverriegelung verhinderte den Zugriff. Der Aufforderung „Wir wollen dein Geld“, verliehen die Vermummten Nachdruck, in dem sie die Seitenscheibe einschlugen. Ursula Oelmeyer: „Vermutlich hat der enorme Krach, den das machte, die beiden in die Flucht geschlagen.“ Der entstandene Sachschaden ist aber allemal höher als der Betrag, den der Fahrer in der Tasche gehabt hatte. Und auf den Reparaturkosten bleibt das Unternehmen sitzen. Außerdem fiel das Fahrzeug mehrere Tage aus, da die Arbeiten zum Jahreswechsel mehr Zeit in Anspruch nahmen. Anzeige bei der Polizei Bohmte wurde erstattet. Die Ermittlungen laufen.

Nur noch Angst

Gebraucht werden die Taxis für Krankenfahrten (auch für Rollstuhlfahrer) und für den Transport von Schulkindern. Der Betriebszweig wird auf jeden Fall zuverlässig fortgeführt. Das Taxiunternehmen Oelmeyer wurde am 19. Mai 1979 gegründet, besteht somit seit fast 39 Jahren und wurde mit der Zeit größer. Heute sagt Ursula Oelmeyer: „Wir haben inzwischen Angst, dass noch Schlimmeres passiert. Für das, was geschehen ist, habe ich keine Worte. Ich habe einfach nur Angst.“

Drei Fahrer betroffen

Betroffen von den drei Überfällen waren jeweils verschiedene Fahrer. Ein Fahrgast ging mit dem Elektroschocker auf den Fahrer los, einem anderen wurde ins Gesicht geschlagen, als potenzielle Fahrgäste den Preis für eine Fahrt nach Osnabrück herunterhandeln wollten und der Fahrer ablehnte. Die Chefin sagt: „So etwas macht ein ganzes Unternehmen zunichte.“ Sie ist sich sicher, dass derartige Vorfälle an niemandem spurlos vorübergehen. Sie weiß das aus eigener Erfahrung, weil ihr Mann vor rund zweieinhalb Jahren mit einer Pistole bedroht wurde, und sie schon erlebt hat, dass ein Passagier, der bei ihr im Wagen saß, alles zusammenschlug.


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