Rieck begeistert junges Publikum Mit Flügelhorn in den Lemförder Rittersaal

Von Christa Bechtel



Lemförde. Habt ihr denn alle eure Stimme mitgebracht?“, fragte Juliane Theinert im Lemförder Rittersaal, als sie die vielen kleinen, aber auch einige große Besucher im Namen des KulturBunts Lemförde begrüßte. Der Verein hatte den Texter und Komponisten Wolfgang Rieck, den bekanntesten Liedermacher Mecklenburg-Vorpommerns, der auch in der nationalen Lieder-Szene ein Barde von Rang ist, engagiert.

Der hatte speziell für sein junges Publikum sein Programm „Adele Ukulele – oder – warum mit Musik alles besser geht“ mitgebracht. Und da Rieck auch „Musicus Spiritus“ heißt, übte Theinert erst mit den Mädchen und Jungen diesen Namen, damit sie ihn kurze Zeit später lautstark rufen konnten. Und tatsächlich: Nach dreimaligem Rufen erschien der Rostocker Liedermacher und zog mit seinem Flügelhorn in den Rittersaal ein. Hier begrüßte er die Kleinen mit „Sängerknaben, Quietschenten und Quarkfrösche“, was die junge Zuhörerschar gleich äußerst lustig fand.

Grüße von Adele

„Ich soll euch zunächst die allerbesten Grüße von meiner liebsten Freundin Adele übermitteln. Adele ist ein kleines Mädchen, sie geht schon in die zweite Klasse und kommt aus Rostock an der Ostsee. Und eigentlich wollte sie mitkommen, aber ihre Tante hat heute Geburtstag“, erklärte Wolfgang Rieck, der jedoch ein „kleines Passbild“ von Adele mitgebracht hatte, das er nun ausrollte. Schon strahlte ein fröhliches junges Mädchen mit roten Haaren das Publikum ganz kess an. Passend dazu startete der „Musicus Spiritus“ mit dem ersten Lied „Adele Ukulele“. Das kleine Mädchen liebt Tiere, spielt gerne Fußball und Verstecken, ihr Lieblingsessen ist Wackelpudding mit Vanillesoße, Pizza, Notenschlüsselsuppe. Denn niemand kennt die Vorzüge der Musik besser als Adele, da sie montags Klavier spielt, dienstags Geige, mittwochs Cello, donnerstags Mundharmonika, freitags Trompete, sonnabends Klarinette, aber sonntags spielt sie? Natürlich Ukulele!

Fröhliches Lachen

„Zuhause bei Adele singen alle, manchmal sogar die Tür.“ Diese Aussage führte erneut zum fröhlichen Lachen. Und Rieck stimmte das altbekannte Lied „Grün, ja grün sind alle meine Kleider“ an. Für „Grün“ stand natürlich der Jäger. Doch bei den weiteren Farben durften die Kinder, die ins Programm integriert wurden, die Berufe bestimmen. So stand für „Rot“ ein Reiter, für „Blau“ der Polizist oder für „Gelb“ der Briefträger, der Liebesbriefe bringt. „Liebesbriefe schreiben – ein Fach, das in der Schule unterrichtet werden sollte“, so Rieck, der die Sängerschar nun auf einen besonderen Exkurs mitnahm: Instrumente raten wie Geige, Trompete, Klavier, Flöte, Eierschneider! Das Lied „Auf einem großen Bauernhof“ widmete er Adeles Tante Klara und Onkel Fritz. Dort geht es nämlich seltsam zu, denn abends singt der Bauer mit der Kuh. Sogleich erklang im Rittersaal ein lautstarkes „Muh“. Singen macht einfach glücklich und Adele ist auch der Meinung, dass mit Musik alles besser geht.

Instrumente- und Lieder-Raten

„Welcher Beruf fällt euch zum Singen ein?“, fragte der Barde die Kinder, die schnell auf den Seemann kamen. Mittels der Meerestrommel erklärte Rieck ihnen, wie Shantys entstanden. Kurz drauf wurden sie mit dem „Kinder-Shanty“ in den Rhythmus des rauen Meeres versetzt. Anschließend ging das Instrumente- und Lieder-Raten weiter. So bekamen die wissbegierigen Mädchen und Jungen das Flügel-, Tenor- und Jagdhorn, eine Lotosflöte, aber auch eine Spieluhr serviert. Und sie lernten „Susi, die singende Säge“ kennen, die jahrelang im Wald gearbeitet hat und der der Liedermacher wehleidige Töne entlockte. Am Schluss des Programms lernten alle noch die Zeichensprache, die mit dem Lied „Ein kleiner Matrose“ sogleich umgesetzt wurde. In spielerischer Weise wurden die Kinder so in die Welt der Musik und die Vielfalt der Instrumente eingeführt.


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