Baubeginn im Februar 2018 Wittlager Kreisbahn investiert 1,8 Millionen Euro


Bohmte. An der Wittlager Kreisbahn stehen in diesem Jahr Investitionen in einem Umfang von rund 1,8 Millionen Euro an. Davon entfällt eine Million auf den Oberbau, 800.000 Euro auf Brückenarbeiten. Verbunden ist mit den vielfältigen Arbeiten eine zeitweilige Stilllegung des Bahnbetriebs.

„Das gesamte Projekt ist sehr, sehr herausfordernd“, sagt Jürgen Werner, Eisenbahnbetriebsleiter und Prokurist der Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück (VLO), zu der auch die Wittlager Kreisbahn gehört. Vielen Bürgern dürfte aufgefallen, dass das notwendige Material für den Schienenaustausch schon bereitliegt – nicht nur am Bohmter Wasserwerk, sondern auch am Bahnübergang Bruchheide und nahe des Hamkerwerks in Lintorf sowie in Pr. Oldendorf.

Start im Februar

Die Arbeiten sollen im Februar in der Bruchheide in Bohmte starten, vorausgesetzt, dass das Wetter keinen Strich durch die Planungen macht. Ende Juni soll demzufolge alles komplett fertig sein – auch die beiden Brückenmaßnahmen. Sowohl die Huntebrücke in Bohmte als auch die Kanalbrücke in Wehrendorf bedürfen der grundlegenden Sanierung. Werner: „Das war extrem abstimmungsbedürftig.“ Schließlich sind weitere Verkehrsträger wie die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung ebenso beteiligt wie die Kunden der Wittlager Kreisbahn, die per Schiene beliefert werden. Ein weiterer Punkt kommt hinzu. „Das Material im Feld anzuliefern, erwies sich als besondere Herausforderung“, so Werner. Betroffen sind weiter die Signalanlagen. Zudem müssen Förderrechtsvorgaben unbedingt beachtet werden.

Gesamtzuschussquote 90 Prozent

Schließlich wird die gesamte Maßnahme der VLO mit 90 Prozent bezuschusst. 50 Prozent übernehmen Eisenbahnbundesamt und Bund, weitere 40 Prozent das Land Niedersachsen. Und das sei keineswegs selbstverständlich, so der Eisenbahnexperte aus Bohmte. Er unterstreicht: „Niedersachsen ist damit in der Bundesrepublik Vorreiter. Da kann ich nur den Hut ziehen.“

Schiene immer aktuell

Seitens der Eisenbahnaufsicht sei der vorsichtige Hinweis erfolgt, dass Gleise entweder ertüchtigt oder stillgelegt werden sollten. Werner fügt hinzu, dass sich rund um die Infrastruktur der Kleinbahnen inzwischen sehr viel getan hat. Er ist sich sicher: „Das Thema Schiene ist immer aktuell. Und die Zeit arbeitet ohnehin für die Schiene. “ Und die Kleinbahnen wie die Wittlager Kreisbahn seien die „Bediener der letzten Meile“.

Zeitfenster vergrößert

Um Luft bei der Ausführung der vorgesehenen Maßnahmen zu haben, arbeitet die VLO mit Jahresbauprogrammen, die jeweils zwei Jahre umfassen und sich überschneiden (2016/17, 2017/18). Das macht den Terminkalender mit den Planungen zwar nicht übersichtlicher, aber es eröffnet Möglichkeiten bei der Ausschreibung. Werner: „Je größer das Zeitfenster für die Firmen ist, desto günstiger können die Preise sein.“

Förderanträge können in der Regel bis zum 31. Januar eines Jahres gestellt werden. Der Förderbescheid treffe dann im April/Mai ein. Erst dann könne (die vorbereitete) Ausschreibung erfolgen. Vor Ende der Sommerferien sei eine Auftragsvergabe kaum realistisch. Werner: „Wenn ab Herbst gebaut werden kann und die Abrechnung bis zum Jahresende erfolgen muss, wird es zwangsläufig eng...“

Zwei-Wege-Bagger

Ausgetauscht werden bei der Wittlager Kreisbahn auch die Holzschwellen. Das ist nötig, weil deren Liegezeit auf 10-15 Jahre deutlich zurückgegangen ist, seit das Tränken mit Holzschutzmitteln nicht mehr zulässig ist. Verlegt werden Schienen und Betonschwellen mit einem sogenannten Zwei-Wege-Bagger, der gleichermaßen auf Schiene und Straße fahren kann. Werner zollt den Männern vor Ort Hochachtung: „Das ist richtig schwere Arbeit, bei Wind und Wetter im Gleis zu arbeiten.“


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