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Im Ilweder Wäldchen So verlief der erste Tag beim Stemweder Open Air 2019

Von Gertrud Premke | 17.08.2019, 14:25 Uhr

Das "Umsonst und Draußen"-Festival Stemweder Open Air hat am Freitag begonnen. So verlief der erste Tag des Festivals.

Ein lauwarmer Sommerabend lag am Freitag über dem Ilweder Wäldchen, ein beschaulicher Ort umgeben von abgeernteten Getreide- und dichten Maisfeldern in Stemwede-Haldem. Eine besondere Atmosphäre, gefüllt mit reichlich Spannung in der Luft, ein absolutes Open-Air-Feeling für Rockkonzerte.

Aus allen Himmelrichtungen waren tagsüber die Rockfans eingetrudelt, Jung und Alt für ein verlängertes Wochenende mit Zelt oder Caravan verteilt auf die weitläufigen Campingplätze kostengünstig für fünf Euro oder eben Tagesbesucher ohne weite Anreise. Auf Wald -und Wiesenbühne fast stündlich im Wechsel hieß es dann endlich ab 16.30 „ Line-Up“, die große Festival -Party kann loslegen. Den Auftakt machten Catapults, eine Oldenburger Band , mit Poppunk, Indie und Alternative, und stimmten die vor der Waldbühne auflaufenden Zuhörer und Zuschauer auf weiteres gewaltiges Ohrwurmfeeling ein. Auf der Wiesenbühne waren es Frantic Age, die die Bühne zittern ließen. Nebenan im Sonnensystem umso leiser startete Niklas Jacobs mit selbst geschriebenen ruhigen Liedern zum Zuhören und Nachdenken.

Das Stemweder Open-Air Festival, nach Wacken wohl das zweitgrößte im Norddeutschen Raum hat von Jahrzehnt zu Jahrzehnt eine gewaltige Entwicklung genommen und ist immer noch ein Umsonst und Draußen, und das nun schon seit 43 Jahren. Die Geburt des Festivals geht auf 1976 zurück. Damals in den Kinderschuhen mit sechs bis zehn Bands und regional eher bescheiden.

Ein Jahr Arbeit

Woodstock 1969 könnte Vorbild gewesen sein und noch heute sind Gründungsmitglieder im Verein. Ein Jahr lang bereitet der Veranstalter, der Verein JFK Stemwede ( Verein für Jugend, Freizeit und Kulter) das Festival vor, organisiert, wählt Künstler aus und lädt sie ein. 350 ehrenamtliche Helfer unterstützen dabei, arbeiten unermüdlich kostenlos, ziehen während des Festivals Flatterbände, entsorgen Müll, weisen Camper ein, verlegen Stromkabel und Wasserschläuche. In diesem Jahr sind es 26 Bands, die auftreten , darunter hochkarätige internationale oder die, die es noch werden wollen.

Alles steht unter dem Zeichen der Kuh „ Kuhtes tun“, der Erlös nach Abzug aller Unkosten wird gespendet.

Ein Schlendern zwischen den aufgestellten Zelten am Vormittag bestätigt, hier gilt ein Miteinander-Kodex, Drogen und Co. sind verboten, ebenso hartes Handwerkszeug oder gar Waffen. Die Drogenhilfe Minden ist mit einem Stand auf dem Gelände vertreten. Für den Restpegel Alkohol am Abreisetag hat jeder selbst Sorge zu tragen. Für fünf Euro gibt es eine Flat-Rate fürs Pinkeln an stillen Örtchen.

Einfach die Freiheit und Freizügigkeit genießen, heißt das Motto. Viele stehen im normalen Berufsleben und wollen einfach mal abtauchen.

Am späten Freitagabend zieht die Dämmerung langsam ein. Die alten knorrigen Eichen stehen im grellen Lichterschein. Vor der Waldbühne reißt VAN Holzen , die Hoffnung der deutschen alternativen Rockmusik, die Zuschauer mit. Die, die zuvor ihre Pizzas und Pommes auf dem Rasen verzehrt haben, rocken nun im Rhythmus der gewaltigen Spielfreude der Gruppe.

Mit zunehmender Dunkelheit verstärken sich Stimmung und Sound, internationale Bands erobern die Bühne.