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Zwei größere Investitionen Bissendorf: Ausschuss für Wasserwerk-Wirtschaftsplan

Von Angelika Hitzke | 10.12.2015, 17:30 Uhr

Das Wasserwerk der Gemeinde Bissendorf wirtschaftet solide, der Wasserpreis kann 2016 noch stabil gehalten werden. Mittelfristig wird man aber wohl um eine Erhöhung der seit über zehn Jahren unveränderten Gebühr nicht herumkommen: Das ist das Fazit aus der öffentlichen Sitzung des Werks-, Energie- und Umweltausschusses, in der am Mittwoch der Jahresabschluss 2014 und der vorläufige Wirtschaftsplan 2016 einstimmig gebilligt wurden.

Zum Jahresabschluss 2014 betonte Sven Spreckelmeier von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Intecon, dass in der Bilanzstruktur mit einer Eigenkapitalquote von 39,6 Prozent der Bilanzsumme die Ausstattungsforderungen voll erfüllt seien. Bei der Bilanzentwicklung im Vergleich zum Vorjahr 2013 gebe es auf der Aktivseite bei den Sachanlagen ein Abschreibungsminus von 38000 Euro bei Zugängen von 79 000 Euro, was auf Investitionen in Brunnenanlagen und Hausanschlüsse zurückzuführen ist. Beim kurzfristigen Vermögen resultiert der Anstieg der Forderungen zum Stichtag um 26000 gegenüber dem Vorjahr aus der Abrechnung von Anschlussbeiträgen, die erst 2015 verbucht werden konnten.

Auf der Passivseite stieg die Position Eigenkapital wegen aufgelöster Rücklagen um 16000 Euro. Dafür sanken die Ertragszuschüsse um 20000 Euro und die Kredite durch Tilgung um 77000 Euro. Kurzfristige Verbindlichkeiten stiegen gegenüber dem Vorjahr um 74000 Euro.

20000 Euro in die Rücklage

In der Gewinn- und Verlustrechnung gab es trotz stabiler Verkaufsmengen aufgrund der geringeren Ertragszuschüsse einen leichten Rückgang der Umsatzerlöse (-4000 Euro) gegenüber 2013. Aufgrund der Investitionen in den vergangenen Jahren wuchs das Minus bei den Abschreibungen um 5000 Euro und das bei den Verwaltungskosten um 9000 Euro. Da die Zinserträge um 3000 Euro sanken, mussten weniger Steuern gezahlt werden. Unterm Strich steht für 2014 ein Jahresgewinn von 20000 (11000 Euro weniger als 2013), der auf einstimmigen Beschluss des Ausschusses der Rücklage zugeführt wird. Ein ausdrückliches Lob sowohl vom Wirtschaftsprüfer, als auch vom Ausschussvorsitzenden Helmut Ellermann gab es für die sehr gute Buchführung und Dokumentation durch Verwaltungsmitarbeiterin Elisabeth Nolte.

Planung für 2016

Kämmerer Andre Middelberg hob bei der Vorstellung der Eckdaten für den Wirtschaftsplan 2016 hervor, dass für Investitionen Kredite in Höhe von 318000 veranschlagt werden. „Da stecken zwei große Maßnahmen drin“, sagte er. Der Höchstbetrag für Kassenkredite zur rechtzeitigen Leistung von Ausgaben wird auf 150000 Euro festgesetzt.

Im Erfolgsplan sind die Umsatzerlöse mit 481300 angesetzt. Der Mehraufwand von 36000 Euro bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen hänge mit der gravierenden Erhöhung der Instandsetzungskosten bei den Wassergewinnungsanlagen zusammen, erläuterte Middelberg. So müsse beim Hochbehälter Bissendorf die Belüftung saniert und beim Hochbehälter Holte die Trennwand zwischen den Kammern erneuert werden. Hinzu kommen Neuanstriche bei Brunnenanlagen. Unter dem Strich gibt es keinen Gewinn, was aber den Vorteil hat, dass der Eigenbetrieb keine Steuern zahlen muss.

Im Vermögensplan schlagen 2016 als die beiden größten Investitionen die Erneuerung der Wasserversorgung in der Heinrich-Gerdom-Straße mit 150000 Euro und der Straßen Am Bergkamp/Schulweg/Kleiner Zuschlag (für die 2015 schon 130000 Euro bereit standen) mit 60000 Euro zu Buche. „In den vergangenen zwei bis drei Jahren hatten wir vier Rohrbrüche in der Heinrich-Gerdom-Straße“, begründete Middelberg, warum die Erneuerung der Wasserrohre hier erforderlich ist.

Neuer Werkstattwagen?

Erforderlich sei auch die Neuanschaffung eines Werkstattwagens, für die der Plan 30000 Euro vorsieht. Darüber muss der Ausschuss aber noch gesondert beschließen. Für den 14 Jahre alten jetzigen Werkstattwagen stehe der TÜV an; sein Zustand lasse eine Reparatur nicht wirtschaftlich erscheinen, erklärte der Kämmerer.

Unterm Strich stehen im Vermögensplan 366300 Euro. In der Finanzplanung 2017 bis 2019 sind aktuell keine großen Investitionen vorgesehen. Mit dem bisherigen Wasserpreis komme man deshalb im nächsten Jahr noch aus.Danach müsse man allerdings über eine Erhöhung der Gebühr nachdenken, so Kämmerer und Wirtschaftsprüfer.