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„Vom Krach krank geworden“ Dauerthema Lärmschutz an der A 30 in Bissendorf

Von Angelika Hitzke | 01.12.2015, 13:29 Uhr

Das Thema Lärmschutz an der A30 zwischen Himbergen und der Talbrücke Sünsbeck sprach Uwe Bullerdiek von der CNI-FDP-Fraktion in der jüngsten Sitzung des Planungs- und Entwicklungsausschusses erneut an.

300 Meter lange Lücke

Bereits im Oktober hatte die Fraktion darauf hingewiesen, dass die rund 300 Meter lange Lücke zwischen der bestehenden Lärmschutzwand, die derzeit saniert wird, und dem mit Anlage des Rastplatzes Himbergen als Lärmpuffer aufgeschütteten Erdwall wegen der Hanglage wie ein Trichter wirkt und die Schallwellen in Richtung Sonnensee und Ortskern noch verstärkt.

Leider, so berichtete Bullerdiek, habe ein entsprechender Antrag an die Gemeindeverwaltung, die Möglichkeit eines Lückenschlusses aus dem Kommunalinvestitionsförderungsfonds (KEP) zu prüfen, ergeben, dass die rund 170000 Euro in diesem Topf dafür nicht reichen würden. Denn die Auflagen für Lärmschutzwände an Bundesautobahnen, so erklärte Bürgermeister Guido Halfter, „sind so hoch, dass der Meter eben ein paar tausend Euro kostet“. Für die Lücke auf der Nordseite der A 30 hieße dies, dass eine Aluminiumwand für ihre Schließung nach Berechnungen von 2013 rund 600000 Euro kosten würde.

„Das Thema ist so alt wie ich denken kann“, unterstrich auch Halfter. Die Gemeinde habe den zuständigen Minister „immer wieder gequält mit Anrufen“, aber passiert sei bisher nichts.

„Emotionales Telefonat“

Uwe Bullerdiek teilte mit, dass seine Fraktion auf den Antrag und den NOZ-Bericht darüber viele positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung bekommen habe. Er berichtete aber von einem sehr emotionalen Telefonat mit einem Sünsbecker Autobahnanwohner, der seit 30 Jahren unter dem Lärm leide, der ihn krank gemacht habe. Dieser Bürger befürchte, dass durch einen Lückenschluss auf der Nordseite der Lärm nach Süden, nämlich nach Sünsbeck, geworfen würde. Der vor einigen Jahren im Zuge von Baumaßnahmen vorübergehend errichtete, zwei Meter hohe Bretterzaun habe den Autobahnlärm „auf Anhieb stark gemindert“.

Sowohl Bullerdiek, als auch Halfter sahen dies als Indiz dafür, dass Lärmschutz theoretisch auch mit einfachen Mitteln möglich wäre. Dem stehen allerdings die Vorschriften des Bundes zu Lärmschutzwänden im Wege. Hier sei der Bund in der Pflicht, betonte der Bürgermeister und appellierte an die Kommunalpolitiker: „Gehen Sie an Ihre Landtags- und Bundestagsabgeordneten, denn die sind verantwortlich!“