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Vereinfachern entgegentreten Empfang der evangelischen St.-Laurentius-Gemeinde Schledehausen

Von Bärbel Recker-Preuin, Bärbel Recker-Preuin | 06.02.2017, 12:19 Uhr

Brücken bauen und Frieden schaffen – in der eigenen Gemeinde und weit darüber hinaus: Diese Wünsche zogen sich wie ein roter Faden durch den Jahresempfang der evangelischen St.-Laurentius-Kirche Schledehausen. Volles Gotteshaus, eine gute Bilanz, beste Stimmung, dazu nachdenkliche  Bürgerworte von der Kanzel – so das Fazit des Vormittags.

Traditionell lädt die evangelische Gemeinde Schledehausen Anfang Februar zum Jahresempfang ein. Der Kirchenvorstand nimmt dann Festgottesdienst und Empfang zum Anlass, Resümee zu ziehen und einen Ausblick zu wagen. Auch für eine besondere Predigt, die Kanzel wird dann zur Bürgerkanzel. In diesem Jahr sprach André Berghegger. Für heitere Stimmung hatten schon zu Beginn neue Lieder des Laurentius Chores und der Laurentius Combo gesorgt. So ging es weiter, als Pastor Tobias Patzwald André Berghegger als Minister des Bundestages vorstellte. „Ich bin nur ein einfacher Arbeiter im Weinberg der Kanzlerin“, gab der Katholik und Bundestagsabgeordnete Berghegger zurück – so bescheiden, wie es sich von einer evangelischen Kanzel gehört.

Vereinfachern entgegentreten

Dann ging Berghegger auf die Reformation ein, dessen 500-jährige Wiederkehr als gemeinsames Fest gefeiert werde. Auch in der heutigen Zeit der rasanten Veränderungen brauche der Mensch neue Formen und Orientierung, Orientierung durch Familie, Freunde und den Glauben. „Wir müssen den Vereinfachern entschieden entgegentreten und gemeinsam differenzieren“, so Berghegger. Über Jahrhunderte sei für die freie Gesellschaft gestritten worden, dieses müsse nun auch konsequent geschützt werden. Keine Mauern errichten, keine Handreichung ausschlagen, so André Berghegger.

Gemeinde im Aufwind

„Es geht uns gut“ so Dorothee Kellermann von Schele. „Wir befinden uns in einer Auswärtsbewegung“, ergänzte Tobias Patzwald. Verständlicherweise trugen diese guten Nachrichten zur guten Stimmung beim Empfang bei. Die Gemeindespendenaktion hat die Vorjahresmarke deutlich überschritten. Gut 16.500 Euro sind von 275 Gemeindegliedern gespendet worden, auch der Gottesdienstbesuch sei überdurchschnittlich, berichtete die stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes. Jede Spende und jede ehrenamtliche Hilfe trage dazu bei, die Gemeinde fit für die Zukunft zu machen, so Dorothee Kellermann von Schele. „Wir sind wieder eine Kirche mitten im Ort“, ergänzte sie und meinte das nicht nur räumlich. 

Als herausragendes Projekt nannte sie ein Singspiel für Kinder, das mit großem Erfolg aufgeführt und Basis für einen neuen Kinderchor sei. Außerdem den Friedhof in evangelischer Trägerschaft, der mehr als letzte Ruhestätte sei, und viele Bestattungsformen ermögliche.

 Ein besonderer Dank ging an Helga Gravemann, stellvertretend für alle Damen, die vor 25 Jahren den Besuchsdienstkreis gegründet hatten und die seitdem Jubilaren die Glückwünsche der Kirchengemeinde überbringen.