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Tag des offenen Hofes Mehr als 1000 Besucher beim Lohnunternehmen in Bissendorf

Von Horst Troiza, Horst Troiza | 12.06.2016, 17:31 Uhr

Meist sind die riesigen Landmaschinen nur aus der Ferne zu sehen, jetzt konnten sie aus der Nähe bestaunt werden: Beim Tag des offenen Hofes zeigte das Lohnunternehmen Kaufmann, was in ihm steckt. Mehr als 1000 Besucher nahmen die Gelegenheit wahr und verlegten ihren Sonntagsspaziergang nach Wulften.

Am Sonntag hatten Ute und Burghard Kaufmann ihren Hof für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Aber nicht der Milchpreis, Subventionen oder Quoten waren Thema dieses Tages, sondern das Leistungsvermögen des Lohnunternehmens, das heute von der vierten Generation der Familie betrieben wird. „Angefangen hat es 1896, als die hier existierende Schmiede noch ein wenig Nebenerwerb betrieb“, berichtete Ute Kaufmann. Durch die Jahre wurde dieses Standbein erweitert, heute hat der Betrieb 27 Mitarbeiter. Das Lohnunternehmen beteiligte sich zum ersten Mal am Aktionstag, der die Frage nach dem Leben auf dem Land und die, wie denn Landwirtschaft eigentlich funktioniert, ins Zentrum des Interesses rücken will. (Weiterlesen: Zur Themenseite „ Landwirtschaft “)

Ökumenischer Gottesdienst

Der „Tag des offenen Hofes“ in Wulften begann mit einem ökumenischen Gottesdienst in einer der Hallen und stieß auf rege Beteiligung. Nach einigen Grußworten von offizieller Seite hieß Burghard Kaufmann die Besucher willkommen und lud zum Kennenlernen und Gesprächen ein. Der musikalische Gruß der Jagdhornbläser Krevinghausen war der Startschuss für alle, sich auf dem weiträumigen Gelände umzusehen. (Weiterlesen: Zur NOZ-Serie „ Mit Stallgeruch “)

Mannshohe Reifen

Spätestens beim Anblick der Maschinen wurde einem klar, was der Satz „Nicht kleckern, sondern klotzen“ in der Umgangssprache meint. Wer heutzutage Hof und Land bewirtschaften will, kommt mit einem Schlepper und der dahinter gehängten Egge nicht sehr weit. Landmaschinen besitzen Dimensionen, die einen ins Saurierzeitalter versetzen. Mannshohe Reifen, den Einstieg in luftiger Höhe und ein Schneidwerk mit 7,50 Meter Ausdehnung – wenn ein solcher Mähdrescher auf einer öffentlichen Straße unterwegs ist, bekommt der Gegenverkehr Probleme.

Aussaat, Düngung, Pflege und Ernte

Das Lohnunternehmen verfügt über einen umfangreichen Fahrzeug- und Gerätepark, sozusagen für jede Jahreszeit etwas Besonderes. Allen zu eigen ist ihre Größe und damit die Wirtschaftlichkeit ihres Einsatzes. „Ein normaler landwirtschaftlicher Betrieb kann das gar nicht leisten, außerdem sind doch viele auf Veredelung spezialisiert, so dass Aussaat, Düngung, Pflege und Ernte an Lohnunternehmen abgegeben wird“, erklärte Hermann Wesseler, Vorsitzender des Landvolks Schledehausen. Mittlerweile sei der Lohnunternehmer das Bindeglied zwischen dem Landwirt und dem Großabnehmer wie etwa der Raiffeisengenossenschaft.

Ausmaße eines kleinen Einfamilienhauses

Neugierig wurden die ausgestellten Landmaschinen, von denen einige durchaus die Ausmaße eines kleinen Einfamilienhauses besaßen, von den vielen Besuchern bestaunt. Kennzeichnung wie „Großschwader“, „Roder“, „Grubber“ oder „Driller“ erschlossen sich nicht jedem sofort, doch Burghard Kaufmann und seine Mitarbeiter ließen stündlich die Motoren und Aggregate der Maschinen an, so dass ihre Einsatzmöglichkeiten praktisch erläutert wurden. Das Lohnunternehmen ist weiterhin auf den Gebieten Erdbau und Holztransporte mit entsprechenden Maschinen aktiv.

Umfangreiches Rahmenprogramm

Dazu gab es ein umfangreiches Rahmenprogramm. Unternehmen aus der Branche präsentieren aktuelle Tierhaltungssysteme, auch andere Produkte aus dem landwirtschaftlichen Umfeld wurden ausgestellt. Junge Besucher hatten ihren Spaß daran, auf die Maschinen oder auch auf den Sandberg zu klettern. Auch an die Versorgung der vielen Besucher war gedacht worden,  Kaffee und Kuchen oder deftigeren Grillwaren waren den ganzen Tag gefragt. (Weiterlesen: Zum Ortsportal )