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Schwierige Standortsuche Wohin mit dem neuen Supermarkt?

Von Christoph Granieczny | 29.09.2011, 07:39 Uhr

In seiner letzten Sitzung als Vorsitzender des Planungsausschusses musste Herbert Heckmann (FDP) nur einmal seine Stimme erheben. Die Fraktionschefin der Grünen, Marie-Dominique Guyard, und Bürgermeister Guido Halfter gerieten beim Thema Neubau der Gemeindeverwaltung aneinander. Dabei standen eigentlich andere Fragen im Mittelpunkt: Benötigt Alt-Bissendorf einen weiteren Verbrauchermarkt? Und wenn ja, wo ist der geeignete Standort?

Zum Hintergrund: Mit Mitteln aus dem Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ will die Gemeinde 2,7 Millionen Euro in die Sanierung des Ortskerns stecken. Übergeordnetes Ziel ist die Belebung der Mitte. Ein Verbrauchermarkt als sogenannter Frequenzbringer ist ein Element des Entwurfs des Hilteraner Architektenbüros Ahrens und Pörtner. Ein Einzelhandelskonzept der Handelsberatung Münster hatte zudem ergeben, dass das wirtschaftliche Potenzial der Kommune ausreiche, um den Bau eines weiteren, also dritten Lebensmittelmarktes zu rechtfertigen. Mit dessen Platzierung im Plangebiet haben die Bissendorfer allerdings so ihre Probleme.

Am Standort der heutigen Hofstelle Warner wäre wohl Platz für einen Verbrauchermarkt mit den notwendigen Stellflächen. Doch die Wissinger Straße würde das Geschäft vom Rest des Ortskerns abschneiden. Der gewünschte Belebungseffekt bliebe womöglich aus.

In der Nähe des Kirchplatzes ist der zweite Standort, den die Kommunalpolitiker ins Auge gefasst haben. Aber ist dort auch ausreichend Grund für etwa 60 Parkplätze vorhanden? Das Architektenbüro Ahrens und Pörtner solle jetzt mit den Planungen „mehr ins Detail gehen“, sagte Bauamtsleiter Ingo Nagel.

Bei dieser Untersuchung rückt auch eine andere Baustelle in den Vordergrund: der zumindest angedachte Neubau des Verwaltungsgebäudes. Die zu klärende Frage ist hier: Vertragen sich Rathaus und Verbrauchermarkt in einem Gebäude?

„Wenn jetzt die Rathauspläne konkret werden, müssen wir auch über das Raumkonzept sprechen“, forderte die Grüne Guyard. Es gebe doch Alternativen zu einer zentralen Verwaltung. „So etwas will ich meinen und Ihren Mitarbeitern nicht zumuten“, entgegnete Halfter. Zudem würde es sich nur um eine Standortuntersuchung handeln und nicht um eine Architekturplanung.

Dieter Schleibaum (SPD) erklärte zum Thema Rathaus abschließend: „Was wir haben, ist eine Bruchbude. Wenn wir jetzt nicht anfangen, uns Gedanken zu machen, brauchen wir gar nicht mehr damit anzufangen.“