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Schuldenberg wächst Bissendorfs Kämmerer präsentiert ausgeglichenen Haushalt

Von Sandra Dorn | 24.01.2014, 16:35 Uhr

Bissendorf könnte 2014 den ersten ausgeglichenen Haushalt seit 14 Jahren vorlegen. Das sieht der Haushaltsplan vor, den Kämmerer André Middelberg im jüngsten Finanzausschuss vorgestellt hat. Doch auch der Schuldenberg wird einen Rekordwert erreichen: Mit 21 Millionen Euro wird Bissendorf dann in der Kreide stehen.

Einen Überschuss in Höhe von 57700 Euro will Kämmerer Middelberg dieses Jahr im Ergebnishaushalt erwirtschaften, in dem wie bei einem Girokonto die laufenden Geschäfte abgewickelt werden. „Das ist ein bisschen ein besonderer Augenblick“, sagte Middelberg mit verhaltenem Optimismus und präsentierte eine Tabelle mit den Abschlüssen seit 1995: Lediglich im Jahr 2000 stand am Ende des Haushaltsjahres eine schwarze Null.

Um eine Nettoneuverschuldung in Höhe von 2,1 Millionen Euro kommt die Gemeinde in diesem Jahr dennoch nicht herum. Angesichts des Schuldenbergs von dann knapp 21 Millionen Euro sagte Middelberg mit Blick auf die Zukunft: „Wir werden sicher sehr sparsam sein müssen, was neue Investitionen angeht.“

In diesem Jahr steht als größte Investition aber zunächst noch der Neubau des Rathauses auf der Ausgabenliste. Dass das Projekt darin nicht mehr mit einem Gesamtvolumen von 3,5 Millionen, sondern von 3,85 Millionen Euro aufgeführt ist, ärgerte Grünen-Fraktionssprecherin Marie-Dominique Guyard: „Wir wollen, dass die Mittel für das Rathaus auf 3,5 Millionen Euro begrenzt bleiben.“ Albert Brunsmann (UWB) stimmte ihr zu: „Unsere Haushaltslage bleibt angespannt. Wir sollten uns an die Obergrenze halten.“

Bürgermeister Guido Halfter erläuterte, dass nach der Detailplanung „eine Gesamtlösung mit Bürgersaal für 3,5 Millionen Euro wohl nicht machbar sein wird.“ Doch endgültig könne man das erst sagen, wenn die Ergebnisse der im Februar startenden Ausschreibung vorlägen. Halfter betonte, dass der Verwaltungstrakt sicher im Kostenrahmen bleibe, doch was den angeschlossenen Bürgersaal betreffe, „geht es um die Kür“. Daher plädierte er dafür, zunächst 3,85 Millionen Euro in den Haushalt einzustellen, damit der Rat am Ende wählen könne.

Guyard blieb dabei: „Die 3,5 Millionen wurden immer für das Gesamtkonzept des Siegerentwurfs diskutiert. Wenn der Gemeindesaal herausgenommen wird, muss der Verwaltungstrakt entsprechend weniger kosten.“

Dieter Neuhaus (CDU) betonte, auch er sei ein „vehementer Verfechter“ der Obergrenze von 3,5 Millionen Euro. Aber wenn die Summe nur für den Verwaltungstrakt reiche, solle dieser gebaut werden. Und der Ausschussvorsitzende Ulrich Liehr (SPD) betonte, die Gemeinde könne nur die Sachen finanzieren, die unabdingbar seien. „Der Verwaltungstrakt wäre für mich unabdingbar, der Bürgersaal nicht.“

Am 6. Februar berät der Ausschuss abschließend über das Zahlenwerk.