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Schön war die Zeit Kabarett-Schlagerrevue mit „Herzen in Terzen“ in Schledehausen

Von Kerstin Balks | 04.09.2011, 14:10 Uhr

„Je oller, je doller“ stand auf dem Programm, „So schön, schön war die Zeit“ hätte die musikalische Zeitreise aber auch heißen können, denn wahre Schlagerperlen scheinen unvergänglich – wie ihre fünf reizenden Interpretinnen, die „Herzen in Terzen“.

„Schön, dass wir auf unserer Welttournee auch nach Schledehausen kommen durften“, freute sich „Deutschlands dienstälteste Girlgroup“ in ihrer Anmoderation voller Selbstironie, um dann die rund 120 Besucher in der Aula der Schule am Berg mitzunehmen auf die „Reise ins Glück“. Denn um was sonst ging es im Schlager der 50er- und frühen 60er-Jahre? Um das Glück, um die Liebe – und um den Süden. Um Marina, den schwarzen Tino und zwei kleine Italiener, um die Capri-Fischer und das inzwischen schon etwas späte Mädchen aus Piräus, dessen Schiff kommen wird, aber quando, sag mir wann?

Banale Schlagerkost, könnte man denken, doch weit gefehlt. Sobald Uschi die Stimmgabel aus ihrem Dekolleté gefischt und an den Pfennigabsatz geschlagen hat, geht’s los: Texte von Liebe und Leid, tolle Stimmen, verwoben in perfekte A-cappella-Arrangements, erstaunliche Tanzeinlagen von Cha-Cha bis Sirtaki – und über allem Helgas inbrünstiger Koloratursopran. Nicht zu vergessen die zeitgeistigen Kostüme mit Pumps und Petticoats, denn merke: „In den 50er-Jahren waren die Frauen toupiert und die Mopeds frisiert“, jene Mopeds mit denen die Boys mit ihren Girls zum Bossa Nova fuhren…

Neuer Look im zweiten Teil des Abends: Jetzt tragen die Damen statt Tupfenkleidern exotisch gemusterte Caprihosen und singen „Der Löwe schläft heut Nacht“ – das Stück, dessen sich A-cappella-Gruppen zu Recht immer wieder gerne annehmen – und ernten tosenden Applaus. „Schnäppchen“ und „Es war im Interregio von Peine nach Gütersloh“ zeigen, dass die Herzen in Terzen nicht nur professionell musizieren und arrangieren, sondern obendrein auch noch einfallsreich komponieren und texten können. Nach etwa zwei Stunden und drei Zugaben verabschiedeten sich Uschi, Helga, Hannelore, Moni und Gisela – so die Künstlernamen – mit weißen Rosen aus Athen und der Einsicht, dass die Liebe wahrlich ein seltsames Spiel ist. Ein gelungener Abend, den die kfd-Frauen ihren Gästen bescherten und den sie, so Ingrid Meyer vom kfd-Vorstand, auch gerne einmal wiederholen möchten.