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Rat gibt grünes Licht Neue Baugrundstücke für Bissendorf

Von Bärbel Recker-Preuin, Bärbel Recker-Preuin | 30.06.2016, 19:32 Uhr

Neues Bauland braucht So sehen es zumindest die Politiker. Viermal stimmte der Rat der Gemeinde zuletzt positiv über so genannte Aufstellungsbeschlüsse ab. Für Diskussionsstoff sorgte ein mögliches Baugebiet in Jeggen „Westlich Johannstraße“.

Die Nachfrage nach Baugrundstücken sei groß, teilte Ingo Nagel, Fachdienstleiter Bauen, mit. Deshalb sei es eine wichtige Aufgabe der Verwaltung, Baugrund auszuweisen. Zum Beispiel in Jeggen, auf einer landwirtschaftlich genutzten, 1,3 Hektar großen Fläche südlich der Mindener Straße und westlich der Johannstraße. Ein Investor will dort auch Mehrfamilienhäuser errichten, damit bezahlbaren Wohnraum für Bissendorf schaffen. Anlieger haben Bedenken.

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Bauen im Hochwassergebiet?

Während der Einwohnerfragestunde trugen sie diese dem Rat vor und fragten nach: Eignet sich das Hochwasser gefährdete Gebiet nahe der Hase überhaupt zum Bauen? Wird sich der Grundwasserspiegel durch Bauvorhaben verändern? Wie groß werden die Mietshäuser? Wie steht es mit der Lärmimmission? Können zuzugswillige Familien überhaupt mit Kita-Plätzen rechnen? Die Frage, die am meisten unter den Nägeln brannte, galt den Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung.

Mit dem Aufstellungsbeschluss stehe die Bauleitplanung ganz am Anfang, bei jedem Schritt können Bürger ihre Bedenken vorbringen, die auch geprüft werden, erläuterten Ingo Nagel und Hans Dieter Schleibaum, Vorsitzender des Planungsausschusses. Wenn sich herausstellt, dass im Hochwassergebiet das Bauen nicht geht, wird es kein Baugebiet geben, versicherte Schleibaum.

Vier Gegenstimmen, vier Enthaltungen

Wirkung zeigte die Kritik der Anlieger bei den Grünen. Claus Kanke (Grüne) sieht bauliche Probleme und kritisiert die dezentrale Lage außerhalb des Ortskerns. Die Grünen stimmten gegen den Aufstellungsbeschluss. Bedenken äußerte auch Stefan Heckmann (UWB): „Wir müssen nicht unbedingt an der tiefsten Stelle bauen, dort, wo es am schwierigsten ist“. Die UWB enthielt sich der Stimme, die anderen Kommunalpolitiker gaben grünes Licht für die weitere Bauplanung.

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Einstimmig wurde das – jetzt noch einmal leicht erweiterte – Baugebiet Wissingen-Nord mit etwa 50 Grundstücken beschlossen. Über den Verlauf der darüber führenden Stromtrasse ist noch nicht entschieden.

Schledehauser Berg

Gebaut wird auch am Schledehauser Berg. Hier soll auf dem Gelände des ehemaligen Sanatoriums ein neues Gebäudeensemble entstehen. Der Investor plant Seminar- und Hotelgebäude. Damit hätten der jahrelange Stillstand und die Ungewissheit der Nutzung ein Ende, freuten sich die Ratsmitglieder. Sie wünschen sich vom Investor bald detailliertere Pläne.

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Mit der beschlossenen Aufstellung des Bebauungsplans wird auch die Möglichkeit zum Bau einer Ballsporthalle im Ortsteil Bissendorf geschaffen. Ob diese Sportstätte, die in einem Sportstättenentwicklungskonzept schon 2010 als wesentliche Maßnahmen vorgeschlagen wurde, tatsächlich gebaut wird, ist ungewiss. Fakt ist aber, dass die Trainingszeiten in den dortigen Sporthallen vollständig vergeben sind.

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