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Neues Altes Ausstellung mit Grabungsfunden der Holter Burg im Kreishaus

Von Joachim Dierks | 10.02.2017, 12:41 Uhr

Neue Grabungen rund um die Holter Burg im Bissendorfer Ortsteil Holte haben eine Fülle von Fundstücken wie Pfeilspitzen, Zierknöpfe und Schreibgriffel ans Tageslicht gefördert. Kulturbüro des Landkreises und Stadt- und Kreisarchäologie präsentieren die Funde in einer kleinen Ausstellung im Foyer des Kreishauses.

Anlass der Untersuchungen war die vom Grundeigentümer geplante Einrichtung eines „Ruhwaldes“ für Außenbestattungen im Umfeld der Burg. Der Hobby-Archäologe und zertifizierte Sondengänger Henry Matz ging in Abstimmung mit dem Eigentümer und dem Stadt- und Kreisarchäologen Bodo Zehm mit seinem Metalldetektor zwischen Juli 2016 und Januar 2017 auf die Pirsch und machte reiche Beute. „Wir waren sehr überrascht über die hohe Funddichte“, sagte Zehm bei der Ausstellungseröffnung, „besonders beeindruckend ist die große Zahl von mehr als 60 Geschossspitzen, die auf Angriffe von Armbrust- und Bogenschützen auf die Burg schließen lassen.“ Zehm hält einen Zusammenhang mit dem in der Ertmann-Chronik beschrieben Kampfgeschehen des Jahres 1144 für möglich. Damals ließen der Osnabrücker Bischof und der Graf von Ravensberg die Holter Burg zerstören.

Nicht-militärische Funde

Nicht-militärische Funde wie Silbermünzen, Zierknöpfe, Schreibgriffel, vergoldetes „Gespänge“ und Fragmente einer Handwaschschale spiegeln laut Archäologin Sara Snowadsky den hohen gesellschaftlichen Rang der „Edlen von Holte“ wieder, deren berühmtester Vertreter Wigbold von Holte es bis zum Erzbischof von Köln brachte.

Vorträge an der Uni

Bis zum 3. März ist die Ausstellung zu den Öffnungszeiten des Kreishauses im Foyer zu sehen. Danach wird sie ins Bissendorfer Rathaus wandern, wie Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter spontan mit Kreisrat Matthias Selle aushandelte. Begleitende Vorträge halten Karsten Igel am 16. März um 19 Uhr im Zimeliensaal der Universitätsbibliothek Osnabrück und Sara Snowadsky am 28. März im Bürgerhaus Bissendorf.