Ein Artikel der Redaktion Neue Osnabrücker ZeitungLogo Neue Osnabrücker Zeitung

Neuer Verein will Anteil regenerativer Energien ausbauen und setzt auf Aufklärung Sauberer Strom für Bissendorf

Von Sandra Dorn | 16.09.2011, 07:54 Uhr

Wie viele Windräder bräuchte man, um die gesamte Gemeinde Bissendorf mit Energie zu versorgen? Diese Frage stellte der neue Verein „Saubere Energie für Bissendorf“ unlängst einigen Bürgern. „Die Antworten schwankten zwischen 40 und 200“, sagt Vereinsvorsitzender Gerd Hündorf.

„Realistisch sind vier“, so Hündorf. Das Beispiel zeigt, worauf es dem im August gegründeten Verein ankommt: Aufklärung und Information – und zudem die Beantwortung der Frage, wo man in Bissendorf erneuerbare Energien ansiedeln könnte.

2014 laufe der Konzessionsvertrag aus, den die RWE für die Nutzung des Bissendorfer Stromnetzes hat. „Die Übernahme zum Beispiel durch eine Bürgergenossenschaft ist ein ganz konkretes Ziel für uns“, betonen Hündorf und seine Vereinskollegen Stefan Heckmann und Albert Brunsmann. Sie verweisen unter anderem auf die TEN, eine Energieversorgergenossenschaft, die vor allem im Südkreis aktiv ist. „Auch die Zusammenarbeit mit einer schon bestehenden Genossenschaft wäre denkbar“, sagt Stefan Heckmann.

Denkbar sei so einiges: Winkrafträder, Fotovoltaikanlagen, Biomasseanlagen auf Höfen – Hauptsache umweltschonend. Der Verein versteht sich als Plattform. „Wir wollen Projekte und Ideen bündeln und dann sehen: Was ist wirklich realisierbar und sinnvoll?“ Auch die Einbindung der Landwirtschaft ist den bislang 36 Mitgliedern wichtig. Zuletzt besuchten sie den Windpark in Bohmte. Knapp 93 Prozent des Energieverbrauchs der Gemeinde werden in Bohmte per Windkraft, Biomasse und Fotovoltaik ins Netz eingespeist. „Bissendorf ist dagegen eines der Schlusslichter“, so Brunsmann. „Wir sehen den Verein auch als eine Institution, die an die Notwendigkeit dieser Dinge immer wieder erinnert.“

Damit wolle der Verein auch die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes des Landkreises Osnabrück unterstützen, das der Kreistag Ende 2010 verabschiedet hat. Ziel des Konzeptes ist, den Anteil erneuerbarer Energien im Landkreis auszubauen.

„Wir sehen große Chancen, dass sich das für die Gemeinde Bissendorf auch rechnen könnte“, sagt Albert Brunsmann. Etwa 24 bis 25 Millionen Kilowattstunden Strom würden in den privaten Haushalten im Gemeindegebiet jährlich verbraucht. Investitionen in regenerative Energien seien krisensicher, betonen die Vereinsmitglieder zudem könne man neue Arbeitsplätze schaffen.

Hervorgegangen ist der Verein aus einer Arbeitsgruppe, die zum Thema erneuerbare Energien beim Bissendorfer Bürgerstammtisch eingerichtet wurde. Regelmäßig will „Saubere Energie für Bissendorf“ nun Informationsveranstaltungen anbieten. Am Freitag, 21. Oktober, wird die Bissendorfer Architektin Anja Machnik über Energiesparen durch die Sanierung von Altbauten informieren. Der öffentliche Vortrag findet um 19 Uhr im Schwarzwaldstüble in Schledehausen statt.