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Kunstaktion der Oberschüler Erst wird das Bissendorfer Rathaus bunt angestrichen, dann abgerissen

Von Claudia Sarrazin | 30.06.2014, 14:19 Uhr

Der Startschuss für eine Aktion der besonderen Art ist am Freitag in Bissendorf gefallen: Bürgermeister Gudio Halfter lud die Schüler der „Oberschule am Sonnensee“ und die Mitglieder des Kulturvereins Bissendorf (Kubiss), aber auch alle anderen Bissendorfer ein, das alte Rathaus vor seinem Abriss 2015 zu verschönern.

„Bunt-Biss-Birne“ – gebt dem alten Rathaus vor dem Abriss ein buntes Gesicht“, lautet das Motto einer ungewöhnlichen Kunstaktion in Bissendorf, zu der Bürgermeister Guido Halfter einlud. Bevor das alte Rathaus in Bissendorf im Jahr 2015 abgerissen, und die Verwaltung in das neue Rathaus einziehen wird, wollen Schüler der „Oberschule am Sonnensee“ und die Mitglieder des Kulturvereins Bissendorf (Kubiss) das Gebäude bunt anmalen, oder wie Halfter es formulierte: „Ihr macht das Rathaus bunt, bis die Abrissbirne kommt.“

Außerdem betonte der Bürgermeister: „Jeder Bissendorfer ist eingeladen mitzumachen – sollte sich allerdings vorher im Rathaus melden.“ Denn die Aktion soll von einer Arbeitsgruppe des Kubiss so geplant werden, das die Motive der einzelnen Künstler oder Gruppen entweder ein gemeinsames Thema haben und/oder sich optisch zu einem großen Ganzen zusammenfügen.

Außerdem verriet Halfter: „Die Idee dazu ist aus einer Laune heraus entstanden.“ Das Gebäude sei nie ein schönes Rathaus gewesen und auch die Arbeitsbedingungen ließen, was die Größe der Räume und die das Thema Barrierefreiheit anginge, zu wünschen übrig. „Aber in den mehr als 40 Jahren, die es steht, sind darin viele, wichtige Entscheidungen getroffen worden“, erklärte der Bürgermeister den anwesenden Schülern der Oberschule.

Und auch wenn es nach den Sommerferien erst richtig los gehen soll, wussten einige der Kinder und Jugendlichen, schon beim ersten Treffen vor Ort, wie sie das alte Rathaus verschönern möchten: „Ich möchte was mit einer Landschaft malen“, berichtete Marcel (11), und Jessica (14) erklärte, „bunt mit ganz vielen kleinen Bildern wie dem Peace-Zeichen und Herzen“ solle das Gebäude werden. Das sah Soona (11) genau so, während sich Torben (11) vorgenommen hatte, „eine Fläche mit einem Fußballstadion auf die Wände zu malen“. Niclas (12) würde dann gerne noch den Fußballer Mario Götze hinzufügen, und Felix (11) schlug vor, das „Rathaus noch mal in klein“ auf dessen Wände zu zeichnen. Darauf hin kam Angelina (13) die Idee, dass sich alle Maler mit ihrem Namen auf einer der Rathauswände verewigen könnten. Schulleiterin Gisela Kascha zeigte sich beeindruckt und fügte hinzu: „Wir sind als Schule auch sehr bunt geworden. Die fünften Klassen sind der erste, richtig inklusive Jahrgang bei uns.“ Ebenso bunt wie die Schule solle auch das Rathaus werden, wobei sie selbst darauf achten wolle: „Die bunte Vielfalt zu einer Einheit zusammenzuführen.“ Währenddessen erklärte Kunstlehrerin Holle Brandolini: „Ich bin sehr dankbar für diese einmalige Gelegenheit, das ist kulturelle Teilhabe pur.“

Doch nicht nur, was die Motive anging, sprudelten die Ideen nur so: Während Angelika Rothe vom Kubiss vorschlug, die Büroräume vor dem Abriss in eine temporäre Galerie umzuwandeln, machte die Lehrerin Andrea Korte den Vorschlag: Nach dem Abriss aus den bemalten Wandflächen etwas Neues zu machen, beispielsweise Hochbeete oder ein Kunstobjekt.

Zum Schluss wies Halfter sicherheitshalber darauf hin: „Die Fenster des Rathauses können erst bemalt werden, wenn wir umgezogen sind.“ Außerdem sei die Aktion kein Freibrief: Es dürfe nur das Rathaus – keines der anderen Gebäude auf dem Gelände – und auch dieses nur nach Absprache – bemalt werden.