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Jeder kann zur Hilfe beitragen Gemeinde Bissendorf richtet „Flüchtlingspaket“ ein

Von Angelika Hitzke | 10.12.2015, 12:17 Uhr

Unter dem Namen „Hilfspaket für Flüchtlinge“ hat die Gemeinde Bissendorf ein Konto eingerichtet, auf das Geldspenden für die hier lebenden Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten eingezahlt werden können. Wie das funktioniert und was mit den Spenden geschieht, erläuterten Bürgermeister Guido Halfter, Ordnungs- und Sozialamtsleiter Bernd Stegmann und die beiden Flüchtlingsbetreuerinnen Meike Köpke und Kerstin Meyer zu Lösebeck.

Auch in Bissendorf steigt die Zahl der Menschen, die Hilfe und Unterstützung suchen. Menschen, die in ihrer Heimat alles verloren haben oder zurücklassen mussten. „Das stellt uns alle vor eine große organisatorische und vor allem menschliche Herausforderung, weil es hier nicht nur um den verwaltungstechnischen Akt der Unterbringung und die Grundversorgung geht“, betonte der Verwaltungschef. Sein Sozialamtsleiter erklärte, dass die Grundversorgung zwar geleistet werde, diese gesetzlichen Leistungen aber nicht alles abdecken können, was zum Teil dringend benötigt wird.

Zu den Dingen, die nicht abgedeckt werden, gehörten zum Beispiel Helme und Ersatzteile für die gebrauchten Fahrräder , die den Flüchtlingen in der Flächengemeinde Einkäufe und Behördenbesuche ermöglichen, Fahrradkurse, Schultaschen für die Kinder, zusätzliche Decken für den Winter, nicht verschreibungspflichtige Medikamente und notwendige körperliche Anwendungen bei Krankheit, aber auch Vereinsbeiträge, Material für Sprachunterricht und Spielzeug für Kinderbetreuung, Fahrscheine für den ÖPNV oder Fahrtkostenerstattungen, unter anderem auch für ehrenamtliche Helfer, die Fahrtdienste leisten.

Hier setzt das Bissendorfer Flüchtlingspaket an: „Wir haben in der Gemeinde seit vielen, vielen Jahren das sogenannte Schulpaket “, erklärte der Bürgermeister, „ da können Bürger gegen Spendenbescheinigungen einzahlen. Das Geld dient den Schulen dazu, Kinder, deren Eltern sich nicht alles leisten können, zu unterstützen hinsichtlich Ausstattung oder Teilnahme an Veranstaltungen.“

Nach diesem Modell funktioniere auch das Flüchtlingspaket: Die Gemeinde habe eine eigene Kostenstelle geschaffen und könne als Nachweis der Gemeinnützigkeit jeweils zum Jahresende Spendenquittungen ausstellen. „Sonst wäre eine Vereinsgründung erforderlich gewesen“, so Halfter. So aber könne die Gemeinde schneller und ganz konkret kurzfristig helfen.

Auch wer sich nicht direkt persönlich oder mit Sachspenden engagieren will, kann auf diese Weise einen Beitrag zur Hilfe leisten und unter dem Stichwort „Flüchtlingspaket – 3-44444“ Geld auf das Konto 9502402 bei der Sparkasse Osnabrück, Bankleitzahl 26550105, IBAN: DE65265501050009502402, einzahlen oder überweisen. Bei Überweisungen bis 200 Euro reicht der Überweisungsträger als Beleg für das Finanzamt; sonst können Spendenbescheinigungen ausgestellt werden.

Übrigens: gebrauchte Fahrräder werden auch weiterhin gesucht, betonte Kerstin Meyer zu Lösebeck, denn damit habe man viele der neu angekommenen Flüchtlinge noch nicht ausstatten können. Wer welche zur Verfügung stellen kann, sollte sich telefonisch unter 05402/404-0 an die Zentrale der Gemeindeverwaltung wenden.