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Jahresansatz geht auf Bissendorf kalkuliert mit einem dicken Plus

Von Bärbel Recker-Preuin | 26.07.2014, 17:23 Uhr

Fast alles im grünen Bereich, verdeutlichte Kämmerer Andre Middelberg den Mitgliedern des Finanzausschusses. Die nahmen diese Nachricht freudig auf, denn sie bedeutet die sichere Aussicht auf einen ausgeglichenen Haushalt ohne Nachtrag. Und mehr noch: Ein deutliches Plus bei den Steuereinnahmen könnte das große Minus aus den Vorjahren verringern.

Übersichtlich, in den Ampelfarben markiert, detailgenau nach den einzelnen Haushaltsposten aufgelistet, legte Andre Middelberg seine Halbjahresbilanz vor. Zur Mitte des Jahres den Stand der finanziellen Gemeindeentwicklung erkennen und womöglich auf gravierende Veränderungen reagieren, so der Wunsch der Ausschussmitglieder, dem er mit seinem Bericht nachkam.

Sein Etappenziel präsentierte überaus positive Aussichten. Bis auf die Aufgaben als Schulträger liegen alle Ausgabenbereiche im Plan. Das bedeutet auch: Als Andre Middelberg Ende 2013 den Haushaltsplan für 2014 vorstellte, lag er mit seinen Prognosen genau richtig. Dass der Halbjahresplan sogar besser ist als veranschlagt, liegt an der Einnahmesituation. Middelberg rechnet bei der Einkommenssteuer und besonders bei den Einnahmen der Gewerbesteuer mit einer Verbesserung von rund einer Millionen Euro gegenüber seinem ersten Plan. Bei der Gewerbesteuer erwartet er insgesamt rund sechs Millionen Euro Einnahmen. „Eine sechs vor dem zweiten Punkt habe ich in den Vorjahren noch nie wahrgenommen“, wie der Kämmerer seine Freude zurückhaltend formulierte.

Auf der Ausgabenseite gehen ebenfalls seine Prognosen auf oder verzeichnen sogar eine positivere Entwicklung. Middelberg unterlegte sie im Plan mit einem satten grün, auch die gelb unterlegten Posten werden sich höchstwahrscheinlich Ende des Jahres grün darstellen, so der Kämmerer.

Eine „rote“ Ausnahme gibt es im Gemeindezahlenwerk. Die liegt bei den Kosten für die Schulen. Die veranschlagten 374000 Euro werden wohl nicht eingehalten werden können. Instandhaltungskosten, bauliche Veränderungen für die Inklusion schlagen auf der Ausgabenseite zu Buche, auf der anderen Seite fehlende Zuschüsse durch geringere Schulsachkostenerstattungen pro Schüler durch den Landkreis. Doch auch hier gibt es einen Lichtblick. Die Anmeldungen für die Oberschule am Sonnensee laufen gut, im neuen Schuljahr werden wahrscheinlich drei neue Klassen eingerichtet werden können. „Erfreulich, dass die Schule gefragt ist“, so Bürgermeister Halfter.

Vorsitzender Ulrich Liehr fragte nach einem möglichen Endergebnis für das Haushaltsjahr 2014. „Wenn die Kalkulationen sich bis zum Ende des Jahres bewahrheiten, könnte das ein Plus von 870000 Euro bedeuten,“ rechnete Andre Middelberg vor. In Vorfreude auf diese Aussichten sparten die Ausschussmitglieder nicht an Lob für den Kämmerer und seine perfekten Prognosen. „Der Haushalt war also nicht riskant geplant“, resümierte Guido Halfter und sprach damit ursprüngliche Vorbehalte der UWB an. „Die Haushaltsentwicklung ist gut, trotzdem bleibt die Skepsis. Wir dürfen mittelfristige und konjunkturelle Risiken nicht aus den Augen verlieren“, entgegnete Albert Brunsmann (UWB).

„Die Entwicklung ist sensationell“, toppte Bernhard Henkelmann (CNI) und stellte sogleich einen Antrag. Der unerwartete Überschuss schaffe den Rahmen (20000 Euro) für ein Verkehrskonzept für den Ortsteil Bissendorf. Denn die beschlossenen Vorhaben wie Ortskernsanierung und Achelrieder Baugebiet mache eine neue Verkehrsplanung erforderlich, so Henkelmann.

Sollte tatsächlich Ende des Jahres 2014 ein Überschuss von rund 800000 Euro unter dem Strich stehen, wird dadurch die Minuswelle, die Bissendorf vor sich her schiebt, ein wenig kleiner. Der Schuldenberg beträgt nämlich 21 Millionen Euro.