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Infoveranstaltung zum Thema Offene Ganztagsschulen in Bissendorf und Wissingen

Von Nancy Knäuper | 18.02.2017, 11:42 Uhr

 Die Gemeinde Bissendorf überlegt, offene Ganztagsschulen an den Standorten in Bissendorf und Wissingen einzurichten. Was genau das für die Schüler und Eltern bedeutet, wurde in einer Informationsveranstaltung erläutert.

Die Ausgangslage: Der Bedarf für die Betreuung der Schüler am Nachmittag wird immer höher und kann mit der Nachmittagsbetreuung an der Grundschule Wissingen beziehungsweise der Betreuung im Hort oder durch die Tagesmütter an der Grundschule Bissendorf kaum noch abgedeckt werden. In der Schule am Berg in Schledehausen wurde deshalb bereits vor einigen Jahren das Konzept der offenen Ganztagsschule umgesetzt. Die Gemeinde plant nun, auch mit den beiden Grundschulen in Bissendorf und Wissingen den Weg in den Ganztagsunterricht zu gehen. Diese könnten dann ab dem Schuljahr 2018/19 ganztätig geöffnet sein.

Auswirkungen für die Schüler

Bei der Informationsveranstaltungen in der Aula der Oberschule in Bissendorf erhielten die Eltern einen ersten Eindruck darüber, welche Auswirkungen die Umstellung auf die Schüler haben würde. Bürgermeister Guido Halfter, die Leiterin der Grundschule Bissendorf, Meike Osterfeld, Guido Dincher, Schulentwicklungsberater der Landesschulbehörde, und Martina Storck, Fachbereichsleiterin der Gemeinde Bissendorf, haben das Konzept der offenen Ganztagsschule vorgestellt und die wichtigsten Fragen der Eltern beantwortet.

Bildungsvermittlung im Vordergrund

Guido Halfter betonte, dass die Überlegung zur Umsetzung des Ganztagskonzepts auf dem zunehmenden Bedarf an ganztägiger Betreuung in der Gemeinde basiert. Der Rat habe sich Gedanken gemacht, doch der Bedarf müsse natürlich vorhanden sein. „Wir wollen so etwas auf den Weg bringen und glauben daran, aber das tun wir nicht für uns, sondern für die Familien“, so Halfter. Bei der offenen Ganztagsschule stehe im Gegensatz zum bisherigen Angebot nicht mehr nur die Betreuung, sondern auch die Bildungsvermittlung im Vordergrund. 

Besuch ist freiwillig

Guido Dincher von der Landesschulbehörde erläuterte, welche Unterschiede zwischen den Ganztagsschulen und den normalen Halbtagsschulen bestehen. Die Grundschulen in Bissendorf planen das Konzept der offenen Ganztagsschule, was bedeutet, dass der Besuch der Schule an den Nachmittagen freiwillig ist. Im Vergleich dazu ist die Oberschule am Sonnensee eine teilgebundene Ganztagsschule, dort findet an zwei Nachmittagen Pflichtunterricht statt, der Rest ist freiwillig. Im Gegensatz zur Hort- und Nachmittagsbetreuung ist das Angebot der Ganztagsschulen jedoch kostenfrei. Die schulischen Angebote sollen an den Grundschulen von montags bis donnerstags jeweils bis Voraussichtlich 15.30 Uhr stattfinden. Freitags und in den Ferien gäbe es keinen Ganztagsschulbetrieb. Die Betreuung der Randstunden über 15.30 Uhr hinaus und an den Freitagen sowie in den Ferien soll jedoch weiterhin angeboten werden. Diese erfolgt dann über den Schulträger und bleibt kostenpflichtig.

Einfluss auf die Lern- und Lehrkultur

Dincher betonte, dass die Einrichtung von Ganztagsschulen Einfluss auf die Lern- und Lehrkultur haben wird. Ein ganzheitliches Bildungsangebot durch die Verzahnung von Vor- und Nachmittagsangeboten sei möglich und die Schüler erhielten eine bessere Bildung. Erste Studienergebnisse aus dem Jahr 2016 belegen einen deutlich messbaren Lernerfolg und einen pädagogischen Mehrwert für die Schüler an Ganztagsschulen. Ein Großteil des Nachmittagsunterrichts wird im Rahmen der Ganztagsschule durch das Lehrerkollegium gesteuert.

Anmeldung erfolgt auf freiwilliger Basis

Neben der Mittagspause, in der sowohl ein warmes kostenpflichtiges Mittagessen angeboten werden soll, aber auch die Möglichkeit zu einem selbst mitgebrachten kalten Imbiss besteht, soll es eine Hausaufgaben- und Lernzeit von 45 bis 60 Minuten geben. Im Anschluss daran sollen Möglichkeiten für die Förderung und Forderung sowie die Bewegung oder Entspannung angeboten werden. Diese werden dann vor allem in Arbeitsgemeinschaften (AGs) organisiert. Dabei wird es auch weiterhin Kooperationen mit Sportvereinen oder der Musikschule geben.

Wer sich für die Teilnahme am offenen Ganztag entscheidet, kann sein Kind für alle Tage oder auch für einzelne Tag anmelden. Die Anmeldung erfolgt auf freiwilliger Basis, ist jedoch jeweils für ein Halbjahr verpflichtend. Das bedeutet auch, dass die Teilnahme an den Nachmittagsangeboten dann für die Schüler verpflichtend ist. Nur in begründeten Ausnahmefällen dürfen angemeldete Schüler vor 15.30 Uhr abgeholt werden. Ansonsten werden die Kinder im Rahmen der verlässlichen Grundschule bis maximal 13 Uhr betreut.

Eltern bekommen Fragebogen

Rund 40 Eltern haben die Informationsveranstaltung besucht. Ein Großteil von Ihnen hat sich für die Einführung der offenen Ganztagsschule ausgesprochen. Alle Eltern, die von den Veränderungen betroffen wären, bekommen Anfang März einen Fragebogen, durch den der Bedarf an einem offenen Ganztagsangebot ermittelt werden soll. Am 1. März findet in der Aula der Grundschule Wissingen außerdem eine weitere Informationsveranstaltung zu diesem Thema statt.