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„Wir sind Wohlfühlmanager“ „Hünerbein´s Posthotel“ in Bissendorf feiert 25-jähriges Bestehen

Von Johanna Kollorz | 26.11.2018, 17:31 Uhr

Im November 1993 übernahmen Kerstin und Carsten Hünerbein das „Gasthaus zur Post“. Im Ortskern von Schledehausen, mit Blick auf beide Kirchen gelegen, baute die Familie den Betrieb aus und blickt heute auf ein Vierteljahrhundert zurück.

Restaurant, Bierstube, einen eigenen Saalbetrieb, acht Mitarbeiter und gerade einmal vier Hotelzimmer zählte das „Gasthaus zur Post“, als Carsten und Kerstin Hünerbein es am 15. November 1993 von Vorgänger Hermann Böwing übernahmen. „Da lässt sich was draus machen!“, befanden der Koch und die gelernte Hotel- und Gastronomie-Kauffrau, die nach fünf Jahren Pacht den Schritt in die Selbständigkeit wagten.

Erneuerung aller Bereiche

In den folgenden Jahren wurden alle Bereiche des Familienbetriebs mindestens einmal erneuert. Der große Umbau des Foyers und Restaurants (einst durch bordeauxrote Polster und Eiche-rustikal geprägt), die neu entstandene Rezeption und das „Croco-Café“ (der Name bezieht sich auf die damals gewagten, grün gepolsterten Sitzgarnituren mit entsprechender Lederoptik) erfolgten im August 2008 und waren richtungsweisend.

„Damals haben wir uns auch ganz bewusst für die Umbenennung zu ,Hünerbein´s Posthotel' entschieden. Unser Ziel war es, den Namen zur Marke zu machen“, so das Unternehmerpaar. Dank elf neuer und individuell eingerichteter Gästezimmer wurde ihr Hotel nicht nur zum Anlaufpunkt für Menschen aus der Region, sondern auch für Business-Reisende, Radtouristen oder Golfer aus aller Welt.

Enge Begleitung der Gäste und Trend-Reisen

„Dies ist nur möglich, weil wir der Magnet für unsere Gäste sind", betont Kerstin Hünerbein. Sie spricht von der engen Begleitung, die im Vorfeld einer großen Familienfeier wie einer Hochzeit notwendig sei. "Wenn später der Auftrag für die Taufe kommt, ist das das I-Tüpfelchen und die Bestätigung unserer Arbeit.“

Besonders stolz ist die Chefin des Hauses auf die 2009 erfolgte Verleihung von drei Sternen durch den Fachverband Dehoga. 2016 erfolgte die Aufwertung zur noch edleren 3-Sterne-Superior-Kategorie. „25 Jahre in Schledehausen zu bestehen, ist an sich schon eine Leistung. Um das zu schaffen, bedarf es immer wieder neuer, dem Markt angepasster Strategien“, so Hünerbein.

Besorgt verweist das Paar auf das schon länger leer stehende Restaurant „Hohe Leuchte“ in direkter Nachbarschaft. „Ganz branchenunabhängig geht es bei Schließungen im ländlichen Raum doch immer auch um familiäre Existenzen“, bemerkt das Ehepaar.

Frei nach dem Motto: „Wo geht die Reise hin?“ schauen sich Hünerbeins deshalb regelmäßig um, versuchen neue Trends aufzuspüren und vorausschauend zu agieren. So können sie hier und da mal etwas neu installieren, oder etwas nicht so Erfolgreiches wieder einstellen.

Bierleitungsreiniger blieb im Gedächtnis

Aktuell verfügt „Hünerbein´s Posthotel“ über 15 Zimmer und ein 18-köpfiges Team, das sich als Wohlfühlmanager versteht. „Die Anforderungen und Vorschriften zur Ausübung unseres Berufs sind in 25 Jahren stark gestiegen. Viele davon sind aus unserer Sicht aber unerlässlich – schlussendlich geht es immer um das Gut Gesundheit“, betont Carsten Hühnerbein.

Im Gedächtnis geblieben ist dem Hotelier auch nach 25 Jahren der unverhoffte Besuch eines Bierleitungsreinigers am Eröffnungstag. „Wir hatten die Tür noch nicht offiziell für die Gäste geöffnet, da waren die ersten 30 Mark schon weg“, berichtet er schmunzelnd.

Als große Ereignisse der jüngeren Vergangenheit benennen Hünerbeins die 2015 erfolgte Teilnahme an der TV-Doku „Mein himmlisches Hotel“ auf Vox mit über 500 000 Zuschauern täglich. Gefragt nach künftigen Projekten und Vorhaben, betonen die Hoteliers: „Es ist immer irgendeine Baustelle da. Wenn sie nicht sichtbar ist, existiert sie zumindest schon in unseren Köpfen. Es bleibt also spannend…“.