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Genehmigungsverfahren läuft beim Landkreis Osnabrück Bissendorf: Landwirt will noch zwei Hähnchenmastställe

Von Christoph Granieczny | 28.03.2011, 13:57 Uhr

Für den Bau von zwei Hähnchenmastställen mit jeweils 42000 Plätzen im Bissendorfer Ortsteil Linne ist beim Landkreis Osnabrück ein Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz eingeleitet worden. Antragsteller ist Timo Obrock. Der Meller betreibt am Linner Standort schon zwei Mastställe mit je fast 40000 Plätzen.

Wann er plant, am Twasweg zu bauen, dazu sagt der Landwirt nichts. Das kann er auch gar nicht. „Ich weiß ja nicht, wann die Genehmigung vorliegt.“ Das Verfahren ist anspruchsvoll. Darin werden nämlich sämtliche Umweltauswirkungen einer Anlage berücksichtigt.

Hähnchenmastställe sind in der Nachbarschaft nicht gerade beliebt, auch nicht in Linne. Als 2003 die Pläne für die ersten beiden Mastställe bekannt wurden, schwappte eine Protestwelle durch die Ortschaft. Eine Bürgerinitiative stemmte sich gegen das Vorhaben – vergebens. 2005 bezogen erste Masthähnchen Quartier. Seitdem leben die Linner mit der Anlage, die Platz für 80000 Tiere bietet. Genehm sind ihnen die Ställe wohl immer noch nicht. Jetzt sollen weitere 84000 Plätze hinzukommen. Thomas Goertz ist Sprecher der Initiative. „Wir wollen uns jetzt die Pläne zunächst in Ruhe anschauen und uns ein Meinungsbild machen.“

Am 10. Mai wird sich der Bissendorfer Planungsausschuss mit den Mastställen in Linne beschäftigen; die Möglichkeit zur Einflussnahme des Gremiums ist hier allerdings eher gering.

Zum Hintergrund: Bauvorhaben für die Landwirtschaft im Außenbereich sind nach dem Baugesetzbuch privilegiert. Das bedeutet: Stimmen die Voraussetzungen, hat der Antragssteller auch ein Anrecht auf Genehmigung. Diese Zwangsläufigkeit zog bei den ersten beiden Ställen, die der Meller Obrock am Twasweg bauen ließ. Proteste der Initiative und zwischenzeitlich auch der Gemeinde halfen nichts. Der Unternehmer durfte loslegen, weil sein Projekt die Vorgaben erfüllte. Nach Ansicht des Oberwaltungsgerichts musste der Landkreis eine Genehmigung erteilen.

Mit der Erweiterung liebäugelt Obrock schon länger. 2008 war davon erstmals die Rede, ohne dass der Meller schon ein Verfahren eingeleitet hatte. Im Spätsommer des zurückliegenden Jahres ist der Antrag dann beim Landkreis eingegangen. Die Behörde veranlasste daraufhin eine Vorprüfung.

Die nächsten Schritte des Verfahrens hat die Landkreisverwaltung jetzt festgelegt. Das Vorhaben liegt vom 7. April bis 10. Mai im Kreishaus am Schölerberg und in der Bissendorfer Gemeindeverwaltung zur allgemeinen Einsicht aus. Die Frist für die Abgabe der Stellungnahmen läuft am 24. Mai ab. Ein Erörterungstermin soll am 28. Juni im Kreishaus stattfinden. Treffen bis Fristende keine Einwände ein, entfällt der Erörterungstermin.