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Für einen Lückenschluss an der A30 Bissendorfer CNI-FDP-Gruppe fordert mehr Lärmschutz

Von Bärbel Recker-Preuin | 05.10.2015, 13:45 Uhr

„Was nützt Lärmschutz, wenn er lückenhaft ist?“ fragen die Mitglieder der CNI-FDP-Gruppe im Rat der Gemeinde Dabei haben sie speziell eine Lücke an der Bundesautobahn A 30 zwischen der Rastanlage Himbergen und der Anschlussstelle Bissendorf im Auge. Wäre diese Lücke mit Lärmschutzwänden geschlossen, ließe sich die Lärmbelastung um die Hälfte reduzieren, vermutet Gruppensprecher Bernhard Henkelmann. Ein entsprechender Antrag liegt der Gemeindeverwaltung vor.

Lärm macht krank, so die Ratsmitglieder der CNI (Christlich, Nachhaltig, Innovativ) und der FDP. Sie blicken von der Talbrücke Sünsbeck hinunter auf die Autobahn und verstehen ihr eigenes Wort nicht mehr. Die Schallwellen rollen auf etwa 300 Metern ungemildert in Richtung Sonnensee und Ortskern . Das Paradoxe daran ist, dass östlich und westlich davon Lärmschutzwände stehen, beziehungsweise Erdwälle den Lärm bremsen.

Lärmschutzwände am Bissendorfer Teilstück der Autobahn gibt es seit langem. Ihre Wirkung war allerdings unzulänglich, wie laut EU Lärmschutzrichtlinien festgestellt wurde. Mit dem Ergebnis, dass zurzeit in Fahrtrichtung Amsterdam an der Sanierung des Lärmschutzes gearbeitet wird.

Die Anlage des Rastplatzes Himbergen brachte ebenfalls in östlicher Richtung Erleichterung. Denn bei den Erdarbeiten wurde ein Wall aufgeschüttet, der jetzt Lärmpuffer zum Ortsteil Himbergen ist. Zwischen Lärmschutzwand und Erdwall klafft „eine Lücke von ca. 300 Metern ohne jeglichen Lärmschutz und es passiert nichts,“ so Bernhard Henkelmann, der ebenso wie Friedrich Ochterbeck (FDP), Uwe Bullerdiek und Jürgen Wiesehahn nicht versteht, dass die bestehenden Lärmschutzwände verbessert werden und einen Meter daneben überhaupt kein Schutz besteht.

Rund 50000 Fahrzeuge benutzen täglich diesen Autobahnabschnitt, vor allem durch den Schwerlasterkehrs auf der Ost-West Verkehrsachse kommt es zu Lärmbelastung. Südlich der Autobahn erhebt sich der Holter Berg. Die Lärmschutzlücke und eine weitere hinter der Autobahnpolizeistation wirke an der Hanglage wie ein Trichter, der Lärm dringe ungehindert in den Ort, so die Mitglieder der Ratsgruppe. Mit einer Verlängerung der Lärmschutzwand und dem Lückenschluss wäre Abhilfe geschaffen, so die Gruppe.

Selbstverständlich kostet zusätzlicher Lärmschutz Geld. Auch dabei sieht die CNI-FDP-Gruppe eine Lösung. Seit Mitte des Jahres gibt es den Kommunalinvestitionsförderungsfond. Bissendorf stehen daraus Sondermittel für infrastrukturelle Maßnahmen in Höhe von rund 170000 Euro zu. Damit könnten auch Lärmschutzmaßnahmen finanziert werden, so Henkelmann. Ein entsprechender Antrag der CNI-FDP-Gruppe liegt jetzt zur Prüfung auf dem Tisch der Gemeindeverwaltung.

Im Prinzip sieht Bürgermeister Guido Halfter die Sache so wie die CNI-FDP-Gruppe. Die Lärmschutzwandsanierung neben einer Lärmschutzlücke sei in der Tat „bürokratischer Schwachsinn“. Für einen neuen Lärmschutz seien die Grenzwerte laut Richtlinien nicht hoch genug, wohl aber für die Lärmschutzsanierung. „Der Bund ist eindeutig in der Pflicht, für vernünftigen Lärmschutz in Bissendorf zu sorgen“, so Halfter.

Allerdings weicht seine Meinung zur Finanzierung deutlich von der der CNI-FDP-Gruppe ab. Bereits 2013 seien Berechnungen aufgestellt worden, um die Lärmschutzlücke an der A 30 mit einer Aluminiumwand zu schließen. Die Kosten hätten 600000 Euro betragen. Die Sondermittel des kommunalen Investitionsprogramms reichten also bei weitem nicht aus. Die Politik muss jetzt entscheiden, wofür das Geld verwendet wird, so Halfter.