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Feuerwehrausschuss tagt Feuerwehrhaus in Bissendorf-Jeggen ist Sorgenkind

Von Bärbel Recker-Preuin, Bärbel Recker-Preuin | 15.02.2017, 07:10 Uhr

Der Feuerwehrausschuss der Gemeinde Bissendorf plant die Ersatzbeschaffung eines Löschfahrzeugs. Diesen und weitere Wünsche präsentierte Gemeindebrandmeister Ulrich Brockmann bei der ersten Sitzung des Feuerwehrausschusses in dieser Legislaturperiode.

Die Freiwillige Feuerwehr in Bissendorf ist gut aufgestellt. Gut aufgestellt heißt aber nicht, dass die Feuerwehrleitung wunschlos glücklich ist. Technische Hilfeleistungen und Brandbekämpfung werden komplexer, somit steigen die Anforderungen an die Ausrüstung, sprich: Alle Feuerwehrwünsche sind absolute Notwendigkeit.

Ulrich Brockmann stellte den zum Teil neuen Ausschussmitgliedern die vier Ortswehren, Fahrzeugpark und Ausrüstung vor und erläuterte dann die mittelfristige Bedarfsplanung bis 2021, die er pro Jahr aktualisiert.

Gemeinsame Rettungszentrale in Jeggen

Sorgenkind ist das Feuerwehrhaus in Jeggen. Die Fahrzeughalle ist zu schmal, der Schulungsraum viel zu klein, die sanitären Anlagen veraltet, ebenso wie das ganze Haus. Allerdings können die Kameraden bei diesem Projekt auf baldige Verbesserung hoffen. Der Bau einer gemeinsamen Rettungszentrale von DRK und Freiwilliger Feuerwehr Jeggen ist in „Unter“-Jeggen geplant. Genaue Details zur Träger- und Nutzungsstruktur erfuhren Ausschuss- und Feuerwehrmitglieder nicht. Zurzeit laufe ein Antrag des DRK auf Fördermittel des Dorferneuerungsprogramms, erläuterte Bürgermeister Guido Halfter. Den Bescheid, der dann die Finanzierungsgrundlage gibt, werde man abwarten. Das gemeinsame Projekt „Rettungszentrale“ werde aber bald in trockenen Tüchern sein und vorgestellt werden. Unklar ist, wer Bauherr und wer Mieter wird – das DRK oder die Gemeinde.

Hydraulischer Rettungssatz

Immer mehr Arbeitgeber fordern leider Lohnausfallkosten von der Gemeinde, wenn die Kameraden ihren Arbeitsplatz verlassen müssen, um zum Einsatz zu fahren, berichtete Ulrich Brockmann. Es könnten also – gerade wenn sich Einsätze häufen sollten – vermehrte Kosten auf die Gemeinde zukommen, berichtete Brockmann.

Der Gemeindebrandmeister nannte den nächsten Punkt: „Unser hydraulischer Rettungssatz kommt immer häufiger an die Grenze.“ Gemeint war damit die Rettungsschere, die dann verwendet wird, wenn Unfallopfer aus den Fahrzeugen befreit werden müssen. Da kaum noch ältere Fahrzeuge fahren, brauche die Feuerwehr auch stärke Hydraulikgeräte, folgerte Brockmann.

Löschfahrzeug für den Erstangriff

Dann kam der Gemeindebrandmeister zum teuersten Punkt, nämlich der Ersatzbeschaffung für das Tanklöschfahrzeug, stationiert bei der Ortswehr Bissendorf. Zurzeit ist noch ein TLF, Baujahr 1991 und damit das älteste Fahrzeug des Bestandes, im Dienst.

Brockmann beschrieb die Vorteile des neuen Hilfslöschfahrzeuges im Ersteinsatz bei Brand und Hilfeleistung. Das Fahrzeug ist ein technisches Kraftpaket, unter anderem mit einem Tank für 2400 Liter Löschwasser und eben einem hydraulischen Rettungssatz. Sechs Feuerwehrleute können damit zum Einsatz fahren. Das Fahrzeuginnere ist so gebaut, dass sich vier Kameraden während der Fahrt mit Atemschutzgeräten ausstatten können und am Ziel direkt einsatzbereit sind. Dieses Erstangriffs-Löschfahrzeug kostet 330.000 Euro. 200.000 Euro sind bereits im Haushalt 2017 angesetzt, 130.000 Euro für das Jahr 2018 in Aussicht, teilte Ordnungsamtsleiter Bernd Stegmann mit. Auslieferung 2018, wenn jetzt alles zügig eingeleitet wird.