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Eine Straße löst sich auf Bissendorf wartet auf Sanierung der L87

Von Dietmar Kröger | 26.06.2013, 06:58 Uhr

Loch an Loch und hält doch – oder eben auch nicht. Die L87 (Wulftener Straße) in der Ortsdurchfahrt Schledehausen ist ein ernst zu nehmender Test für Fahrer und Material. Hier könnten Automobilkonzerne ihre Neuentwicklungen einem Härtetest unterziehen. Spaß beiseite: Die Piste hat es in sich und birgt aufgrund ihres maroden Zustands auch Gefahren.

„Die Straße löst sich förmlich auf“, sagt Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter. Sein Problem: Zwar laufen die Beschwerden der Anwohner und Nutzer des asphaltierten Flickenteppichs mit ihren Klagen bei ihm auf, aber er kann an dem bemitleidenswerten Zustand der L87 nichts ändern.

Das „L“ steht für Landesstraße, und damit ist der Verantwortliche für das verkehrstechnische Dilemma schnell ausgemacht. Das Land ist hier in der Pflicht, für Abhilfe zu sorgen. Halfter und seine Kollegen im Bissendorfer Rathaus können nur um schnelle Behebung der Schäden bitten – bei der zuständigen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Regionaler Geschäftsbereich Osnabrück (NLSTBV). So zäh, wie der Name der Behörde klingt, so zäh fließt auch das Geld in Richtung Bissendorfer L87.

Halfter hatte sich schon mehrfach an die Behörde gewandt und um Sanierung der ausgefransten Strecke gebeten. Zuletzt mit Schreiben vom 15. Mai dieses Jahres. „Dieser Zustand ist für die Anlieger sowie die Verkehrsteilnehmer nicht mehr zumutbar und meines Erachtens auch unter den Gesichtspunkten der Verkehrssicherheit nicht mehr tragbar“, heißt es in dem Schreiben. Halfter bittet die Behörde um „die Durchführung einer dauerhaften Sanierung“.

Daraus wird wohl vorerst nichts. „In diesem Jahr werden wir eine Sanierung der L87 in diesem Bereich nicht realisieren können“, lautet die für die Bissendorfer enttäuschende Antwort der NLSTBV. Als Begründung verweist der zuständige Fachbereichsleiter darauf, dass seine Behörde insgesamt 730 Kilometer Landesstraßen zu unterhalten habe und die ihr zur Verfügung stehenden Mittel „keinen übermäßig großen Spielraum“ zuließen.

Ein wahrer Trost ist das nicht. Auch nicht die Auskunft, die Straßenmeisterei Bohmte werde die L87 intensiv beobachten und bei Bedarf auftretende Schadstellen provisorisch flicken. Ebendas hatte Halfter in seinem Schreiben bereits moniert: „Die in der Vergangenheit und auch erst kürzlich partiell durchgeführten Sanierungsarbeiten brachten bislang nicht den gewünschten Erfolg.“ Aber die NLSTBV kündigt ein Ende der Flickschusterei an. „Dieser Streckenabschnitt liegt jedoch in der Priorisierung für das Bauprogramm 2014 ganz oben und ist für eine dauerhafte Sanierungsmaßnahme vorgesehen“, verspricht die Behörde. Bis dahin müssen die Verkehrsteilnehmer wohl weiter um ihre Fahrzeuge und – wenn es schlimm kommt – wohl auch um ihre Gesundheit fürchten.