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„Drei weiße Tauben“ suchen Mitglieder Ruhige Kugel schieben? Wenn der Kegelclub bröckelt

Von Michael Pohl | 02.06.2015, 17:11 Uhr

Bissendorf/Georgsmarienhütte/Osnabrück. Dass Tauben sich mit Eiern auskennen, ist bekannt. Dass sie auch auf die Kugeln des Kegelsports abheben, weniger. Der bröckelnde Kegelverein „Drei weißen Tauben“ mit verbleibenden Mitgliedern aus Bissendorf, Osnabrück und Georgsmarienhütte sucht über einen Aushang im Supermarkt nach Nachwuchs.

Tauben – mit dieser Sorte Vögel kennt sich Wolfgang Schäfers bestens aus. Denn er betreut den Kegelclub „Drei weiße Tauben“ seit den Anfängen vor 22 Jahren. Damals war es eine Firmenmannschaft: Kollegen der Firma City Car in Osnabrück wollten an der Kegelbahn den kollegialen Zusammenhang anschieben. „Dabei war uns wichtig, dass nicht über die Firma gesprochen wurde“, stellte Schäfers fest. An ein „Redeverbot über Firmenbelange während außerdienstlicher Veranstaltungen“, erinnert sich der 65-jährige Uwe Hedtke, 2. Vorsitzender. „Über die Arbeit hat man doch schon genug gesprochen.“ Der Spaß soll im Vordergrund stehen.

Schlager gibt den Namen

Was könnte den Spaß besser beflügeln als regelmäßige Ausflüge? Die erste Reise führte die noch namenlose Kegelgruppe ins hessische Baunatal. Dort nahmen die Hobbysportler an einem bundesweiten Kräftemessen teil. Völlig unerwartet errangen sie den Sieg. Weil eine Siegerehrung ohne Vereinsnamen schlecht funktioniert, musste rasch einer gefunden werden. Wie? „Drei weiße Tauben“, viel gehörter Schlager auf Kegelpartys, blieb damals nicht nur im Ohr hängen, sondern auch an der Kegeltruppe aus Osnabrück, die fortan unter dem Liedtitel rangierte. Die Ausflüge, die größtenteils aus der Vereinskasse gestemmt wurden, waren immer Highlights des Clubs, erzählen die Mitglieder.

Doch so schön die Reisen, auch waren, der demografische Wandel machte vor den Tauben nicht halt. Wolfgang Schäfers, heute 59 Jahre alt, ist als einziges Gründungsmitglied noch dabei. „An manchen Abenden sind wir nur noch zu sechst“, bedauert er. In den schwungvollen Zeiten standen sie mit 16 Leuten auf der Kegelbahn.

Aushang im Supermarkt

Weil die Tauben aber weiterhin viele Ausflüge unternehmen möchten, haben sie schon in sozialen Netzwerken und der Zeitung nach möglichen Kegelschwestern oder -brüdern gesucht. „Gibt es denn keine lockeren Leute mehr, die mit uns alle vier Wochen eine ruhige Kugel schieben wollen?“, steht auf dem Aushang, den eine Kegelschwester nun in Sutthausen im Supermarkt gemacht hat. Reife erwünscht. „Alter ab 50 Jahre“ ist handschriftlich ergänzt. Vielleicht findet sich ja in Sutthausen jemand?, so die Hoffnung. Denn das Restaurant Taormina an der Iburger Straße ist seit zehn Jahren der „Taubenschlag“ der Kegelbrüder. Damit hier auch in Zukunft die Kegel fallen, hoffen Schäfers und Hedtke auf baldigen Zuwachs. „Bei uns ist jeder willkommen, der ein paar gesellige Stunden mit Spaß und Kegeln verbringen möchte.“

Wer mitmachen möchte, kann sich bei den „Drei Weißen Tauben“ melden, Telefon: 0152/03524306

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